Startseite | Religion | Sprachwissenschaft | Logische Wissenschaft | Geschichte | Humanwissenschaft | Naturwissenschaft | Kulturwissenschaft | Kulturschöpfungen

Quellen | Bibelwissenschaft | Systematische Theologie | Religionswissenschaft | Praxis

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Die Lebensdaten Jesu

Auszug aus meinem Jesusbuch

Email:

I. Geburt

1. Das angebliche Geburtsdatum: 24./25. Dezember 1 v. Chr.

2. Das tatsächliche Geburtsdatum

3. Geburtsort

4. Geboren in einer Höhle?

II. Tod

1. Das Todesjahr

2. Tod am Karfreitag

3. Wann fiel der Vortag des Passafestes auf einen Freitag?

4. Sterbeort

III. Angehörige

1. Die Überlieferung

2. Das ökumenische Problem

3. Jesus, der Sohn Davids

4. Die beiden Stammbäume

5. War Jesus verheiratet?

IV. Beruf

1. Zimmermann

2. Rabbiner

3. Zimmermann und Rabbiner?

 

I. Geburt

1. Das angebliche Geburtsdatum: 24./25. Dezember 1 v. Chr.

Der römische Abt Dionysius Exiguus hatte eigentlich weiter nichts vor, als eine Tabelle aufzustellen, aus der man den Termin des Osterfestes entnehmen konnte. Dazu musste er die Jahre datieren. Bisher hatte man die Jahre nach dem römischen Kaiser und Christenverfolger Diocletianus gezählt. Dionysius hatte die Idee, die Jahre statt nach dem Tyrannen nach der Geburt Christi zu zählen und setzte das 248. Jahr von Diocletianus mit dem 532. Jahr “unseres Herrn” gleich. Er hatte für die Datierung keinerlei Anhaltspunkte, außer dass die Geburt Christi etwa 500 Jahre her sein musste. Trotzdem hat er auf 10 Jahre genau den Zeitpunkt richtig getroffen.

Seit der Mitte des 3er Jahrhunderts (wohl seit 354) wurde in Rom der Geburtstag Jesu am 25. Dezember gefeiert. Dieser Tag galt bis etwa 1700 auch als Beginn des neuen Jahres. Die alte Meinung ist also: Jesus wurde in der “Neujahrsnacht” vom 24. auf 25. Dezember geboren. Der 24. Dezember war noch im Jahr 1 v. Chr., der 25. Dezember schon im Jahr 1 n. Chr. Es gibt also nur den Zeitpunkt 0 (Jahreswechsel und Geburt Christi), nicht das Jahr 0. Der Jahreswechsel war wohl eher bei Sonnenuntergang als um Mitternacht.

Nach unseren Begriffen aber gehörte der 25. Dezember noch zum Jahr 1 v. Chr., sodass wir als angebliches Geburtsdatum den 24./25. Dezember 1 v. Chr. nennen müssen.

2. Das tatsächliche Geburtsdatum

a. Tag und Monat

Die biblische Überlieferung gibt keinerlei Anhaltspunkte, noch nicht mal über die Jahreszeit. In Bethlehem kann es im Winter empfindlich kalt werden; also scheint es unwahrscheinlich, dass die Hirten im Dezember ihre Herden im Freien weideten, wie Lukas berichtet. Manche Forscher behaupten allerdings, in den so genannten Hirtenfeldern bei Bethlehem sei es so mild, dass man dort auch im Winter Schafe weiden könne.

b. Geburtsjahr

Der Zeitpunkt 0 ist willkürlich gewählt. Die Evangelien machen folgende Angaben:

Matthäus: [1] Jesus wurde zur Zeit des Königs Herodes geboren, der 4 v. Chr. starb. Ähnlich Lukas: [2] Der Engel kündigt dem Zacharias die Geburt von Johannes dem Täufer an. Dies geschah zur Zeit des Königs Herodes. Johannes soll nach Lukas 6 Monate älter als Jesus gewesen sein.

Ob der von Matthäus erwähnte Stern von Bethlehem mit dem dreimaligen Zusammentreffen der Planeten Jupiter und Saturn im Zeichen der Fische im Jahr 7 v. Chr. zusammenhängt, scheint mir mehr als fragwürdig. Eine solche Planetenkonstellation wiederholt sich in größeren Abständen, was den damaligen Astrologen bekannt war. Die beiden Sterne standen auch nicht so nahe zusammen, dass man sie für einen Stern halten musste; jedenfalls müsste ein Sternkundiger doch gewusst haben, dass es sich um zwei Planeten handelte. Matthäus scheint eher an einen auffallenden Einzelstern gedacht zu haben und hatte wohl keine genaueren Vorstellungen. Selbst wenn man mit Sicherheit sagen könnte, was der Stern von Bethlehem war und wann er erschienen ist, könnten wir daraus doch nicht das Geburtsjahr Jesu erschließen. Denn Matthäus meint, Jesus könnte schon zwei Jahre alt gewesen sein, als die Weisen nach Bethlehem kamen. [3] Das Jahr 9 v. Chr. scheint mir aber doch ein bisschen sehr früh.

