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Der Heilige
Christ
Das Christkind |
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Im 15-er Jh.
sind für den Geschenkbringer an Weihnachten zwei ältere Bezeichnungen
zusammengeflossen (Quellen):
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Der
Heilige Christ
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Normalerweise wird Christus nicht als "heilig" bezeichnet. Der Titel
stammt wohl aus dem lateinischen Hymnus "Rerum Creator optime", dessen 2.
Strophe mit den Worten beginnt: "Te, sancte Christe, poscimus = Dich,
heiligen Christus, bitten wir..."
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Die
altenglische Übersetzung beginnt mit "Þe
eala hailige crist we biddaþ".
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In der
deutschen Überlieferung wird der Ausdruck erstmals im altsächsischen
Heliand gebraucht
(um 830). Er lässt sich im Hochdeutschen erst Ende des 11-er Jh. nachweisen und
bleibt liturgischer und poetischer Ausdruck.
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Luther
hat gegenüber seinen Kindern Mitte der 1530-er Jahre vom "Heiligen Christ"
als Geschenkbringer gesprochen. Er wählte diese Bezeichnung wohl, um den
Respekt zu wahren und um nicht, wie später geschehen, das "Christkind" zu
verniedlichen. Dass er Christus an die Stelle von "St. Niklas"
gesetzt hat, ist nicht nachzuweisen.
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Noch 1793
ist "der Heilige Christ" "im gemeinen Leben üblichen Benennung des
Weihnachtsgeschenkes, der heilige Christ; weil man die Kinder zu bereden
pflegte, daß dieses Geschenk von dem Christ-Kindlein herrühre". (Adelung)
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Noch 1844/52
wird "der Heilige Christ" als himmlischer Geschenkebringer genannt.
(Robert Reinick)
Quellen
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Das
Christkind
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Im Gegenteil
1530 nennt Luther "St. Niklas" und "Christkind" in einem Atemzug.
Das scheint einen älteren Brauch vorauszusetzen.
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Christkind
ist Lehnübersetzung von lateinisch Christus infans, das schon um 200 vom
kindlichen Jesus bezeugt ist.
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Noch um 1700
wurden "der Heilige Christ" und "das Christkindlein" synonym als Namen des
Geschenkbringers genannt. Beide Wörter bedeuten auch 'Weihnachtsgeschenk.
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Im 17-er Jh.
hat man den Kindern ein Schauspiel vorgeführt, in dem der „heilige Christ“
in Gestalt eines Engels und der Teufel die guten Taten und kleinen Sünden
der Kleinen so gegeneinander aufrechneten, dass es zu einer Belohnung
reichte.
(aus einem Buch, das ich nicht mehr besitze)
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Im 18-er Jh.
wurde das Christkind zum Mädchenengel, der den Weihnachtsmann begleitete.
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Noch in den
30er-Jahren trat nach den Angaben meiner Mutter in Südhessen ein
verschleiertes Mädchen als Christkindchen auf. Ich selbst kenne noch aus
den 50-er Jahren Christkindchen im Sinne von Weihnachtsgeschenk.
Es gab in
frommen Kreisen eine Bestrebung, den Namen Christus vom Brauchtum
abzukoppeln. Man sagte daher "Weihnachtsbaum", nicht "Christbaum", und
nicht "Christkindchen", sondern "Weihnachtsgeschenk" bzw. "Jesuskind". Aus
ähnlichen Gründen wird man den "Heiligen Christ" aus dem Sprachgebrauch
verbannt haben.
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