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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Biblische Einsichten
zur Rolle der Geschlechter

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Was ist in der Bibel maßgeblich?

1. Was ist der Schöpfungswille Gottes?

2. Wie legt Jesus den Schöpfungswillen Gottes aus?

3. Darf eine Frau Leitungsfunktionen übernehmen?

a. negative Beispiele

b. positive Beispiel

 

3. Darf eine Frau Leitungsfunktionen übernehmen?

Wir erinnern uns:

  •  Die Unterordnung der Frau unter den Mann ist nicht in der Schöpfungsordnung begründet, sondern der Fluch des Sündenfalls, von dem uns Christus nicht nur theoretisch, sondern nachweislich erlöst hat, wie oben gezeigt.

  •  Der Apostel ist nicht über seinem Meister, und der Apostel kann der Frau nicht Unterordnung und Schweigen befehlen, wo der Meister sie als vollwertigen Menschen behandelt und ihr gebietet, die Auferstehung zu verkündigen.

Darf eine Frau nicht nur predigen, sondern auch Leitungsfunktionen übernehmen? Abgesehen von den einschlägigen Unterordnungs-Stellen ist meines Wissens nirgends ausdrücklich verboten, dass Frauen führende Stellungen einnehmen.

Die Bibel selbst gibt uns sogar ein paar Beispiele, wo Frauen das getan haben. Es sind dies:

a. negative Beispiele

wie Isebel, die berüchtigte Frau des nordisraelitischen Königs Ahab (1. Kön 16 ‑ 2. Kön 9) und ihre Schwägerin Athalja, die Frau des judäischen Königs Joram, die nach dessen Tod die Herrschaft an sich riss (2. Kön 11).

Isebel können wir gleich wieder von der Liste streichen, weil sie nur die Frau des Königs war, auf den sie einen unheilvollen Einfluss hatte. Dass so etwas nicht wünschenswert ist, gleichgültig, ob die Frau unter, neben oder über dem Mann steht, versteht sich von selbst. Dass das Umgekehrte auch nicht wünschenswert ist, brauche ich nicht zu schreiben.

Immerhin wird am Beispiel Isebels klar, dass eine Frau ziemlich Einfluss auf den Mann und über den Mann hinaus haben kann. Es wäre ja denkbar, dass sie ihn auch im guten Sinne beeinflusst.

Anders ist es mit Athalja, die das Königsamt an sich gerissen hat und ein äußerst ungünstiges Bild abgibt. Nun werden ja die männlichen Könige in der Bibel auch nicht immer in den höchsten Tönen gelobt. Aber der Fehler dieser Frau war, dass sie männliche Untugenden nachahmt (Ausrottung des judäischen Könighauses) und versucht, auf männliche Art König zu sein, statt ihre Weiblichkeit ins Spiel zu bringen.

b. positive Beispiel

wie Esther und Debora.

Auch Esther können wir gleich wieder von der Liste streichen, denn auch sie war nur die Frau des Königs, hat aber nicht nur einen guten Einfluss auf ihn, sondern macht sogar Politik, lässt ihre Beziehungen spielen und verhindert eine Judenverfolgung. Die Geschichte endet allerdings auch mit einem Gewaltakt, mit der Hinrichtung Hamans und Ausschreitungen der Juden gegen die Perser.

Debora (Richter 4) ist zwar nicht Königin, sondern in vorstaatlicher Zeit Richterin, also Inhaberin des höchsten Staatsamtes, das sonst von Männern ausgeübt wird. Sie sieht sich gezwungen, ihr Volk zu einem Krieg aufzurufen, führt aber nicht selbst das Kommando, sondern überträgt den Oberbefehl einem Mann, dem Barak.

An ihrem Beispiel lässt sich erkennen, wie Frauen politische Verantwortung wahrnehmen können, und zwar nicht dadurch, dass sie einfach die Männer nachahmen, sondern ihre Weiblichkeit ins Spiel bringen:

  • Krieg führen ist keine Frauensache. Man mag sich drüber streiten, ob es Männersache ist, oder ob nicht auch die Männer besser ihre Finger davon lassen.

  •  Wie könnte eine Politik aussehen, wo nicht um die Macht gekämpft, sondern vermittelt und Frieden gestiftet wird, wo nicht bestraft, sondern vergeben, wo nicht Befehle erteilt, sondern Wege gewiesen werden? Dafür gibt es leider nur wenige überzeugende Beispiele.

  • Man sagt von den Sinti, dass bei ihnen alte Frauen in sehr hohem Ansehen stehen. Sie begründen ihre Autorität nicht mit einer Machtposition, die sie errungen haben und gegen andere verteidigen, sondern mit ihrer persönliche Ausstrahlung, mit dem Vertrauen und der Ehrfurcht, die man ihnen entgegenbringt. Sie sind wie Mütter für den ganzen Stamm. Dies schließt nicht aus, dass neben der Stammesmutter auch ein Häuptling was zu sagen hat, aber mit ganz anderen Funktionen und mit "männlichen Mitteln".

Es wäre unserer Zeit viel mit geholfen, wenn die Frauen nicht einfach die Untugenden der Männer nachahmten, angefangen vom Saufen und Rauchen bis hin zum ehrgeizigen Existenzkampf, sondern wenn sie den Mut hätten, wirklich Frauen zu sein.

Jesus geht aber noch einen Schritt weiter. Er sagt nicht: Männer bleibt Männer und Frauen bleibt Frauen, sondern Er verwischt eigentlich die Geschlechtsunterschiede und mutet Männern zu, sich weibliche Tugenden anzueignen.

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Datum: 2005

Aktuell: 25.05.2011