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1.
Gesamtnamen:
Kelten
Hyperboreer
Gallier /
Galater
Walen
2.
Mitteleuropa:
Boier
Volcer
3.
Westeuropa
Belger
Gallier
Aquitaner
4.
Pyrenäenhalbinsel:
Keltiberer
5.
Britische
Inseln
a.
Britannier:
Bretonen
Cornen
Pikten
Cymren
b.
Gaelen:
Schotten
Iren |
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Caesar, Bellum Gallicum 1,1
Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae,
aliam Aquitani, tertiam, qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli
appellantur.
Gallien ist in drei Hauptteile gegliedert: Den einen bewohnen die
Belger, den zweiten die Aquitaner, den dritten die Stämme, die in ihrer
eigenen Sprache "Kelten", auf Lateinisch "Gallier heißen".
Kelten:
Selbstbezeichnung
Hyperboreer:
alter griechischer Name für die Leute an der Donau
Später
haben die Griechen den Namen durch Kelten oder
Galater
ersetzt.
Gallier:
römischer Name
Name der Keltenstämme, die sich um 400 in der Poebene niederließen (Gallia
Cisalpina) auf die Bewohner Südfrankreichs (Gallia
Transalpina)
übertragen (keltisierte Ligurer)
-
ir.
gall
'Fremder, Ausländer.
Wenn das keine Fremdbezeichnung
war, haben sich die keltischen Stämme in Italien selbst so genannt, weil
sie auf der Wanderschaft waren und sich selbst als 'heimatlose Fremde'
empfanden.
-
Eher aber wie griechisch Galater zu ir.
gal 'Tapferkeit', > *galnos,
*galatos
'tapfer'
Walen: germanischer Name
aengl. Weala, Wealhas,
Wala 'Britannier', anord. Valir
'Franzosen', ahd. Walah 'Romane'; dt.
Wallone 'französisch
sprechender Belgier, Wallache 'Rumäne', dt.
welsch
'romanisch', engl. welsh 'cymrisch'
Boier:
nach Cosinna ursprünglich am Main und Neckar,
wurden nach Südgallien vertrieben.
Ein Teil zog nach Italien und weiter über Griechenland nach Kleinasien, wo
sie sich als Galater niederließen.
Ein anderer Teil zog wieder nach Mitteleuropa und gab der Landschaft
Boehaemum 'Boiheim' > Böhmen ihren Namen.
Von den Boiern leitet sich der Name der Bai-warii > Baiern ab
(eigentlich 'die Bewohner von Boiheim')
Volcer:
ursprünglich zwischen Rhein, Main und Leine, um 300 vertrieben. Ihr Name wurde zum
germanischen Wort für 'Kelten'
Belger
= linksrheinische Kelten, die nach Frankreich, Britannien (um 130 v. Chr.) und
Spanien vorstoßen
-
Der Name
hängt wohl mit
air. bolgaim 'ich schwelle', anord.
belgja 'aufblasen', ahd.
belgan '(anschwellen >) in Zorn geraten' zusammen. Die Bedeutung
ist unklar: 'die Aufgeblasenen > Stolzen'? Dazu würde Kelten 'die
Hohen > Hochmütigen' passen.
Nach irischer Tradition hieß ein
Volk, das die Insel besiedelte, Fir
Bolg 'Leute der Aufgeblasenheit (?)'. Das
scheinen die ersten keltischen Siedler auf Irland gewesen zu sein, also
lange vor 130.
Gallier:
keltisierte Ligurer in Südfrankreich, später auf alle Kelten westlich des
Rheins übertragen.
Aquitaner
= Basken in Südwestfrankreich. Der keltische Name des Landes war
Aremorica
'Meerland'.
Keltiberer 'Kelten im Land des Flusses
Iber / Ebro, keltische Spanier'
a. Britannier
Die Britannier stammen von den
Belgern ab, die seit 130 v. Chr. in mehreren Schüben auf die Insel kamen.
cymr. Prydain 'Britannien', ir.
Cruthnig 'Pikten'
Cymr. /p/ =
ir. /c/ geht auf altes /q/ zurück, Grundform also
*ǩrit-an-,
vielleicht verwandt mit germ.
wrîtan
'zeichnen, schreiben' (wenn aus
*ƕrîtan
vereinfacht. Die Lautkombination ǩr- > ƕr-
ist im Germanischen nicht bezeugt). Die Schreibung
Britannier geht
auf eine Dialektform zurück, die auch anderweitig zu erkennen ist.
Die Bretonen sind von den
Angelsachsen nach Gallien verdrängte Britannier.
Ein britannischer Dialekt war das
Cornische auf der Halbinsel Cornwall, das bis vor kurzem noch gesprochen
wurde.
-
lat.
Cornovii war der Name eines Stammes, der sich auf der
südöstlichen Halbinsel niedergelassen hatte, daher lat.
Cornubium,
corn.
Kernow, cymr.
Cernyw
-
engl.
Cornwall <
*Corn-Wealha 'die cornischen Kelten'
-
der
Stammesname zu akelt.
*cornu 'Horn'
Die
Pikten
in Ostschottland waren wohl Nachkommen der vorbelgischen Inselbewohner,
sprachen aber in historischer Zeit einen britannischen Dialekt.
Cymren:
keltische Bewohner von Wales
akelt. Com-brogos > bret.
kenvro 'Landsmann', cymr. Cymro
'Waliser', Cymru 'Wales'
aus Irland
gekommene Bewohner von Schottland, heute Selbstbezeichnung der keltischen
Iren und Schotten.
-
cymr.
Gwyddyl, air. Góidel, gael.
Ghàideal, ir. Gael
-
Wie die
cymr. Form zeigt, scheint der Name eine Bezeichnung der Britannier für
ihre neuen Nachbarn im Norden zu sein: zu acymr. gwyddeli 'Buschland',
also 'Bewohner der Wildnis'? Vgl. unser
Heiden, ursprünglich
'Heidebewohner'
Schotten:
Ursprünglich gleichbedeutend mit Gaelen, später
auf die
Nordbritannier eingeschränkt. Wenn Gaelen eine Fremdbezeichnung ist,
war Schotten wohl die Selbstbezeichnung.
Im heutigen Sprachgebrauch ist Scots der englische Dialekt von
Schottland.
Scotti, aengl. Scyttisc, ir.
Scuit, cymr. Yscot
Iren:
Ursprünglich 'Bewohner von Irland'
Das Land hieß griech.
Ἰέρνη,
Ἰουέρνη Iérnē,
Iuérnē,
air.
Ériu, nir.
Éire, cymr.
Iwerddun, mbret.
Yuerdon,
lat.
Hibernia
-
vgl. griech.
πίειρα
píeira
'fett, fruchtbar', Πιερία
Piería,
Landschaft.
Altes /p/ ging im Keltischen verloren.
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