Startseite | Religion | Sprachwissenschaft | Logische Wissenschaft | Geschichte | Humanwissenschaft | Naturwissenschaft | Kulturwissenschaft | Kulturschöpfungen

Quellen | Bibelwissenschaft | Systematische Theologie | Religionswissenschaft | Praxis

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Der Grobian

Krippenspiel für Kinder

Email:

Personen

1. Szene: Herbergssuche

2. Szene:
Bei den Hirten

3. Szene
in Bethlehem

 

Personen

            Maria

            Josef:

            Levi, Grobian:

            Hannas, Wirt:

            Nathanael, Häuschenbesitzer:

            Jakob, Hirt:

            Simon, Hirt:

            Judas, Hirt:

            Engel:

            Lesung:

            Pfarrer

1. Szene: Herbergssuche

Maria:  Endlich! Das war aber ein weiter Weg! Eine Woche unterwegs von Nazareth nach Bethlehem! Und das alles mit einem Baby im Bauch! Ich spür meine Füße nicht mehr.

Josef:  Jetzt halt's noch ein bisschen aus, Liebes! Wir brauchen nur noch ein Nachtlager. Ich frag mal den Mann dort drüben, ob er uns helfen kann. (geht zu Levi, der aus einem Fenster guckt). Guten Abend, wir kommen aus Nazareth und haben einen langen Fußmarsch hinter uns. Wir wollen morgen unsre Steuererklärung abgeben, wie es der Herr Kaiser befohlen hat. Nun suchen wir ein Nachtquartier. Können Sie uns helfen?

Levi: (schreit): Macht dass ihr fortkommt! Landstreicher kriegen nix. Die sollen schaffen, bis sie schwarz werden. Hab ja auch schaffen müssen, da hat mir schließlich auch keiner geholfen! (als Josef und Maria nicht gleich gehen): Ab mit euch! Oder soll ich die Polizei holen?

Josef:  War das aber ein grober Kerl!

Maria:  Ob die hier alle so sind?

Josef:  Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. (guckt sich um): Da drüben ist ein Gasthaus, Maria. Für eine Nacht wird unser Geld reichen. (Spricht den Wirt Hannas an, der gerade vorbei kommt). Guten Abend, wir hätten gern den Wirt gesprochen.

Hannas: Bin ich selbst, guten Abend. (Pause) Sie wünschen?

Josef:  Wir möchten fragen, ob bei Ihnen ein Zimmer frei ist. Wir kommen von Nazareth, um unsre Steuererklärung abzugeben. Sie wissen ja...

Hannas:  (guckt sich das Paar von oben bis unten an. Zögernd): Ähm, be - daure, meine Herrschaften, unsre beiden Gästezimmer sind belegt. (hastig) Fragen Sie morgen ab 9.00 Uhr bei der Zimmervermittlung am Marktplatz. Guten Abend! (Dreht sich um und geht).

Josef (ruft ihm noch nach, aber er hört nicht): Sie sehen doch, dass meine Frau hochschwanger ist. Das Kind kann noch heute nacht auf die Welt kommen...

(Inzwischen ist unbemerkt Nathanael dazugekommen, der das Gespräch mitgehört hat).

Josef (zu Maria):  Maria, meinst du, wir sollten's mal im Krankenhaus probieren? (entdeckt Nathanael und sagt zu ihm): Entschuldigen Sie, gibt es hier ein Krankenhaus?

Nathanael: Nein, da müssen Sie schon nach Jerusalem. Das sind nur ein paar Kilometer, aber das können Sie Ihrer Frau ja wohl nicht mehr zumuten. (Denkt nach. Nach einer Weile): Wissen Sie was, ich wohne gleich um die Ecke; wir haben zwar auch keinen Platz im Haus, aber ich biete Ihnen unsre Höhle an. Die wird im Winter als Stall benutzt. Sie steht jetzt leer, denn die Tiere sind auf der Weide. Da ist jede Menge Heu und Stroh drin, da können Sie sich's bis auf weiteres gemütlich machen.

Maria:  Sie sind ein Engel!

Nathanael:  Keine Ursache, ich tu doch nur meine Pflicht.

Josef:  Sind wir Ihnen was schuldig?

Nathanael: Kommen Sie, ich kann' doch für den Stall nicht auch noch Geld verlangen. Es ist eh eine Schande, dass Ihnen keiner helfen will. Und ich kann Ihnen noch nicht mal was Anständiges anbieten!

(alle ab).

Lesung: Lukas 2,1-7

2. Szene: Bei den Hirten

(Währenddessen begeben sich die Hirten in die Mitte des Gangs. Judas setzt sich mit dem Gesicht zum Altar; Jakob zwingt Simon im "Polizeigriff", sich auf den Bauch zu legen. Jakob presst ihm weiter die Arme auf den Rücken.)