Lukas [4] dagegen bringt die Geburt Jesu mit der Steuerschätzung des Quirinius in Zusammenhang, die uns auch von Josephus überliefert ist. Diese erste Steuererhebung in Judäa erfolgte aber im Jahr 6 n. Chr., was wiederum viel zu spät ist. Oder hat Lukas an eine allgemeine römische Maßnahme im Jahr 7/6 v. Chr. gedacht? Diese Annahme, welche von vielen Gelehrten vertreten wird, scheint mir aus dem Bedürfnis hervorzugehen, die neutestamentlichen Angaben miteinander in Einklang zu bringen. Lukas redet aber eindeutig von der allerersten Steuerschätzung unter Quirinius. Diese war zweifellos im Jahr 6 n. Chr.

Also hat sich Lukas bei seiner Datierung geirrt. Die Steuerschätzung ist zwar der Grund für die Reise nach Bethlehem. Sie wird aber in der Folge nicht mehr erwähnt. Sie ist auch nicht nötig, um die Geschichte mit der Krippe, den Hirten und der Darstellung im Tempel zu verstehen. Was Lukas schreibt, ist also weiter nichts als ein Datierungsversuch. Es gab ja noch keine allgemein gültige Jahreszählung. Die Steuerschätzung war wegen der damit verbundenen Aufstände noch zur Zeit von Lukas in Erinnerung. Das ist etwa so, wie wenn wir ein Ereignis im Leben unsrer Urgroßeltern in die Zeit des 1. Weltkriegs datieren – ungefähr; es kann auch 1910 oder 1920 gewesen sein.

Lukas: [5] Johannes der Täufer begann im 15. Jahr der Herrschaft des Tiberius = 29/30 n. Chr. Jesus wurde von Johannes getauft und begann seine Tätigkeit nach der Gefangennahme des Täufers [6] im Alter von ungefähr 30 Jahren. Er wäre also ungefähr “um Christi Geburt” geboren, wobei es auf ein paar Jahre früher oder später nicht ankommt.

Johannes: [7] Jesus war zur Zeit seines Wirkens noch keine 50 Jahre alt. Die Auskunft ist gegenüber den bisher genannten Angaben sehr ungenau und daher nichts sagend.

c. Wann wurde also Jesus geboren?

Die Bibel lässt noch nicht einmal erkennen, in welcher Jahreszeit Jesus geboren wurde und hat auch nur ungenaue Vorstellungen über das Geburtsjahr:

  • in den letzten Regierungsjahren des Königs Herodes (gestorben 4 v. Chr.)

  • bei der Steuerschätzung des Quirinius (6 n. Chr.)

  • sagen wir “um Christi Geburt”.

3. Geburtsort

Matthäus 2: Jesus wurde in Bethlehem geboren. Auf Weisung eines Engels rettete sich die heilige Familie vor dem Kindermord nach Ägypten und siedelte nach dem Tod des Herodes aus Furcht vor dem Herodessohn Archelaus nach Nazareth über. [8]
 

 

[1] Matthäus 2,1

[2] Lukas 1,5

[3] Matthäus 2,16

[4] Lukas 2,1.2

[5]Lukas 3,1.23

[6] Markus 1,14

[7] Johannes 8,57

   

[8] Die Bedrohung des neu geborenen Helden durch einen Tyrannen ist ein häufiges Sagenmotiv, das wir z.B. auch bei Romulus und Remus, Mose oder auch im Märchen vom Glückskind bei den Gebrüdern Grimm finden. Bei Mose motiviert der Hass des Pharao die Tötung aller neu geborenen hebräischen Buben. Eine Flucht der Eltern ist in diesem Sagenmotiv aber nicht vorgesehen, vielmehr wird das Heldenkind in allen drei Geschichten in einer schwimmenden Arche ausgesetzt, von fremden Leuten aufgefunden und groß gezogen. Da die Flucht der Eltern nicht zum Sagenmotiv gehört, könnte ein vorübergehender Aufenthalt der heiligen Familie in Ägypten historisch sein. Selbstverständlich ist auch der spätere Wohnort Nazareth historisch.

Die Kindheitsgeschichte des indischen Helden Krishna hat sehr große Ähnlichkeiten mit der Geschichte von Jesus: Auch er ist eine Inkarnation Gottes. Auch sein Leben wird schon als Säugling von einem bösen König bedroht, der wie der griechische Kronos alle älteren Brüder töten lässt. Nur durch ein himmlisches Eingreifen kann Krishna gerettet werden: Er wird in einer Hirtenfamilie untergebracht. Daraufhin lässt der Tyrann alle kleinen Kinder des Hirtenvolks töten. Aber Krishna überlebt trotzdem, verübt wie Romulus und Remus allerlei Streiche, kehrt wie diese schließlich zurück und tötet den Despoten.

   


Lukas 1+2: Josef und Maria wohnen in Nazareth, müssen wegen der Steuerschätzung vorübergehend nach Bethlehem, wo Jesus geboren wird, und kehren bald nach der Geburt wieder nach Nazareth zurück.

