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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
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I. Thomas, der Zwilling, der Zwiespältige, Zweifler 1. Er versäumt den ersten christlichen Gottesdienst und hat erhebliche Bedenken gegenüber der Auferstehung. Ist er der Schutzheilige der faulen Kirchgänger und der Ungläubigen? 2a) Thomas ist kein gedankenloser Zweifler, der zu faul ist nachzudenken und behauptet: Das weiß man doch nicht so genau, warum soll ich mich damit beschäftigen? b) Er ist auch nicht der notorische Kritiker, der alles hinterfragt und gar nichts glauben kann. c) Er ist schließlich nicht der Unsichere, der gern glauben möchte, aber von Bedenken geplagt wird, die ihm die Gewissheit rauben. 3. Thomas ist ganz anders: a) Er ist ein Jünger, einer der Zwölf, aus dem engsten Mitarbeiterstab um Jesus. Er hat seinen Herrn weder verraten noch verleugnet und hängt auch jetzt noch an ihm. b) Er wird geleitet vom gesunden, kritischen Menschenverstand, der nicht bedenkenlos jedes Märchen glaubt, sondern erst prüft, was es damit auf sich hat. c) Er ist kein Geist, der stets verneint, sondern bereit, sich überzeugen zu lassen. 4a) In gewisser Weise ist er das Vorbild eines kritischen, aufgeschlossenen Christen. b) Sein Anliegen ist berechtigt: Wenn an der Auferstehung etwas dran ist, dann muss man was davon merken. II. Trotzdem macht Thomas einen Fehler. 1. Das deutet Jesus an mit den Worten: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben." 2. Thomas verwechselt Ursache und Wirkung: a) Die Ursache: Er will erst sehen, dann glauben, sich erst persönlich davon überzeugen. Die Wirkung: Dann kann er überzeugt sein. b) Das ist eigentlich die logische Reihenfolge, ein gesundes Misstrauen, das sich im täglichen Leben bewährt. Wir dürfen nicht von vorgefassten Meinungen ausgehen, sondern müssen unser Urteil immer wieder an den Tatsachenh überprüfen. Der Fehler ist, dass viele glauben, sie wüssten etwas, und sich damit begnügen. c) Aber das kann man nicht auf alle Lebensbereiche übertragen. Zu viel Misstrauen zerstört Gemeinschaft. Ich muss mich drauf verlassen können, dass meine Freunde ehrlich sind. 3. Dem Thomas entgeht daher mit seinen Zweifeln das Geheimnis des Auferstandenen: Die Ursache: Ich glaube. Die Wirkung: Ich mache mit dem Glauben Erfahrung. Wenn ich nicht glaube, kann ich keine Erfahrungen machen. a) Das ist schon im täglichen Leben so: Wer nicht glaubt, dass ihn das Sprungtuch der Feuerwehr sicher auffängt, wird nicht springen und erfahren, dass es stimmt. b) Wenn ich nicht glaube, dass Gott mich hört, werde ich nicht beten und nie erfahren, dass Gebete erhört werden. c) Wenn ich nicht glaube, dass Jesus lebt, werde ich wenig Gelegenheit haben, mit dem lebendigen Christus Erfahrungen zu machen. Dass sich Jesus dem Zweifler offenbart und seinen Widerstand überwindet, ist die Ausnahme. III Fragen wir uns zum Schluss: Wie können wir erfahren, dass Jesus lebt? Hinweise finden wir im Text: 1. "Friede sei mit euch" - das ist nicht der übliche orientalische Gruß, sondern Christus schenkt wirklich Frieden, a) einen Frieden, der in uns anfängt: ein Leben in Harmonie mit Gott, innerlich zur Ruhe kommen. Angst, Sorge, Auflehnung Zweifel sind wie weggeblasen. b) Folge: Frieden im persönlichen Bereich, c) der sich auch im Zusammenleben der Völker auswirken müsste. Je mehr Menschen Frieden gefunden haben, desto mehr müsste dieser Friede im täglichen Leben zu spüren sein. Das Problem ist nur: Wie wichtig ist uns die Verbundenheit mit Christus wirklich? Oft gelten im Alltag ganz andere Regeln, da müssen wir kämpfen und uns durchsetzen. Wie wirkt sich der innere Friede in unserm Verhalten aus? 2. "Nehmt hin den Heiligen Geist." a) Der Heilige Geist ist die Kraft Gottes, die uns erfüllt und ein Leben in Harmonie möglich macht. b) Er ist der Stellvertreter Christi auf der Erde, ja Gott selbst, der in uns ist, der uns nicht allein lässt und uns den richtigen Weg zeigt. c) Der Heilige Geist ist etwas, was wir wirklich erfahren können: nicht nur inneren Frieden, auch Geborgenheit, Begeisterung, Ideen, Fähigkeiten... 3.. "Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen." a) Christus sendet seine Jünger aus und gibt ihnen die Vollmacht zur Sündenvergebung. b) Nicht nur der Heilige Geist, wir selbst sind Stellvertreter Christi auf Erden, das ist nicht allein Sache des Papstes oder der Pfarrer. c) Wir können Christus erfahren, wo uns ein Christ die Vergebung zuspricht - andere können Christus erfahren, wo wir ihnen die Vergebung zusprechen. Schluss 1. Thomas irrt sich, wenn er meint, er könne erst glauben, wenn er
Beweise hat. |
Hochzeit Trauung | |||||||||
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Datum: 2008 Aktuell: 19.04.2009 |
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