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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Frieden in der BibelNeues TestamentEvangelistenveröffentlicht in der Mitarbeiterzeitschrift
der Evangelischen Jugend im Dekanat Reinheim |
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Die
Evangelisten setzen jeweils ihre eignen Schwerpunkte zum Thema Frieden: Matthäus, mit dem wir uns bereits
eingehend befasst haben, versteht Jesus hauptsächlich als neuen Gesetzgeber; er
ist dann auch derjenige, der die einschlägigen Jesusworte zum Frieden
ausführlich überliefert. Markus trägt am wenigsten zu
diesem Thema bei; interessant ist immerhin die einzige Stelle 9, 50 Haltet
Frieden untereinander im Anschluss an das Wort vom Salz. Dass Christen das
Salz der Erde sind (Mt 5.13), ist also nach Markus so zu verstehen, dass sie
Friedensstifter sind und selbst Frieden halten! Lukas gebraucht das Wort
"Frieden" am häufigsten (11x), allerdings meist formelhaft und im
allgemeinen Sinne von 'Heil'. Die wichtigste Stelle ist das Gloria 2, 14: Ehre in den Höhen Gott und auf Erden Friede bei den Menschen des
Wohlgefallens. Es ist umstritten, ob dieser Vers aus 2 oder 3 Teilen besteht:
oder wie Luther
Dazu ist außerdem noch Luk 19, 38 (im Zusammenhang des Einzugs) heranzuziehen: "
Hier
stimmt also die Volksmenge mit ähnlichen Worten das Gloria der Engel an. Was hier
die Engel verheißen und die Volksmenge erwartet, ist nicht der politische
Frieden, sondern der Friede mit Gott,
wie aus der Formulierung Menschen des Wohlgefallens und
Friede im Himmel eindeutig hervorgeht. Dennoch
ist Lukas der einzige neutestamentliche Schriftsteller, der auch vom politischen Frieden redet, allerdings
in ganz belanglosen Zusammenhängen: Lk 14, 32 bittet ein König im Gleichnis um Frieden Apg 12, 20 bitten die Einwohner zweier Städte um Frieden. Einzige Ausnahme ist Off 6, 4 vom apokalyptischen Reiter, der den Frieden von der Erde wegnehmen soll, damit die Menschen sich gegenseitig umbringen sollten. Der politische Friede als erstrebenswertes Ziel kommt also im ganzen Neuen Testament nirgends ausdrücklich zur Sprache! Dabei ist freilich zu bedenken, dass es innerhalb des Römischen Reichs keinen Krieg gab. Auch Jesus und die Apostel genossen den Schutz der Pax Romana, des 'römischen Friedens'. "Krieg und Frieden" war also für Jesus nur ein Randthema. Erst mit dem Jüdischen Krieg 66-70 wurde alles anders. Johannes schließlich gebraucht "Frieden" gänzlich im allgemeinen Sinn von "Heil", innerer Friede,
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Datum: 1981 / 2005 Aktuell: 14.07.2006 |
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