Markus berichtet überhaupt nichts über die Geburt und weiß nur, dass Jesus von Nazareth nach Kapernaum übersiedelte. [9] Merkwürdigerweise nennt der Abschnitt über die “Verwerfung in Nazareth” nicht den Namen des Dorfes, sondern redet allgemein nur von der Vaterstadt. [10]

Auch Johannes schweigt sich über die Geburt Jesu aus, weiß offenbar nichts von Bethlehem und wundert sich, dass »aus Nazareth Gutes kommen« soll. [11]

Bethlehem als Geburtsort kommt also nur in den Geburtsgeschichten von Matthäus und Lukas vor. Matthäus selbst macht darauf aufmerksam, dass die Geburt des Messias in Bethlehem schon von Micha [12] geweissagt wurde. [13] Ist also der Geburtsort nicht historisch überliefert, sondern aus der Weissagung erschlossen? Dafür würden die unterschiedlichen Verknüpfungen mit Nazareth bei Matthäus und Lukas sprechen.

4. Geboren in einer Höhle?

Dass Jesus in einem Stall geboren wurde, steht nicht in der Bibel, sondern ist erschlossen aus der Krippe. Wörtlich heißt es »…und legte ihn in die (nicht: »eine«) Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge…« [14] Das liest sich so, als ob Lukas eine bestimmte Vorstellung von diesem Futterbehälter gehabt habe.

Für die Herberge gebraucht er hier ein anderes Wort als bei der Geschichte vom Barmherzigen Samariter. Dort ist tatsächlich an eine Art “Gasthaus” mit einem “Wirt” gedacht, während hier wohl einfach gemeint ist: Da, wo Maria untergekommen war, gab es kein Babybett, sondern eben nur die Krippe.

Tatsächlich zeigt man in Bethlehem unter der Geburtskirche eine Höhle, in der Jesus geboren sein soll. Die Krippe besteht heute aus Marmorplatten. Ursprünglich aber soll sie aus Lehm gewesen sein. So berichtet uns der Bibelübersetzer Hieronymus, der im 3er Jahrhundert in Bethlehem gelebt hat, als die Geburtskirche gebaut wurde.

Die Höhlentradition ist aber noch älter und geht wohl mindestens bis ins 1er Jahrhundert zurück. Als die Römer nach dem 2. Jüdischen Krieg im Jahr 135 n. Chr. alle Judäer vertrieben und aus Jerusalem die heidnische Stadt Aelia Capitolina machten, errichteten sie über der Höhle in Bethlehem einen Adonistempel. Das macht wahrscheinlich, dass sich dort bereits vorher ein Heiligtum befand, möglicherweise also eine christliche Gedenkstätte an die Geburt Jesu. Das wäre ein starkes Argument, dass Jesus wirklich in Bethlehem geboren ist.

Nun hat die Höhle allerdings auch einen deutlichen symbolischen Gehalt. Sie ist das Sinnbild des Mutterleibes. Merkwürdigerweise wurde Jesus ja auch – historisch gut bezeugt und glaubwürdig – in einer Höhle begraben. Das schwächt wiederum ein bisschen die Überzeugungskraft der Höhlentheorie.

II. Tod

Im Unterschied zur Geburt lässt sich der Tod Jesu genauer datieren:

1. Das Todesjahr

a. Die chronologischen Angaben der Evangelien

Johannes: [15] »Der Tempel ist in 46 Jahren erbaut worden«, soll wohl kaum heißen, dass die Baumaßnahmen unter Herodes 46 Jahre gedauert hätten. [16] Eher will Johannes sagen: Jesus hat 46 Jahre nach dem Beginn des Neubaus (20/19 v. Chr.) den Tempel gereinigt, also im Jahr 26/27 n. Chr. Da Jesus nach Johannes vor seinem Tod zweimal zum Passa in Jerusalem war, wäre er im Jahr 29 oder 30 gekreuzigt worden.

Dagegen Lukas: [17] Johannes der Täufer begann seine Tätigkeit im Jahr 29/30 n. Chr. Er taufte Jesus und wurde gefangen genommen und enthauptet (was Lukas übergeht). Jesus begann nach der Gefangennahme des Täufers zu predigen [18] und wurde nach nur einjähriger Tätigkeit gekreuzigt. Da kaum anzunehmen ist, dass Johannes schon im Jahr 29 gefangen genommen wurde, bleibt für seine Tätigkeit ein Spielraum von mehreren Jahren, sodass Jesus mit seiner Wirksamkeit erst nach 30 begonnen hätte.

b. Sonnenfinsternis im Todesjahr?

Markus berichtet von einer dreistündigen Finsternis, die dem Tod Jesu vorausging. [19] Ähnlich Matthäus und Lukas. Johannes weiß nichts davon.

Aus astronomischen Gründen ist eine Sonnenfinsternis nur bei Neumond möglich; Passa aber fällt auf Vollmond. Daher kann zur Zeit des Todes Jesu keine Sonnenfinsternis gewesen sein. Es ist dann aber müßig, nach anderen Gründen für die Finsternis zu suchen (etwa im Zusammenhang mit einem Unwetter). Dann hätte Matthäus Recht, der den Tod Jesu als eine Art Weltuntergang versteht, bei dem die Sonne ihren Schein verliert, die Erde erbebt und die Gräber sich öffnen. [20] Die Sonnenfinsternis wäre demnach kein historisches Ereignis, sondern wie das Erdbeben eine Glaubensaussage.

