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Belege
nach
Röhrich 4,1120
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Luther 1520
wen wyr ynn der kirchen seyn unter der meß, da
stehn wir wie die öl götzen, wissen nichts auff zcu bringenn
= Wenn wir in der Kirche sind während der Messe, da stehen wir wie die
Ölgötzen und wissen nichts aufzubringen (zu sagen)." (Weimarer Ausgabe
IX,266).
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Luther 1520
das aber der Bapst odder Bischoff salbet ...
mag eynen gleysner und ölgötzen machen = Was aber der Papst
oder Bischof salbt, kann einen Heuchler oder Ölgötzen machen. (Weimarer
Ausgabe VI,407).
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159 Johannes Agricola
Ein stock vnd ein holtz, das geferbet ist, vnd
ölgetrencket, auff daz die farbe bleibe vnd vom regen nicht abgewaschen
werd, ist ein ölgötze. Götze kompt von Gott, vnd ist etwas das ein
bildtnis hat on leben, on seele, darumb ist ein ölgötze ein mensch, der
nyrgent zu nütze ist, da wedder verstandt noch witze bey ist.
= Ein Stock und ein Holz, das gefärbt ist und mit Öl getränkt, damit die
Farbe bleibt und vom Regen nicht abgewaschen wird, ist ein Ölgötze.
Götze kommt von Gott
und ist etwas, das ein Bildnis hat, ohne Leben, ohne Seele. Darum ist
ein Ölgötze ein Mensch, der zu nichts nütze ist, da er weder Verstand
noch Wissen hat. (Sprichwörter Nr. 186)
Deutung
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Ölgötze ist ganz deutlich dasselbe wie das
einfache Götze
in der ursprünglichen Bedeutung 'Heiligenbild'. Luther in Nr. 2 denkt
nicht an "mit Öl gesalbte Priester", sondern dass die Priester sind wie
Heiligenbilder: zu nichts nütze, ohne Verstand und Wissen.
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Die Redensart
"dasitzen wie ein Ölgötze" meint also: regungslos, dumm und willenlos
dasitzen wie ein Heiligenbild". Der Verweis auf den Sprachgebrauch der
Reformatoren im Sinne von 'Priester' ist irreführend.
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Ob Agricola Recht hat mit seiner Deutung
'mit Ölfarbe gestrichene Statue', ist eine andere Frage.
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GrWb
13,1279 f und
Röhrich verweisen auf
einen späteren landschaftlichen Sprachgebrauch, wo
Ölgötze einen Pfosten, an dem man eine
Lampe aufhängte, oder ein Heiligenbild mit Lampe bezeichnete. Dagegen
spricht, dass Öl immer nur das flüssige Fett bezeichnet und nicht eine
Lampe. Der Ausdruck ist eher eine scherzhafte Weiterbildung des
Sprichworts.
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Dieselben Quellen erwägen auch eine
Verkürzung aus Ölberggötze: Die schlafenden
Jünger am Ölberg wurden ja oft genug bildlich dargestellt. Aber nicht
der Schlaf der Jünger ist der Vergleichspunkt, sondern die
Bewegunnglosigkeit der Figuren.
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Nach
GrWb war
Ölgötze in Thüringen eine "figurenartig
geschnitzte Abflussröhre des Öls in dern Ölmühlen". Das gehört
offensichtlich nicht zu Götze
'Heiligenbild', sondern zu gützen 'aus
einer Röhre spritzen' (zu gießen,
GrWb 9,1494). Da Luther
aus Thüringen stammt, könnte er dieses Wort auf die Heiligenbilder
bezogen haben.
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