Jakob:  Jetzt gib schon endlich zu, dass du an meinem Brotbeutel gewesen bist!

Simon:  Ich schwöre dir beim heiligen Tempel, dass ich unschuldig bin!

Jakob:  Hör auf mit deiner Schwörerei! Das weiß doch jedes Kind, dass ein Schwur beim Tempel nichts gilt. Gib zu, dass du's gewesen bist!

Simon:  Ich war's aber nicht!

Jakob:  Hast du noch nicht genug? Kerl, ich brech dir alle Knochen!

Judas (saß die ganze Zeit abseits, ohne sich uni den Streit zu kümmern):  Und wenn ich's gewesen wäre?

Jakob (sieht auf, ohne Simon loszulassen):  Das glaubst du doch wohl selbst nicht!

Judas:  Doch, ich war an deinem Brotbeutel und hab ein Stück Brot rausgenommen!

(Jakob lässt Simon los, beide stehen auf. Drohend zu Judas):  Sag das nicht noch mal!

Judas (wiederholt gleichmütig im selben Tonfall):  Ich war an deinem Brotbeutel und hab ein Stück Brot rausgenommen!

Jakob (packt Judas am Kragen und schüttelt ihn. Wütend):  Ich werd dir helfen, andern Leuten ihr Abendessen zu klauen. Mit dir bin ich fertig! Du hast doch mehr wie ich. (Stößt Judas gegen eine Bank).

Judas:  Ich bitte um Entschuldigung, da kam ein armer Mann mit einer schwangeren Frau, die haben uns gefragt, ob wir was zu essen hätten. Da hab ich ihnen was gegeben, das hat aber nicht gelangt. Simon hatte auch nichts mehr, und du warst nicht da; da hab ich was aus deinem Brotbeutel genommen.

(Jakob wütend):  Das war aber mein Abendessen, du Ojjo! (Schüttelt verwundert den Kopf): Hilft wildfremden Leuten und klaut seinem Kameraden das Brot aus der Tasche! (Drohend): Das wirst du mir doppelt und dreifach ersetzen.

Simon (legt Jakob die Hand auf die Schulter):  Komm, reg dich nicht auf, sonst kriegst du noch was ans Herz. (plötzlich nach einer kurzen Pause). Guck lieber mal nach den Schafen. Die sind auf einmal so unruhig!

(Alle drei rennen zum "Schafspferch" in einer Bank)

Simon:  Heda, wollt ihr wohl ruhig sein! Was ist denn in euch gefahren!

Jakob:  Hier gibt's doch gar keine Wölfe!

Judas:  Da ist vielleicht ein ... streunender Hund.

(wird mitten im Satz dadurch unterbrochen, dass ein Scheinwerfer voll auf sie gerichtet ist).

Jakob:  Hä!, was ist denn däs? Es ist ja auf einmal so hell!

Simon:  Das tut ja richtig in den Augen weh!

Judas:  Seid mal still, da will einer was sagen.

Engel   (leise, aber verständlich): Habt keine Angst, ich bringe euch eine Freudenbotschaft: Heute Nacht ist einer geboren, der euch und der ganzen Welt Frieden und Heil bringen wird. Wisst ihr wo? Drüben in Bethlehem, im Heimatort Davids. Er wird einmal wie David ein mächtiger Herrscher sein.

Jakob (breit):  Hä, was is denn däs, däs is ja en Engel!

Simon (leise):  Halt die Klappe, merkst du nicht, dass der Engel noch was sagen will?

Jakob:  Herr Engel, darf ich Sie mal was fragen?

Engel:  Sprich, Erdling!

Jakob:  Wissen Sie, es gibt in Bethlehem mindestens zehn Frauen, die in den nächsten Tagen ein Kind kriegen werden. Woher sollen wir denn wissen, was für ein Baby Sie meinen?

Engel:  Das wollte ich doch gerade sagen, Erdling: Ich gebe euch ein Zeichen. Gehet zur "Futterkrippe", da ist ein neugeborenes Kind, in Windeln gewickelt.

Jakob:  Na klar, die "Futterkrippe"! So heißt doch dem Nathanael seine Höhle! Das sind bestimmt die Leute, für die der Judas mein Brot geklaut hat. (bei sich): Na, in dem Fall ist das was anderes. Ich will mal nicht so sein. (zu den anderen): Komm Judas, wir vertragen uns wieder! Sei mir nicht böse, dass ich dich geschimpft hab. - Und du, Simon, kannst du mir noch mal verzeihen, dass ich dich unrecht verdächtigt hab? (Alle drei geben sich die Hand)

(Licht aus)

Simon:  Jetzt hast du mit deiner Schwätzerei das Schönste verpasst: Da war auf einmal der ganze Himmel voller Engel, die haben gesungen, so was hab ich noch nicht gehört! Stimmen, sage ich euch, da kommt die ganze ... [Name der Gemeinde] Kirchengemeinde nicht mit!