Auch die dreistündige Dauer der Finsternis nach Markus ist nicht historisch zu sehen, sondern gehört in den Zusammenhang seiner liturgischen Gliederung der gesamten Karwoche von Palmsonntag bis Ostern. Der Karfreitag wird in dreistündige Perioden aufgeteilt: 6:00 Jesus vor Pilatus – 9:00 Kreuzigung – 12:00 Beginn der Finsternis – 15:00 Tod – 18:00 Beisetzung. [21]

Trotzdem ist es nicht undenkbar, dass wenigstens im Kreuzigungsjahr eine Sonnenfinsternis war. Nach einer antiken Nachricht war im 4. Jahr der 202. Olympiade = 33 n. Chr. eine totale Sonnenfinsternis, bei der man in der 12. Stunde = am Mittag die Sterne sehen konnte. [22] Das kann aber nur in dem Jahr gewesen sein, in dem Jesus starb, nicht an dem Tag. Wenn man bedenkt, dass die Evangelien erst Jahrzehnte danach geschrieben wurden, wäre ein solcher Irrtum zu verzeihen. Man hätte also nur noch gewusst, dass Jesus in dem Jahr starb, als die Sonnenfinsternis war.

c. Der zerrissene Vorhang

Nach Markus soll der Vorhang im Tempel nach dem Tod Jesu entzwei gerissen sein. [23]

Auch die jüdische Überlieferung weiß von merkwürdigen Ereignissen, die sich am Tempelgebäude abgespielt haben:

Josephus: [24] An Passa 66 n. Chr. ging um Mitternacht das schwere Tempeltor von selbst auf und war kaum wieder zu schließen.

Eine andere Überlieferung [25] datiert mehrere merkwürdige Begebenheiten im Tempel, darunter auch das selbstständige Öffnen des Tores 40 Jahre vor der Zerstörung = 30 n. Chr. Diese Notiz verbindet wohl mehrere, voneinander unabhängige Geschehnisse, die nicht alle im selben Jahr gewesen sein müssen. Immerhin ist wahrscheinlich, dass um das Jahr 30 wirklich etwas Merkwürdiges im Tempel vorgefallen ist.

2. Tod am Karfreitag

Alle Evangelien sind sich einig, dass Jesus an einem Freitag zu Beginn des Festes der ungesäuerten Brote gekreuzigt wurde.

a. Das jüdische Passafest

beginnt in der ersten Vollmondnacht im Frühling. Als Stichtag gilt der 14. Tag nach Erscheinen der neuen Mondsichel.

In dieser Nacht feiern die Juden das Passamahl, das nach Anbruch der Dunkelheit beginnt und etwa um Mitternacht abgeschlossen ist. Zur Zeit Jesu mussten die Passalämmer im Tempel geschlachtet und das Mahl in Jerusalem eingenommen werden.

An diesen “heiligen Abend” schließt sich eine Festwoche an, in der nur ungesäuertes Brot (Matzen) gegessen wird. Der erste und letzte Tag der Festwoche sind Feiertage mit Gottesdienst und Arbeitsruhe.

Uneinig sind sich die drei Evangelisten aber in der genaueren Datierung:

b. Markus: Kreuzigung am 1. Feiertag

Markus und in seinem Gefolge Matthäus und Lukas stellen die Passionsgeschichte so dar, als habe Jesus am Gründonnerstag ein Passamahl gefeiert. Das würde aber bedeuten, dass er am 1. Feiertag der Festwoche gekreuzigt wurde, und das ist unwahrscheinlich. Wahrscheinlich hatte also der Heidenchrist Markus keine genaueren Informationen und nahm irrtümlich an, das letzte Mahl Jesu sei ein Passamahl gewesen.

c. Johannes: Kreuzigung am Tag vor dem 1. Feiertag

Der Judenchrist Johannes dagegen gibt an, die Gegner Jesu wollten sich am Freitagmorgen nicht verunreinigen, damit sie das Passamahl essen könnten, [26] das also erst am Freitagabend war. Außerdem sei der Karsamstag ein »hoher Festtag« gewesen, [27] d.h. zugleich Sabbat und 1. Feiertag. Diese Information scheint mir glaubwürdiger, sodass wir annehmen müssen, dass Jesus am Tag vor dem 1. Feiertag gekreuzigt wurde.

3. Wann fiel der Vortag des Passafestes auf einen Freitag?

Wir bräuchten also nur zu fragen: Wann war in der fraglichen Zeit Frühlingsvollmond in der Nacht von Freitag auf Samstag? Rein astronomisch könnte das der 3./4. April 33 gewesen sein, sodass wir als Todesdatum Jesu den Nachmittag des 3. April 33 annehmen müssten.

Tatsächlich ist die Frage aber nicht so einfach zu beantworten. Denn das Passadatum wurde nicht mit wissenschaftlicher Exaktheit festgelegt, sondern nach dem Sichtbarwerden der neuen Mondsichel errechnet; das kann je nach Sichtverhältnissen ein Tag früher oder später gewesen sein. Dann kämen wir auf einen anderen Termin und damit auch auf ein anderes Jahr. Außerdem herrschte bei der Festlegung des Termins eine gewisse Willkür. Und schließlich hatten die Pharisäer, Sadduzäer und Qumranleute unterschiedliche Berechnungsregeln, sodass sie tatsächlich wohl an verschiedenen Tagen gefeiert haben. Das konnte für die praktische Durchführung des Festes nur recht sein, denn so ließen sich die vorhandenen Möglichkeiten (Personaleinsatz im Tempel beim Schlachten der Lämmer, Angebot an Räumen zum Feiern) besser nutzen. Für uns aber erschweren diese verschiedenen Rechenmethoden die Datierung des Todes Jesu, sodass der 3. April 33 nur eine unter mehreren Möglichkeiten ist. [28]

