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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Die Überlieferung der Bibel

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Altes Testament

Neues Testament

Der Kanon

Alte Übersetzungen

Der genaue Bibeltext, neue Übersetzungen

 

Altes Testament

Das Ereignis (z.B. Auszug aus Ägypten)

 

mündliche Überlieferung (Lieder, Geschichten; Gesetze)

 

erste schriftliche Aufzeichnungen

 

weitere mündliche Überlieferung, auch des inzwischen Geschehenen; schriftliche Königschroniken; Lesebücher für die Beamtenausbildung
später Aufzeichnungen weiterer Geschichten

ab 950

ältester erhaltener Bibelspruch: Der aaronitische Segen auf einem Schmuckstück

7"

Aufzeichnung der Prophetenworte,
z. T. durch die Propheten selbst, z. T. durch Schüler

ab 700 

5. Buch Mose

vor 622

1.-4. Mose in den Grundzügen

ab 580

Im Exil Sammlung und Bearbeitung der geschichtlichen Tradition
(Josua bis 2. Könige)

 5"

5 Bücher Mose fertig
gültig als heilige Schrift

um 460

Auch andere Bücher gelten als "heilig"

 

Übersetzung der Thora ins Griechische für die Bibliothek in Alexandria, später auch die anderen hebräischen Bücher
Die griechische Bibel (Septuaginta) geht von einem abweichenden hebräischen Text aus und enthält auch original griechische Schriften (= heutige Apokryphen).

300-130

In den Höhlen von Qumran wurden die ältesten Bibelhandschriften deponiert (Jesaja-Rolle; Fragment von Markus?)

200 v.-68 n-Chr.

Neues Testament

 

Jesus legt die Grundlage für das NT
Die Sadduzäer und Samaritaner erkennen nur die Thora an,
die Pharisäer und Jesus das ganze heutige AT als heilige Schrift.
Aber noch im NT ist nicht ganz klar, welche Schriften als heilig anzusehen sind.

30 n. Chr.

Abfassung der NT-Schriften auf griechisch
Die Christen (auch Jesus?) benutzen die griechische Bibel

50-150

Die Apostelbriefe werden von den Empfängern in den Gemeindeversammlungen öffentlich vorgelesen und an andere Gemeinden weitergegeben.
Auch Abschnitte der Evangelien werden vorgelesen.

 

Der Kanon

 

Nach der Zerstörung des Tempels stellen jüdische Gelehrten fest, was zum AT gehört
(Synode von Jabne = Jamnia)
Maßgeblich ist jetzt die hebräische Bibel. Die griechische ist seitdem für Juden verboten.

80-90

Seitdem gelten strenge Maßstäbe für die Abschriften.
Jüdische und christliche Gelehrte setzten von Zeit zu Zeit fest, welches die von nun an maßgebliche Abschrift sein sollte; alle anderen durften nicht mehr benutzt werden.

 

Der Ketzer Marcion beruft sich in Rom auf das Lukasevangelium und die Paulusbriefe als heilige Schrift (erster bekannter Versuch, ein NT zusammenzustellen).

um 150

Wahrscheinlich als Reaktion auf Marcion werden von einem Unbekannten die Bücher des NT zusammengestellt, u. zw. ungefähr im heutigen Umfang.
Aber erst Mitte des 4er Jahrhunderts stellen kirchliche Autoritäten endgültig fest, was zum NT gehört.

150 / 360

Alte Bibelübersetzungen

 

Ulfila übersetzt Teile der Bibel ins Gotische (erste germanische Übersetzung)

360-80

Lateinische Bibelübersetzung durch Hieronymus, der nicht nur den griechischen, sondern auch den hebräischen Text zu Grunde legt (Psalmen zweimal übersetzt)

um 400

Der Syrer Tatian fasst die vier Evangelien in einer Evangelienharmonie zusammen, die Nachwirkungen bis in die heutige Zeit hat.

5"

Der angelsächsische Gelehrte Alkuin legt am Hof Karls des Großen in Aachen den richtigen Wortlaut der lateinischen Bibel fest, maßgeblich fürs ganze Mittelalter

um 800

althochdeutsche Übersetzung des Tatian in Fulda

um 830

altniederdeutsche Nachdichtung des Tatian im "Heliand"
(Stabreim "Herz / Hand")

 

Otfried von Weißenburg fasst den Tatian in althochdeutsche Verse
(erstmals der Endreim "Herz  / Schmerz" angewandt).

863-871

Andere Bibelteile werden ins Althochdeutsche übersetzt.

 

Der genaue Bibeltext, neue Übersetzungen

 

Jüdische Gelehrten (Massoreten) legen in Babylonien und Palästina den richtigen Wortlaut der hebräischen Bibel fest und erfinden die Vokalzeichen.
Alle heutigen hebräischen Bibeln beruhen auf dieser Arbeit.
Dagegen benutzen die Samaritaner eine ältere Fassung der Thora ohne Vokale.

800-1000

genaue Abschriften des richtigen Wortlautes

 

maßgebliche Abschrift für den heutigen hebräischen Text (Codex Leningradensis)

1088

Nachdichtung der biblischen Geschichte auf Mittelhochdeutsch: "Die Erlösung"

1300/1320

Deutsche Bibelübersetzungen aus dem Lateinischen

seit 13"

Erste gedruckte Bibel (lateinisch, Gutenberg)

1452-55

Nach dem Fall Konstantinopels bringen griechische Gelehrte ihre Kenntnisse nach Italien. Dadurch wird in Westeuropa wieder die griechische Bibel bekannt.

1453

Luthers deutsche Bibelübersetzung aus dem hbr. und griech. Urtext
Er versucht die Bibel in geläufiges Deutsch zu fassen ("den Leuten aufs Maul schauen"),
- arbeitet im Team,
- ordnet die original griechischen Schriften des AT als "Apokryphen" ein.
- ordnet die Schriften des NT anders an (Hebräer und Jakobus weiter nach hinten),
- hat bis zu seinem Tod die Übersetzung immer wieder überarbeitet
- und legt dies auch der Nachwelt ans Herz.
Luthers Bibelübersetzung wird Vorbild für die neuhochdeutsche Schriftsprache.

ab 1521
(Erstausgabe des NT)

Gleichzeitig übersetzt Zwingli in Zürich die Bibel

ab 1524

weitere deutsche Übersetzungen (z.B. Zinzendorf NT 1739)

 

Entdeckung alter Bibelhandschriften im Orient
Christliche Gelehrte arbeiten bis in unsere Zeit an verbesserten Urtextausgaben, auf denen alle neueren Bibelübersetzungen beruhen.

seit 18"

Mehrere Revisionen der Lutherbibel (1912; 1956/63; 1975; 1984; 2017)
moderne Bibelübersetzungen:
jüdisch: Buber-Rosenzweig (sehr genau, 1926/62)
modern: Die gute Nachricht (seit 1968)
Hoffnung für alle (um 1990)
ökumenisch / katholisch: Einheitsübersetzung (seit 1974)

19"

   

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Übersicht

 

 

 

Datum: 1988 / 2015

Aktuell: 18.10.2017