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älteste germanische Münzbezeichnung, heute noch Währung in Kenia,
Somalia, Tansania, Uganda, bis 2001 in Österreich (seit 1924), vor 1968 in
Großbritannien, im 19er Jahrhundert auch in Hamburg, Lübeck, Mecklenburg,
Dänemark, Schweden und Norwegen.
Die Abkürzung s. stammt aus dem Karolingerreich, wo der Schilling mit
dem römischen solidus gleichgesetzt wurde. Damals hatte der
Schilling einen Wert von 20, später nur noch von 6 Pfennigen. Der englische
Shilling hatte 12 Pence.
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got. skilliggs, ahd., aengl.
scilling, mndl. schellingh, afries.
skilling, anord. skillingr.
Das ehrwürdige Alter widerlegt die seit 1595 bis heute
kolportierte Sage von einem Prägemeister Bernhard Schilling aus Lignitz oder
Thorn, nach dem die Münze benannt sein soll. Umgekehrt stammt der Name
Schilling, schwäb. Schelling von der Münze.
Ableitungsversuche:
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von Schild, benannt also nach der Form der runden germanischen
Schilde. Dementsprechend finden sich die Formen mnd. schildink
(neben schillink), mnorw.
skildingr, die aber zu jung
(spätmittelalterlich) sind, um als ursprünglich zu gelten.
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Die Ableitung kommt deswegen nicht in Frage, weil im Altgermanischen /ld/
erhalten geblieben ist und erst im Spätmittelalter in einigen Dialekten zu /ll/ wurde, vgl. den
lautlich ähnlichen Namen Hilde (im Nibelungenlied um 1200
Hildebrant), erst in der Neuzeit
Hillebrand.
von schellen 'tönen'. Germanisches /e/
wurde im Gotischen in jedem Fall zu /i/ (Fell = got. fills),
in den anderen germanischen Sprachen musste /e/ vor /i/ zu /i/ werden,
daher geben, aber
gibst,
gibt (aus
gibis,
gibit).
Dagegen spricht, dass in alter Zeit
Ableitungen auf -ing von Substantiven und Adjektiven, kaum von
Verben vorgenommen wurden. Schilling müsste also von
Schelle
kommen, das aber erst im 10'' Jahrhundert bezeugt ist.
von einem Wort für 'schneiden' (anord.
skilja 'trennen, unterscheiden'),
wohl im Sinne von 'abgeschnittene Scheibe'. Das kann nur ein bildlicher
Vergleich gewesen sein. Ursprünglich wurden die Münzen tatsächlich von
einer Stange abgeschnitten, aber das war vor 500 v. Chr.
Das Wort kann aber
kaum direkt vom
Verb abgeleitet sein, sondern von einem Nomen.
Auch das ist kaum wahrscheinlich, weil die Doppelkonsonanz unerklärt
bleibt.
Die einzigen Wörter, die dafür in Frage kommen, sind anord.
skil 'Unterschied, Erfüllung einer Verpflichtung, Prozessritual', schwed.
skill 'Trennung' und engl.
skill 'Geschicklichkeit',
also mit sehr abstrakter Bedeutung.
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Formal keine Schwierigkeiten macht eine Ableitung aus urgermanisch
*skiðlinḡaż
zu einem anderen Wort für 'trennen' (daraus unser
scheiden).
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Auch hier müssen wir von einem Nomen ausgehen, das
schiðl- lautete,
vergleiche unser Scheitel. Da nach den frühgermanischen
Lautgesetzen /ðl/ zu /ll/ werden musste, wurde kein Gleitlaut /e/
wie beim jüngeren Scheitel eingefügt.
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Grundlage könnte ein anderes Wort für 'Schild' sein:
kelt. *sceiton, mit germanischer Anfügung
(-e)l + ing.
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Schilling
würde demnach
tatsächlich 'etwas kleines Schildartiges' bezeichnen, abgeleitet aber nicht vom deutschen,
sondern vom keltischen Wort. Hatten die Germanen das Wort schon in
vorrömischer Zeit übernommen, als sie die keltischen Münzen kennen lernten?
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