4. Sterbeort

Wo heute in Jerusalem die Grabeskirche steht, fand man bei Aufräumungsarbeiten im 3er Jahrhundert in einer Zisterne Reste von Kreuzen. Helena, die Mutter von Kaiser Constantinus, war damals gerade in der Heiligen Stadt und war davon überzeugt, dass man das “wahre Kreuz Christi” gefunden habe. Das war der Grund, weshalb man über einem Felsen in der Nähe die Grabeskirche errichtete. Auf dem Rest des Felsens zeigt man heute die Stelle, wo das Kreuz Jesu gestanden haben soll; ein paar Meter weiter erinnert unter dem Dach der Grabeskirche eine kleine Kapelle an das heilige Grab, das im Laufe der vielen Kriege, die darum geführt wurden, zerstört wurde. Man kann aber unter der Grabeskirche heute noch Höhlengräber aus dem Basisjahrhundert besichtigen. Es gibt eigentlich keinen Grund zu zweifeln, dass das die Stelle ist, an der Jesus gekreuzigt und begraben wurde.

Viele Amerikaner sind allerdings anderer Meinung. Sie halten einen Felsen in der Nähe des Damas­kus­tores für den richtigen Ort. Dort befindet sich auch das so genannte Gartengrab, das allerdings erst aus byzantinischer Zeit stammen soll. Der Felsen hatte früher tatsächlich die Form eines Totenschädels [29] mit zwei deutlichen Augenhöhlen. Sicher ist der idyllische Garten ein besinnlicherer Ort als die überlaufene und verbaute Grabeskirche.

III. Angehörige
Sprachecke 17.12.2013

1. Die Überlieferung

Paulus, der älteste Autor Neutestamentliches Schriften, erwähnt im Galaterbrief »Jakobus, des Herrn Bruder«. [30] Dieser war seit etwa 44 Leiter der Gemeinde in Jerusalem und wurde 64 von fanatischen Judäern gelyncht.

Johannes weiß nur, dass Jesus Brüder und selbstverständlich eine Mutter hatte, [31] deren Namen er aber nirgends erwähnt.

Die genausten Angaben finden wir bei Markus »Ist dieser nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern bei uns?« [32] Das muss ein unbefangener Leser so verstehen, dass Maria mindestens 5 Söhne und 2 Töchter hatte.

Der Vater Josef wird nur in den Kindheitsgeschichten in den ersten beiden Kapiteln von Matthäus und Lukas genannt und erscheint zum letzten Mal in der Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel. [33] Möglicherweise ist er also kurz danach gestorben, sodass er zur Zeit der öffentlichen Wirksamkeit Jesu schon in Vergessenheit geraten ist. Maria aber hat Jesus überlebt, wie wir aus der Apostelgeschichte erfahren, wo sie neben den Brüdern zum Kern der nachösterlichen Gemeinde zählt. [34]

2. Das ökumenische Problem

Ein unbefangener Leser wird also annehmen: Josef und Maria hatten insgesamt sieben Kinder, von denen Jesus der älteste war. [35]

Ich bin mit dieser naiven Annahme allerdings bei Katholiken mehrmals auf erbitterten Widerspruch gestoßen: Die so genannten Brüder und Schwestern seien nicht Kinder von Maria, sondern von Josef aus erster Ehe gewesen. So wird das bereits im apokryphen Evangelium des Jakobus erzählt: [36] Maria sei im Alter von zwölf Jahren [37] mit dem verwitweten Josef verlobt worden, der schon Söhne hatte und alt war, also eigentlich nicht mehr nötig hatte zu heiraten. Einziger Zweck dieser Scheinehe sei gewesen, die Jungfrauschaft der Maria zu schützen.

Damit wird auch das Interesse deutlich, das hinter der alten Legende und der heutigen katholischen Auffassung steht: Wenn Maria immer währende Jungfrau war – also auch nach der Geburt Jesu, dann kann sie keine weiteren Kinder gehabt haben, dann können die so genannten Brüder Jesu nicht ihre Kinder sein.

3. Jesus, der Sohn Davids

Für Paulus steht die Bezeichnung Sohn Davids im Gegensatz zum Sohn Gottes. Das eine bezeichnet die irdische Herkunft Jesu, das andere eine Würde, die Jesus durch die Auferstehung gewonnen hat. [38] Das ist so ziemlich das Äußerste, was Paulus über den irdischen Jesus außer seiner Kreuzigung sagen kann und will. Im älteren 2. Korintherbrief [39] weigert er sich, sich für den irdischen Jesus »nach dem Fleisch« zu interessieren, weil durch Christus alles neu geworden ist.

Paulus versteht also Sohn Davids als ein wirkliches Verwandtschaftsverhältnis. Dass Jesus wirklich ein Nachkomme des alten Königs war, wird wiederum von manchen heutigen Gelehrten bestritten. Sie weisen darauf hin, dass man von dem Messias erwartete, dass er Mitglied der Königsfamilie, sozusagen von Hochadel war.

