Befund
nach Klepsch
2,1137
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westjiddisch
oren 'beten'
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in hbr.
Schrift nur überliefert אָהר ohr 'bete' und
אָהרט ohrt 'betet' (Joseph Hertz, Fürther
Megille² 1854)
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Gemeint ist
das vorgeschriebene rituelle hebräische Gebet.
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oren war nur in Westdeutschland gebräuchlich.
Das osteuropäische Wort ist דאַווענען dawenen (Klepsch 1,482).
Diskussion
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Herkömmliche
Deutung: < lat. orare 'beten' (ShWb
15,1102)
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Die
Schreibung אָהר ohr 'bete' lässt
vermuten, dass Hertz das Wort von Ohr ableitet.
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Das shess.
ōʳn bedeutet 'lallen (vom Baby), plaudern,
leise sprechen, heimlich reden, eintönig herleiern, unzufrieden murren,
aufdringlich bitten'.
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Das alles
lässt sich auch als christliches lateinisches Gebet verstehen, das leise
und eintönig in einer Fremdsprache "hergeleiert" wird und seinem Wesen
nach eine Art bitten ist.
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Von lat.
orare kommt ein
fnhd. oriren 'beten' (Alfred Götze, Fnhd.
Glossar 171). Das Nebeneinander von
-en und -ieren gibt es auch in anderen dt. Wörtern.
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Es ist also
eher anzunehmen, dass das
jidd. Wort nicht direkt aus dem Lateinischen kommt, sondern von einem
dt. Fremdwort, das nur mundartlich bezeugt ist.
Erklärung
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