Pfarrer (zur Gemeinde): Wollt ihr euch das gefallen lassen? Zeigt denen mal, dass ihr auch singen könnt!

Lied Allein Gott in der Höh...

(Währenddessen stellen sich die Hirten auf die Altarstufen)

Simon (klatscht Beifall. Zur Gemeinde):  Da könnt ihr ja direkt einen neuen Kirchenchor gründen mit so vielen guten Sängern!

Jakob:  Was stehn wir hier herum! Ab nach Bethlehem zur "Futterkrippe"! Wir wollen die ersten sein, die das Heilandskind besuchen!

(alle ab zum Haupteingang)

Lesung: Lukas 2,8-14

3. Szene in Bethlehem

(Die Hirten kommen durch den Haupteingang nach vorne und singen vergnügt: Der Heiland ist geboren ... )

Levi (schreit aus dem Fenster):  Was ist denn da für ein Krach auf der Straße! Kann man da nicht mal in Ruhe pennen?

Simon (schlagfertig):  Und was ist denn da für ein Krach aus dem Fenster! Kann man sich da nicht mal in Ruhe freuen?

Levi (auf einmal versöhnlich):  Was ist denn da so lustig?

Simon:  Lustig eigentlich nicht, aber unbeschreiblich schön war das, was vorhin die Engel gesungen haben!

Levi:  Ich hab da vorhin auch was singen gehört und bin drüber aufgewacht; deshalb war ich auch eben so wütend. So mitten aus dem Schlaf gerissen, verstehen Sie? Entschuldigen Sie bitte, das war nicht so gemeint!

Simon:  Es ist ganz merkwürdig. Wir hatten uns vorhin noch gestritten, und da sangen die Engel was von "Frieden auf Erden," und da waren wir uns auf einmal wieder einig.

Levi:  Jetzt sagen Sie mal, was ist denn heute Nacht los in Bethlehem? Erst singen die Engel, dann singen Sie, dann brauch ich mich nicht mehr über alles aufzuregen! Was hat denn das alles zu bedeuten?

Judas:  Da war ein einzelner Engel, der hat uns gesagt, da wäre einer auf die Welt gekommen, der Frieden bringt und alles heil macht. Ich glaub, das fängt bei uns schon an zu wirken, deshalb sind wir so fröhlich. Kommen Sie mit, wir gehen hin und beten dieses Himmelskind an.

Levi:  Ich versteh das nicht: viele Engel - Frieden - ein Engel und wieder Frieden - meine Nerven - und ich brauch mich nicht mehr zu ärgern! Ich versteh das einfach nicht!

Jakob:  Kommen Sie mit und sehen Sie selbst, dann werden Sie verstehen. Ein Blick sagt mehr als tausend Worte.

(Inzwischen haben sich viele Bethlehemer auf der Straße eingefunden. Die Hirten gehen los, Levi kommt mit und die Menge schließt sich an. Sie kommen an die Wirtschaft).

Judas (ruft): Hey! Hannas, kommst du mit, wir gehn zur "Futterkrippe"!

Hannas (guckt aus der Wirtschaft):  Was wollt ihr denn in dem dreckigen Stall? Kommt rein, ich spendier euch eine Runde!

Judas  Nee, das geht nicht, wir wollen zu dem Kind.

Hannas: Was für ein Kind?

Judas (unbeholfen): Na das, wo heut nacht geboren wurde, weißt du, in der "Futterkrippe"..., (mit einer hilfslosen Handbewegung): na halt der Heiland!

Jakob (eifrig):  Weißt du, der, wo der Welt den Frieden gebracht hat.

Hannas (bei sich):  Was ist denn in die gefahren; die haben wohl alle einen Klaps? (laut): Ähm, tut mir leid, ich bin heut Nacht leider unabkömmlich. Ich muss mich um meine Gäste kümmern. Gute, Nacht allerseits! (ab)

Judas (verwundert):  Der rafft das nicht!

Simon:  Schade, dass er nicht mit ist. Wen könnten wir denn da sonst noch mitnehmen?

Pfarrer: Da sind doch noch jede Menge Kinder hier.

(fragt): Kinder, geht ihr mit zur Krippe? (Ja), dann kommt mal alle nach vorn.

(Während die Kinder sich vor der Krippe niederknien): Ihr Kinderlein, kommet

  Hochzeit Trauung

nach oben

Übersicht

 

 

 

Datum: 1990 / 2005

Aktuell: 24.12.2006