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Das Menschenbild der Bibel ist
maßgeblich geprägt von den ersten Kapiteln:
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Der Mensch ist ein Geschöpf
Gottes und steht insofern mit den Tieren auf einer Stufe, als er mit
ihnen zusammen an einem Tag erschaffen wurde.
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Er unterscheidet sich von
den Tieren nicht durch körperliche oder geistige Eigenschaften, sondern
dadurch, dass der Schöpfer ihn nach seinem Bild erschaffen hat.
Die
Gottesebenbildlichkeit des
Menschen besteht nicht darin, dass der Mensch körperliche (Aussehen) oder
geistige Eigenschaften (z.B. Intelligenz) mit Gott gemeinsam hat.
Sondern:
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Nach Gen 1 hat der Mensch
den Auftrag, an Gottes Stelle über die Erde und die Tiere zu herrschen.
Er ist Gottes Bild, weil er sein Stellvertreter auf Erden ist.
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Nach Gen 2,1-4 hat der
Mensch durch das 3. Gebot Anteil an Gottes Sabbatruhe und ist insofern
sein Ebenbild.
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Nach Gen 3 macht nicht die
Intelligenz an sich den Menschen Gott ähnlich, sondern das Wissen, was
gut und böse ist, und damit die Freiheit sich zu entscheiden. Die
Intelligenz als Einsicht in das, was machbar und möglich ist (z.B. in
den Apfel beißen), ist nicht göttlich, sondern teuflisch.
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Gen 9,6 wird der Tod des
Mörders deswegen gefordert, weil Gott den Menschen zu seinem Bild
geschaffen hat. Wer einen Menschen tötet, versündigt sich also an seinem
Schöpfer. Das Bild Gottes ist genauso heilig und unantastbar wie Gott
selbst. Vgl. Sprüche 14,31 "Wer
dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer".
In diesem Zusammenhang muss auch das Bilderverbot erwähnt werden: Ein
zutreffendes Bild von Gott ist allein der Mensch, nicht eine Figur aus
totem Material.
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Der Sündenfall hat die
ursprüngliche Gutheit des Menschen und der Schöpfung verdorben. Seit dem
Sündenfall gibt's das Böse (moralisch) und Schlechte (qualitätsmäßig)
auf der Welt. Es entspricht aber nicht der Meinung des Alten Testamente,
dass der Mensch durch den Sündenfall seine Gottesebenbildlichkeit
verloren hätte, denn Gen 9,6 ist nach dem Sündenfall, ja sogar nach der
Sintflut gesagt und betrifft also den heutigen Menschen. Ja, nach Gen 3
wurde der Mensch erst durch den Fall, durch den Erwerb der Erkenntnis
von Gut und Böse "wie 'Gott". Der Sündenfall ist also nicht nur negativ
zu sehen und hat vielleicht sogar im Plan des Schöpfers seinen Sinn:
Ließ sich das Ziel der Gottesebenbildlichkeit nur durch das Risiko des
Sündenfalls verwirklichen?
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Durch den Fall ging auch
nicht die Unmittelbarkeit zwischen Gott und Mensch verloren. Das sehen
wir an der Geschichte von Kain und Abel: Beide opfern Gott, als sei
nichts gewesen; Gott verhandelt mit dem Mörder, als habe der Sündenfall
nicht stattgefunden. Die Gemeinschaft mit Gott besteht nach wie vor; das
sehen wir auch daran, dass Kain befürchtet, Gott würde ihm die
Gemeinschaft kündigen und ihn davonjagen. Die Geschichte der Urväter
(Henoch, Noah) zeigt ebenfalls, dass die Unmittelbarkeit zwischen Gott
und Menschen nicht verloren gegangen ist. Und wenn nach der Sintflut ein
großer Teil der Menschen Gott dann doch vergessen hat, so gibt Gott die
Menschen doch nicht auf und nimmt von sich aus immer wieder Kontakt mit
ihnen auf, angefangen bei Abraham bis hin zu Jesus.
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Die einzige Folge des
Sündenfalls scheint also zu sein, dass der Mensch jetzt nicht nur weiß,
was böse ist, sondern dass "das Dichten und Trachten des menschlichen
Herzens böse ist von Jugend an." (Gen 8.21). Das ist die "Erbsünde" im
Sinne der Urgeschichte.
Es hat sich eingebürgert, das
Wesen des Menschen durch lateinische Wörter zu kennzeichnen, wie homo
faber (der Mensch als Schöpfer), homo sapiens (der Mensch als
intelligentes Wesen). Wie müssten wir ihn aus der Sicht der Bibel
kennzeichnen?
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homo creatus
(Mensch als Geschöpf)
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homo imago Dei
(Mensch als Bild Gottes)
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homo quiescens
(Mensch als Teilhaber an Gottes Sabbatruhe)
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homo sapiens
(Mensch als Wissender)
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homo peccator
(Mensch als Sünder)
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homo salvandus
(Mensch als einer, der gerettet werden soll).
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