Johannes zitiert das damalige Dogma, wonach der Messias »aus dem Geschlecht Davids und aus dem Ort Bethlehem« kommen solle, [40] was die zum Glauben bereite Bevölkerung in Verwirrung setzt, weil Jesus doch bekanntermaßen aus Galiläa stammt. Johannes kennt also zwar das Dogma. Er weiß aber nichts davon, dass Jesus die Voraussetzungen erfüllt, um als Messias anerkannt zu werden. Ist das nur mangelnde Kenntnis (der Evangelist weiß ja auch sonst sehr wenig) oder war Jesus wirklich nicht aus Bethlehem und kein Nachkomme Davids?

Markus [41] stellt mit schriftgelehrter Spitzfindigkeit in Frage, dass der Messias Davids Sohn ist: David hat den 110. Psalm verfasst, den man damals auf den Messias bezog. Wenn nun der Messias Davids Sohn wäre, dann stünde David ja über dem Messias. Nun aber schreibt David: »Der Herr sprach zu meinem Herrn ...« [42] Wie kann er dann aber seinen Nachkommen seinen Herrn nennen und damit über sich selbst stellen? [43] Interessant ist, dass hier Jesus selbst seine Herkunft von David in Frage stellt. [44] Da hinter diesem Wort die Autorität Jesu steht, müssen wir bezweifeln, dass Sohn Davids ein wirkliches Verwandtschaftsverhältnis bezeichnet und nicht bloß ein Zubehör zum Messiastitel ist.

4. Die beiden Stammbäume

Matthäus [45] und Lukas [46] überliefern zwei Stammbäume Josefs, die in unterschiedlicher Weise auf David zurückführen: Matthäus auf die regierende Herrscherfamilie und Lukas auf eine Seitenlinie, was glaubwürdiger klingt.

Der frühchristliche Historiker Eusebius (3er Jahrhundert) bekommt das Kunststück fertig, beide Stammbäume durch den jüdischen Brauch der Schwagerehe miteinander in Einklang zu bringen. Wenn ein Mann kinderlos stirbt, so muss sein nächster männlicher Verwandter die Witwe heiraten. Das erste Kind gilt als Kind des Verstorbenen. So habe es zweimal unter den Vorfahren Jesu eine Schwagerehe gegeben, sodass der eine Stammbaum die biologischen Vorfahren, der andere die gesetzmäßigen aufzählen würde.

5. War Jesus verheiratet?

Über den Familienstand Jesu ist absolut nichts überliefert.

a. Es spricht nichts dafür, dass er unverheiratet war.

Normalerweise hat ein gesunder Jude die religiöse Pflicht zu heiraten und Kinder zu zeugen. Es ist auch nicht üblich, dass ein Witwer ledig bleibt. Aber Paulus und die Mönche von Qumran waren ehelos aus Überzeugung.

Auch der überzeugte Junggeselle Paulus kann keine Überlieferung ins Feld führen, dass Jesus wie er selbst unverheiratet gewesen wäre und damit den Christen ein Vorbild gegeben hätte, so zu leben wie der Apostel. [47]

b. Es spricht aber auch nichts dafür, dass er verheiratet gewesen wäre.

Wenn es eine Frau Jesu gegeben hätte oder wenn Jesus Kinder gehabt hätte, so hätte man doch etwas von ihnen hören müssen. Bei dem Kult, den man heute noch mit Maria treibt, und bei dem Ansehen, das die Brüder des Herrn genossen, wäre es unverständlich, wenn die Frau Jesu so stillschweigend in Vergessenheit geriet.

c. Weil wir gar nichts wissen, müssen wir annehmen, dass Jesus wenigstens die letzten Jahre unverheiratet war.

Damit ist nicht ausgeschlossen, dass er als junger Mann eine Frau hatte, die dann aber früh gestorben sein müsste. Ganz ausgeschlossen ist dagegen, dass Jesus geschieden war. Er war nämlich gegen die Scheidung.

d. Eine leibfeindliche Haltung – was steckt dahinter?

i Wegen der »Not der Zeit« lieber nicht heiraten

Die herkömmliche Meinung ist: Jesus war unverheiratet. Dem entspricht offenbar ein Trend der damaligen Zeit: Auch Paulus war ja ledig und außerbiblische Nachrichten behaupten, Johannes sei sein Leben lang “jungfräulich” geblieben. [48] Dem entspricht ja auch das Bedürfnis, dass Maria nicht nur bei der Geburt Jesu, sondern “immer währende Jungfrau” gewesen sei, ja dass sie sogar ohne Sünden empfangen worden sei.

Einer der Gründe, die zu dieser Leib und Lust verneinenden Haltung führte, erfahren wir von Paulus: »Um der kommenden Not (des Weltuntergangs) willen sei es gut für den Menschen, ledig zu sein.« [49] Wenn man jederzeit damit rechnen muss, dass Christus wiederkommt und das Jüngste Gericht beginnt, hat man für Familienplanung und Fleischeslust keinen Sinn.

ii Vermehrung des Glaubens nicht durch Biologie, sondern durch Mission

Dazu kommt aber noch ein anderer Gedanke, der den ersten Christen vielleicht gar nicht bewusst war und der sich unbewusst bis in die heutige Zeit im katholischen Zölibat erhalten hat: Israel und das Judentum sind keine Religion wie Christentum oder Islam, sondern ein Volk mit einer bestimmten Religion und Kultur. Der Glaube an den einen Gott war tausend Jahre lang an die Zugehörigkeit zu dem einen Volk gebunden und allein durch natürliche Vermehrung erhalten und verbreitet. Deshalb ist es bei den Juden heute noch religiöse Pflicht, Kinder zu zeugen, damit Religion und Volk erhalten bleiben.

