Befund
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GrWb 20,93
ff.
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1394 FsN
Strodelbach
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1429 Strudel
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um 1450
strodeln
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1486
strodlen von hytz
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1551 im
Anfang strudeln sie embsig daher
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1696
kochenden und strudelnden See
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1678
strudeln, strodel = it. girarsi e vorticarsi le acque in giro 'sich im
Kreis herumdrehen (vom Wasser)'
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1774 die
Lehr undereinander strutlen
Da
Strodelbach eher 'Sprudelbach' als 'Siedebach' bedeutet, wird 'sprudeln'
die ursprüngliche Bedeutung sein'. Grimm muss den Belegen Gewalt antun, um
eine Grundbedeutung 'vor Hitze brodeln' zu erschließen.
Diskussion
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zu ahd.
stredan 'glühen, erglühen, zischen, sausen', streda-wallīg 'wallend,
brodelnd, heiß brodelnd, glutflüssig', stredo 'Hitze, Glut'
Ein mhd. streden (Lexer) ist nicht bezeugt, nur lexikalische Fortführung
des ahd. Wortes
stredunga,
stridunga 'Knirschen', lat. Schallwort strīdēre
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passt nicht,
da die Grundbedeutung 'heiß sein, sieden' zu sein scheint
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Das Geräusch
entsteht bei der Bewegung
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Zwischen
strudeln und dem früh verschollenen stredan klafft ein Abgrund von
mehreren Jahrhunderten. Stredan könnte aber in bäuerlichen Dialekten
weitergelebt haben, die im Mi8ttelalter nicht verschriftet wurden.
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japhet.
*tʊer- 'drehen, quirlen, wirbeln'
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japhet.
*śrëu-
'fließen'
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Bei so einem
jungen Wort wird es sich um eine Neuschöpfung handeln, vgl. die ebenfalls
jungen Bildungen sprudeln und trudeln und die englische
Bedeutungsentwicklung von to roll 'rollen > schlingern (vom Schiff)'
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Rotteln,
rütteln, rodeln, rudeln 'aufrühren', auch 'murmeln' (alles spät), teils zu
< Ruder, Nebenform Rudel
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Die
Teigrolle Strudel (16er-Jh.) scheint eher ein weitergebildetes Rodel
'Schriftrolle' zu sein.
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Sr- > str-
ist ein früher Lautwandel. Gibt es das auch im späten Mittelalter? trollen
/ strollen > Strolch
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S-mobile
auch in jungen Bildungen wie lecken > schlecken
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S-mobile mit
Gleitlaut recken > strecken (ahd.), ahd. refsen / mhd. strafen, also
auch Rodel > Strudel!
Erklärung
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