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Warum ich an die
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Wie ist die Formel 1 = 3 aber sonst zu verstehen? Credo, quia absurdum (Ich glaub dran, weil's Unsinn ist) Ist die Lehre von der Dreieinigkeit aber auch biblisch? Die Zweieinigkeit: Gott = Jesus Der Geist als Ersatz für den abwesenden Jesus |
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Unter Beschuss geraten ist mal wieder die kirchliche
Lehre von der Dreieinigkeit Gottes. Sekten wie die Zeugen Jehovas kreiden
der Kirche diese Lehre als unbiblisch an, nichtchristliche Religionen wie
der Islam schütteln nur verständnislos den Kopf oder belächeln nachsichtig
oder besserwisserisch die mangelhaften Mathematikkenntnisse der Christen. MissverständnisseMan könnte diese Formel so verstehen, als seien
Vater, Sohn und heiliger Geist drei Wesen, die unter dem Oberbegriff Gott
zusammengefasst werden, so wie man Kaspar, Melchior und Balthasar zusammen
die "heiligen drei Könige" nennt oder Hunde, Katzen und Bären als
"Raubtiere" zusammenfasst. So hat der Islam die christliche Lehre
verstanden und wirft uns zu Unrecht Vielgötterei vor.
Wie ist die Formel 1 = 3 aber sonst zu verstehen?Bei der Diskussion um die Formulierung ging es nicht
darum, eine neue Lehre von Gott kirchenamtlich durchzusetzen, wie oft
behauptet wird, sondern die inzwischen philosophisch geschulten
christlichen Gelehrten versuchten, die überlieferten christlichen
Vorstellungen auf eine ausgeklügelte Formel zu bringen. 1 = 3, das hört
sich so einfach an und erinnert an Einsteins Weltformel e = mc2
(Energie = Masse mal Lichtgeschwindigkeit im Quadrat): eine einfache
Formel aus wenigen Zeichen, die aber kaum jemand versteht. Personhat heute ungefähr die Bedeutung von
'unverwechselbares Individuum, Träger von Rechten und Pflichten'. WesenWenn wir heute Wesen hören, denken an den 'Charakter'
oder an 'ein Ding, das lebt,' und sagen etwa "sie hat ein gutmütiges
Wesen" oder bilden die Zusammensetzung Lebewesen. Versuchen wir also, die alte Formel "ein Wesen, drei Personen" in unsere heutige Begriffssprache zu übersetzen, so müssten wir formulieren: "Gott ist zwar eine einheitliche Person, aber er hat im Laufe der Weltgeschichte drei verschiedene Rollen gespielt":
Wenn wir das so betrachten, klingt das nicht mehr nach philosophischen Spitzfindigkeiten, die kein Mensch versteht, sondern dann ist das die bekannte Meinung der Bibel. Das Problem liegt also lediglich darin, dass die Formel 1 = 3 unverständlich ist und die Begriffe "Wesen" und "Person" heute etwas anderes bedeuten. Diesen Bedeutungswandel können wir aber den Theologen der Alten Kirche nicht anlasten. Sie haben umgekehrt mit ihrer neuen Begriffsbildung dem abendländischen Denken einen wichtigen Dienst geleistet. Credo, quia absurdum (Ich glaub dran, weil's Unsinn ist)Überzeugend unlogischIch liebe übrigens diese Formel, weil sie der
genialste Ausdruck dafür ist, dass Gott nicht einfach in unsere
menschlichen Gehirne passt und auch mit der spitzfindigsten Philosophie
nicht zu begreifen ist. Die Formel ist "absurd", so richtig, dass sie
falsch ist. Im Islam ist alles logisch und einfach; auch Allah ist leicht
zu begreifen. Da ist für solche Widersprüche kein Platz. Das ist mir zu
billig. Gott lässt sich nicht auf einen mathematischen oder logischen
Nenner bringen. Das zeigt die geniale Dreieinigkeitsformel 1 = 3. Ist die Lehre von der Dreieinigkeit aber auch biblisch?Christliche Gegner der Dreieinigkeitslehre haben immer wieder drauf hingewiesen, dass dieser Glaube in der Bibel nicht verankert sei. Ich gebe ja selbst zu, dass die Formel erst im 3er-Jahrhundert geprägt wurde. Aber nicht ohne Rückhalt in der Bibel: Johannes:Die Zweieinigkeit: Gott = JesusJohannes 10,30 sagt Jesus: "Ich und der Vater sind
eins." Das ist nicht etwa eine willkürlich herangezogene Bibelstelle (man
kann, wenn man will, mit Bibelversen ja alles beweisen), sondern die
durchgängige Meinung des Johannesevangeliums, die an dieser Stelle nur zu
einer Formel zusammengefasst ist. Damit meint Jesus weder "Ich bin ein
Gott" noch "Gott und ich sind einig, einer Meinung", sondern ähnlich wie
später die Dreieinigkeitslehre: "Ich bin eine Erscheinungsform Gottes,
nämlich das Mensch gewordene Schöpfungswort Gottes" (siehe Johannes 1,14) Der Geist als Ersatz für den abwesenden JesusEbenfalls im Johannesevangelium (14,16; 15,26; 16,7)
ist vom heiligen Geist die Rede, der hier Beistand (Luther: Tröster)
genannt wird. Grundgedanke ist: Jesus muss von den Jüngern Abschied
nehmen. Sie sind aber nicht allein gelassen, sondern an die Stelle ihres
irdischen, sichtbaren Meisters tritt der heilige Geist, der den verwaisten
Jüngern helfend zur Seite steht. "Gott ist Geist."Womit nachgewiesen ist, dass die Grundgedanken der späteren Dreieinigkeitslehre schon im Johannesevangelium enthalten sind, wenn auch noch nicht so ausformuliert wie im 3er-Jahrhundert. Mose: "Höre Israel: Jahwe, dein Gott; Jahwe / Einer"Der Himmel ist voll.5. Mose 6,4: Mit diesen Worten beginnt das jüdische
Glaubensbekenntnis. Der Text ist nicht leicht zu verstehen, weil im
Hebräischen das ist weggelassen wird, so dass wir hier beim Übersetzen
nicht wissen, wo's hingehört. Ich habe daher bei der obigen Übersetzung
versucht, die hebräischen Satzzeichen in deutsche umzusetzen. Gemeint
ist wahrscheinlich: "Jahwe, dein Gott, (ist) ein einziger, einheitlicher
Jahwe". Im Himmel ist trotzdem Platz.Ich stelle mir das vor wie bei einem Meer. Dort können wir verschiedene
Wellen beobachten. Fachleute haben ihnen auch unterschiedliche Namen
gegeben wie Welle, Woge, Brandung, Dünung, Brecher, Seegang, und doch sind
diese Wellen nur Erscheinungsformen desselben Elementes H2O, genauso wie
die Eisschollen und Eisberge des Nordmeeres oder der Wasserdampf, der oft
sichtbar als Nebel über dem Meer liegt. Auch das Wasser erfüllt die
Ozeanbecken in einer Menge, dass eigentlich nichts anderes darin Platz
haben kann. Auch "das Wasser der Meere, o Seemann, ist H2O / Eines",
müssten wir das Mosewort umformulieren, um es auf unser Beispiel
anzuwenden. |
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Sprachecke 24.05.2011 |
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Datum: 1995 / 2005 Aktuell: 17.05.2013 |
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