Das Christentum aber hat sich nicht durch biologische Vermehrung, sondern durch Mission, d.h. durch Export von Gedanken, verbreitet, also nicht durch einen körperlichen, sondern durch einen geistigen Vorgang. Da ist also auf einmal der Geist vom Körper abgekoppelt und zu einer selbstständigen Größe geworden. Da sind auf einmal nicht mehr die Gene für den Fortbestand der Menschheit wichtig, sondern Gedanken und Ideen, geistige Konzeptionen. Vielleicht hat es das Umdenken erleichtert, wenn die Geistlichen auf sexuelle Betätigung und Ehe verzichten mussten. Sie sollten keine Kinder zeugen, sondern andere Menschen überzeugen. [50]

iii Sich ausleben oder geistig betätigen

Heute wird allgemein die Meinung vertreten: Wer sich nicht auslebt, ist verklemmt oder sogar neurotisch. Die Christen früherer Zeiten haben aber die Erfahrung gemacht, dass Enthaltsamkeit Kräfte frei macht für geistige Betätigung. Oder sogar umgekehrt: Wer seine ganze Energie in geistige Betätigung steckt, hat nicht mehr viel Kraft und Zeit, um sich auszuleben.

IV. Beruf

1. Zimmermann

Jesu Beruf war Zimmermann. [51] Darunter verstand man damals einen Handwerker, der überhaupt mit Holz arbeitete, also nicht nur beim Bau von Häusern benötigt wurde, sondern auch Möbel und hölzerne Geräte herstellte. Der frühchristliche Schriftsteller Justinus behauptete um 150, er habe in seiner Jugend noch einen Wagen gesehen, den Jesus gebaut hatte. Jesus wäre also Zimmermann, Schreiner, Werkzeugmacher und Wagner in einer Person gewesen.

2. Rabbiner

Jesus wird in den Evangelien mit Rabbi oder Meister angesprochen. Das zeigt, dass er ein anerkannter Schriftgelehrter war. Dazu gehört auch die Tatsache, dass er Jünger = Schüler hatte, »das Volk lehrte« und dass z.B. Maria von Bethanien wie ein Schüler »zu seinen Füßen saß«. [52] Als Rabbiner wird er auch wegen strafrechtlicher und zivilrechtlicher Angelegenheiten zu Rate gezogen: bei einem Ehebruch [53] oder bei einer Erbschaftsangelegenheit. [54] In beiden Fällen weigert sich Jesus aber, den Richter zu spielen und hält sich damit an seine eigene Regel »Richtet nicht…« [55]

Zu alledem gehörten Kenntnisse, die eine längere Ausbildung voraussetzten. Wir erfahren z.B., dass der junge Paulus als angehender Jurist und Agent des Hohen Priesters zu Füßen des berühmten Rabban Gamaliel gesessen hatte. [56] Ähnliches müssen wir auch von Jesus annehmen. In den dreißig Jahren zwischen seinr Geburt und Taufe ist genügend Zeit für ein Studium.

Es lässt sich sogar vermuten, dass Jesus nicht gerade bei einem Pharisäer oder Sadduzäer in die Lehre ging, denn die schworen ihre Jünger auf ein spitzfindiges juristisches Denken ein, welches Jesus fremd ist. Es ist auch kaum anzunehmen, dass Jesus sich einige Zeit im Kloster von Qumran aufgehalten hat, denn ihm ist auch das Schwarz-Weiß-Denken fremd, das dort gepflegt wurde. Für eher wahrscheinlich halte ich, dass er Kontakt mit liberalen Judäern aus dem Ausland hatte, etwa mit Gelehrten aus Alexandria in Ägypten. Wenn wir die Darstellung des Matthäus in Betracht ziehen, wonach Jesus als Kind einige Jahre in Ägypten gelebt hatte, scheint diese Annahme gar nicht so abwegig zu sein. Es gab aber auch in Jerusalem eine Synagoge der Alexandriner, [57] wo Jesus hätte studieren können.

Nicht zu vergessen ist schließlich, dass Jesus entscheidende Impulse für seine Tätigkeit von Johannes dem Täufer empfangen hat, wenn auch unwahrscheinlich ist, dass Johannes sein einziger Lehrer war.

Wie es auch gewesen sein mag, wir müssen Jesus zugute halten, dass sein überlegener Geist selbstständig weiter gedacht und Gedanken entwickelt hat, die neu und von keinem Lehrer übernommen waren. Daher ist es eigentlich müßig zu überlegen, in welche Schule Jesus gegangen ist. Auch Paulus war es ja gelungen, die Fesseln des pharisäischen Denkens abzustreifen, in denen er nachweislich erzogen war.

3. Zimmermann und Rabbiner?

Es war zur Zeit Jesu die Regel, dass ein Schriftgelehrter sein Geld durch einen bürgerlichen Beruf verdiente. So hat es Paulus sein Lebtag gehalten: Er verdiente sein Geld als Zeltmacher und war Apostel nur in seiner Freizeit. So müssen wir es auch für die frühen Jahre von Jesus vor seiner Taufe annehmen. Er war von Hauptberuf Zimmermann und wurde bei Bedarf ehrenamtlich als Schriftgelehrter zu Rate gezogen

 

[9] Markus 1,9

[10] Markus 6,1-6. In diesem Zusammenhang die Notiz über Jesu Familie.

