Befund
Diskussion
-
Germ. *aðal- ist schon in römischer Zeit bezeugt, also nicht hunnisch.
-
germ. Ōðal- eindeutig erst seit 7-er-Jh.
-
Adala, Adalfrida weisen auf ein nicht anfangbetontes *at- > að-
-
Das Nebeneinander von got. Aþal- und Aþan- erweckt den Eindruck, dass
-al-, -an- Suffixe sind, keine Kompositionsglieder.
-
*ōðala ist
von *aðala abgeleitet, nicht umgekehrt. Adel bedeutet also nicht 'Familie
mit Grundbesitz'
-
Auf Island
und in Friesland gab es keinen Feudalismus, daher haben die anord. und
afries. Wörter wohl noch die ursprüngliche Bedeutung 'frei geboren, im
Besitz aller Rechte'
-
Vergleichsmöglichkeiten:
-
griech. ἀταλός atalós 'kindlich, jugendlich'
-
orientalisch:
-
čečen. Іедал ʕedal 'Macht, Gewalt'
-
osemit. eṭlu
'junger Mann, Krieger',
ass. edlu 'Herr, Ritter, Mann'
-
hbr. PN עתל־ ʕátál-,
griech. Γοδολ- Godol- = *Ġ- = [ɣ] (keine Grundlage im Semitischen)
-
merkwürdig
ähnlich semitisch
-
hbr. אציל
áṣîl 'vornehm'
-
arab. أصىل ʔaṣīl
'echt, original, reinrassig, edel, verwurzelt' < أصل ʔaṣṣala 'fest
verwurzeln'; ʔaṣl 'Wurzel, Herkunft, Ursprung, Original'
-
hurr. aduḫlu-
'Kommandant'
-
ägypt.
jdnw
'stellvertretender Leiter (von Behörden und Truppen)'
Aus dem
Vergleichsmaterial ergibt sich nur, dass ein ähnliches Wort schon vor 4000
Jahren im Orient in Gebrauch war, aber nicht wovon es abgeleitet ist.
-
Ableitungsversuche:
-
Grimm Wb.
1,177 zu at- 'gehen ' > 'wachsen'
-
P77 zu atos,
atta
'Vater'
-
Pfeifer, Et.
Wb. d. Dt. 13 < idg. *atalo- 'Nachkommenschaft ' < Präp. at(i) + *al
'wachsen nähren'
-
Benennungsmotiv
-
Der Adel war
ein erblicher Stand, in den man hineingeboren wurde, also eine Art Kaste,
daher die Ableitungsversuche mit der Bedeutung 'Nachkommenschaft, Familie'
-
So könnte
man auch das griech. atalós 'kindlich, jugendlich' verstehen als 'zum
Vater gehörig, dem Vater unterstehend'.
-
Es gibt aber
auch den PN Attalos, Attalus in Kleinasien (Dynastie
von Pergamon) und Gallien. Das klingt eher wie "Patrizier" als
Angehöriger eines alten Familie oder "Patron" als Vaterfigur.
-
Das
anlautende /e/ in osem. etellu weist auf ʕ- wie bei hbr. ʕátál- und
heutigem čečen. ʕedal, im Hbr. sogar auf verlares ġ [ɣ], das nicht zu atta
'Vater' passt,
-
eher aber zu
hbr. גדול gádôl 'groß', arab. جزىل ğazīl 'reichlich, viel' - auch hier
unterschiedliche Lautung, die den Eindruck erweckt, als handle es sich um
Fremdwörter.
Es gibt aber
sonst keine Beispiele, wo hbr. ʕ und g gewechselt hätten. Auch ist
zweifelhaft, ob die griech. Schreibung Γοδολ- Godol-
einen Rückhalt in der hbr. Aussprache hat.
Grundbedeutung des orientalischen Wortes könnte 'mächtig' gewesen sein.
-
Wenn das
germanische und orientalische Wort eins wären, wie soll man diesen
Zusammenhang erklären?
Erklärung
zurück |