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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Vater unser

aus dem Weißenburger Katechismus

Süd-Rheinfränkisch, 8"-Jh.

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Das Gebet

Erklärung:

Vater

Name

Reich

Wille

Brot

Schuld

Versuchung

Böses

Schluss (fehlt)

 

 

Fater unser, thu in himilom bist, giuuihit si namo thin.
quaeme richi thin.
uuerdhe uuilleo thin, sama so in himile endi in erthu.
Broot unseraz emezzigaz gib uns hiutu.
endi farlaz uns sculdhi unsero, / sama so uuir farlazzem scolom unserem.
endi ni gileidi unsih in costunga.
auh arlosi unsih fona ubile.


Fater unser, thu in himilom bist, giuuihit si namo thin.

Gotes namo ist simbles giuuihit: auh thanna uuir thiz quedhem, thanne bittem uuir, thaz sin namo in uns mannom uuerdhe giuuihit thuruh guodiu uuerc.
 

Quaeme richi thin.

Richi gotes ist simbles endi eogihuuar: thes bittem uuir thoh, thanne uuir thiz quedem, thaz gotes richi si in uns endi thes diufles giuualt uuerdhe arfirrit fona uns.

 

Uuerdhe uuillo thin, sama so in himile endi in erthu.

Thes sculun uuir got simbles bitten, thaz sin uuilleo uuerdhe samalih in erdhu in mannom, soso her ist in himile in engilom, cithiu thaz man in erthu sinan uuilleon giuuurchen megin sama so engila in himile magun.
 

 

Broot unseraz emetzigaz gib uns hiutu.

Allo mannes thurfti sintun in themo brotes namen gameinito, thero er ci thesemo antuuerden libe bitharf. bithiu scal man dago gihuueliches thiz gibet singan, so huuer so uuilli, thaz imo got gidago sinero thurfteo helphe.
 

 

Indi farlaz uns sculdhi unsero sama so uuir farlazzem scolom unserem.

So huuer so thiz quidhit, so bitharf thaz er so due so her quithit, huuanda her fluochot imo mer thanne her imo guodes bitte, ibu her so ni duat so her quidhit: huuanda so huuer so andhremo arbolgan ist endi thiz gibet thanne singit, ther bidit imo selbemo thanne ubiles.
 

 

Indi ni gileiti unsih in costunga.

Ni leitit got eomannan in ubilo thohheinaz, uzzar thanne her then man farlazzit, so ist her sar in costungom. thaz meinit thaz uuort, thaz her unsih ni farlazze, cithiu thaz uuir in ubil gileitte ni uuerdheen.


Auh arlosi unsih fona ubile.

In thesemo uuorde ist bifangen allero ubilo gihuuelih thero manne giterian megi. bithiu so huuer so thiz gibet hluttru muatu singit, gilouban scal her, thaz inan got thanne gihorie: huuanda her ni bitit thar ana ellies eouuihtes, nibu thes got selbo giboot ci bittane, endi thar sintun thoh allo mannes thurfti ana bifangano.

 

Vater, unser, du in den Himmeln bist,

geheiligt sei dein Name.

Es komme dein Reich.

Er werde dein Wille, genauso wie im Himmel und auf Erden.

Unser fortwährendes Brot gibt uns heut.

Und erlass und unsre Schuld,

genauso wie wir (sie) erlassen unsren Schuldnern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Übel.

 

Vater, unser, du in den Himmeln bist,

geheiligt sei dein Name.

Gottes Name ist immerdar geheiligt. Aber indem wir dies sprechen, bitten wir, dass sein Name bei uns Menschen geheiligt werde durch gute Werke.

 

Es komme dein Reich.

Gottes Reich ist immer und überall; aber wir bitten, indem wir dies sprechen, dass Gottes Reich bei uns sei und des Teufels Macht von uns entfernt werde.

 

Er werde dein Wille, genauso wie im Himmel und auf Erden.

Darum sollen wir Gott immerdar bitten, dass sein Wille ebenso auf der Erde bei den Menschen (Wirklichkeit) werde, wie er es im Himmel bei den Engeln ist, damit die Menschen auf der Erde seinen Willen tun können. genauso wie es die Engel im Himmel können.

 

Unser fortwährendes Brot gibt uns heut.

Jedes Menschen Bedürfnisse sind mit dem Namen des Brotes gemeint, deren er in diesem gegenwärttigen Leben bedarf. Daher soll man an jedem Tag dieses Gebet singen, wer auch immer will, dass ihm Gott täglich seinen Bedürfnissen aushelfe.

 

 

Und erlass und unsre Schuld,

genauso wie wir (sie) erlassen unsren Schuldnern.

Wenn jemand dies spricht, so ist es nötig, dass er so tut, wie er spricht. Denn der verflucht sich mehr, als dass er sich Gutes erbittet, wenn er nicht so tut, wie er spricht. Denn wenn jemand auf einen anderen erzürnt ist und dann dieses Gebet singt, der erbittet demnach für sich selbst Übles.

 

Und führe uns nicht in Versuchung,

Gott führt niemand zu einem Übel, außer wenn er den Menschen verlässt, dann ist er auf einmal in Versuchung. Das meint das Wort, dass er uns nicht verlasse, damit wir nicht zu einem Übel geführt werden.

 

Sondern erlöse uns von dem Übel.

In diesem Wort ist alles Übel eingeschlossen, das den Menschen schaden könnte. Wenn  daher jemand dieses Gebet mit lauterem Herzen singt, soll er glauben, dass Gott ihn erhöre. Wenn er da nicht um alles bittet, außer dem, was Gott selbst zu bitten gebot, und darin sind doch aller Menschen Bedürfnisse mit einbeschlossen.

 

 

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Datum: 2005

Aktuell: 26.10.2013