[11] Johannes 1,46. Dass Johannes nichts von Bethlehem weiß, ist kein Argument, dass Jesus nicht in Bethlehem geboren wurde, wie oft behauptet wird. Er weiß ja auch nicht, dass Jesu Mutter Maria hieß.

[12] Micha 5,1

[13] Matthäus 2,5.6

[14] Lukas 2,7

[15] Johannes 2,20

[16] Nach Josephus, Jüdische Altertümer XV,11,1 hatte Herodes den Umbau in seinem 18. Regierungsjahr = 20/19 v. Chr. begonnen. Die Arbeiten haben nach XV,11,5.6 mit allen Nebengebäuden nur 8 Jahre gedauert.

[17] Lukas 3,1-2

[18] Markus 1,14

[19] Markus 15,33

[20] Matthäus  27,52.53

[21] Damals gab es natürlich noch keine Uhr mit Zeigern. Man begann die Stundenzählung mit Sonnenaufgang und teilte die Zeit bis Sonnenuntergang in 12 Stunden, die also je nach Jahreszeit verschieden lang waren. Da Anfang April die Sonne kurz vor 6:00 auf und kurz nach 18:00 untergeht, entsprechen die Angaben von Markus in etwa unserer Uhrzeit.

[22] zitiert P. L. Maier, Pilatus S. 363. Im selben Jahr hätte es in Kleinasien ein Erdbeben gegeben.

[23] Markus 15,38. Es gab zwei Vorhänge, die dafür in Betracht kamen: Einer trennte das Allerheiligste vom restlichen Teil der Tempelhalle; ein zweiter hing im Eingangsbereich und verwehrte den Blick in die Tempelhalle. Das Zerreißen des ersten Vorhangs konnte nur von Priestern festgestellt werden, die Zutritt in die Halle hatten. Es ist also eher anzunehmen, dass der äußere Vorhang entzwei ging.

[24] Jüdischer Krieg 6,5,3

[25] pJoma 6,43c,61 Bar., zitiert Strack-Billerbeck Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch I 1045, f

[26] Johannes 18,28

[27] Johannes 19,31

[28] Eine andere Möglichkeit: Die Vollmondnacht war von Donnerstag auf Freitag 6./7. April 30, was in etwa den Angaben von Markus entspricht.

[29] Das bedeutet der Name Golgatha

[30] Galater 1,19

[31] z.B. Johannes  2,12

[32] Markus 6,3

[33] Lukas 2,41-52

[34] Apostelgeschichte 1,14

[35] Der Erstgeborene (Lukas 2,7) sagt allerdings nur aus, dass Maria vorher keine Kinder hatte, und setzt nicht voraus, dass sie außer Jesus weitere Kinder zur Welt brachte.

[36] nach 150 geschrieben

[37] das übliche Heiratsalter

[38] Römer 1,3.4

[39] 2. Korinther 5,16

[40] Johannes 7,41.42

[41] Markus 12,35-37

[42] Psalm 110,1

[43] Für uns löst sich das Problem ganz einfach dadurch, dass »Psalm Davids« nicht bedeuten muss, dass der König den Psalm selbst verfasst hat. Wir nehmen heute an, dass dem heutigen Buch der Psalmen ältere Sammlungen zugrunde liegen, darunter eine Sammlung,. die auf David zurückgeführt wird und die auch eine Reihe von Liedern aus der Hofliturgie enthielt, zu der dieser Psalm gehört.

[44] Man kann natürlich auch der Meinung sein, dass es sich hier nicht um ein Wort Jesu, sondern um ein Argument aus der Urgemeinde handelte, das dann allerdings der herrschenden, auch christlichen Lehrmeinung widerspricht.

[45] Matthäus 1,1-17

[46] Lukas 3,23-38

[47] Vgl. 1. Korinther 7, wo Paulus deutlich zwischen eigenen Empfehlungen und Geboten Jesu unterscheidet

[48] Vgl. Offenbarung 14,4

[49] 1. Korinther 7,26

[50] Im Mittelalter hat die erzwungene Ehelosigkeit der Priester übrigens verhindert, dass ein erblicher geistlicher Stand aufkam. Dann hätten wir in Europa ein Kastensystem wie in Indien bekommen. Da man aber Geistlicher nicht durch Geburt, sondern durch eigene Wahl wurde, blieb das Gesellschaftssystem wenigstens in dieser Richtung offen: Geistlicher konnte jeder werden, vom Prinzen bis zum Leibeigenen.

[51] Markus 6,3

[52] Lukas 10,39

[53] Johannes 8,1-11

[54] Lukas 12,13-15

[55] Matthäus 7,1

[56] Apostelgeschichte 22,3

[57] Apostelgeschichte 6,9

 

 

Buchempfehlung:

Heinrich Tischner
Glauben, ohne den Verstand zu verlieren:

Jesus: Glaubwürdiges über Leben, Sühnetod, Auferstehung und Heilsbedeutungdes Gottessohns

Weißensee Verlag Berlin, 14,80 €
ISBN 3-8998-031-X

 

nach oben

Übersicht

 

 

 

Datum: 2005

Aktuell: 12.12.2013