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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
EtymologieOsterngerm. 'das morgenliche Fest' |
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Fast die ganze Christenheit benennt das Osterfest nach dem jüdischen
Passafest bzw. griech. πάσχα
páskha,
lat. pascha paska < aram. פסחא
pasḥâ
<
hbr. פסח
päsaḥDas Wort OsternLediglich das Deutsche und Englische machen eine Ausnahme:
Das lässt vermuten, dass der Name dieses Festes an Stelle des lat. pascha durch die angelsächsische Mission nach Deutschland kam. Erst zu Beginn der Neuzeit hat Ostern das lateinische Wort im Deutschen endgültig verdrängt.
Das Zeugnis BedasDer angelsächsische Kirchenvater Beda Venerabilis (um 700) behauptet, der aengl. Name des Festes sei ursprünglich Name einer Göttin Eostræ gewesen. Diese Göttin war aber wohl kaum eine Frühlingsgöttin, wie oft behauptet wird und wie man aus dem aengl. Monatsnamen eostur-monath schließen könnte, sondern eher die idg. Göttin der Morgenröte (lat. Aurora). [1] Im Westgermanischen heißt 'Frühling' nicht Ostern, sondern dt. Lenz, Frühling, Frühjahr, ndl. lente, voorjaar, engl. spring. Von daher ist es unwahrscheinlich, das Eostræ eine Frühlingsgöttin war. Das 'östliche Fest'Der Festname Ostern, Easter ist wie das Adjektiv ostern, eastern 'östlich' von der Himmelsrichtung Osten abgeleitet. Das deutsche Wort steht wie Pfingsten, Weihnachten im Plural, weil es mehrere Feiertage sind. Nach der Bibel ist die Auferstehung Christi fest mit der Geschichte verankert, wie die Frauen am Sonntagmorgen noch vor Sonnenaufgang ans Grab kamen und erfuhren: „Der Herr ist auferstanden.“ Der Name des Festes lässt sich also ganz gut deuten als ‚das östliche, morgendliche Fest’, zumal wenn man bedenkt, dass in der alten Christenheit der Ostergottesdienst in der Nacht stattfand und bis in den frühen Morgen ging. Auch sind die meisten alten Kirchen so gebaut, dass der Altar im Osten steht; in manchen fällt das Licht der aufgehenden Ostersonne durch ein besonderes Fenster auf den Altar. Die frühe Erwähnung bei
Beda lässt vermuten, dass das Wort
Ostern bei
den Angelsachsen aufgekommen ist. Daher ist eine Ableitung von vlat. alba
'Morgendämmerung' = kirchenlat.
alba 'weißes (Tauf-) Kleid'
unwahrscheinlich, zumal der Gedankengang ziemlich verworren und nicht
einsichtig ist. Die Angelsachsen haben auch sonst keine Lehnübersetzungen
gebildet, sondern einheimische Wörter mit ähnlichem Inhalt verwendet.
Kein 'Schöpf-Fest'
Andere fühlen sich bei Ostern erinnert an anord.
ausa 'schöpfen; mit Wasser übergießen, besprengen', das in Island u. a.
für einen heidnischen Ritus der Namensgebung verwandt wurde. Dazu
austr
'das Schöpfen' (vom ins Schiff eingedrungenen Wasser).
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[1] Die Nationalsozialisten haben die angebliche Göttin Ostara als Alternative zum christlichen Osterfest sehr geschätzt. Moderne Forscher bestreiten, dass es sie gab. Andere verweisen auf die am Niederrhein gut bezeugten Matronae Austriahenae, die aber wohl nichts mit der alten Göttin der Morgenröte (lat. Aurora) zu tun haben, sondern nach dem Stamm der Austriates 'die Östlichen, die im Osten wohnen', benannt sind.
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Sprachecke 04.04.2004 | 11.04.2006 | 19.04.2011 Parallelartikel Sonntagszeitung |
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Datum: 2005 Aktuell: 13.04.2011 |
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