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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Etymologie

Watz, Wutz

hess. 'Eber, Sau'

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  • rheinfränk. Watz, mainfränk., Schweiz Wetz 'Eber', bes. 'Zuchteber'

    Zugehörigkeitsbildung:

  • rheinfränk., hess. Wutz 'Schwein' (familiär), kurhess. auch Wûz, Schlesw.-Holst. Wusch, Wudje, Wutje, Wûtsche, Wûtjer (wohl Parallelentwicklung)

Die wahrscheinlichste Erklärung: 'Jungtier'
Diese Erklärung hat den Vorteil, dass die Bedeutung 'Schwein' im Keltischen überliefert ist. Lautlich ist nur der Ablaut fragwürdig. Schwierig ist, dass Watz sich allenfalls in mhd. Ortsnamen nachweisen lässt, aber direkt aus dem Idg. entwickelt sein müsste (Erbwort aus einer vor-germ. Sprache).

  • japhet. *ʊeć- 'alt, jung, ein Tier'
    ć = heth. z [ts] = kelt. /ts > ss/ ist ein seltenes japhet. Phonem, das später von den Sprechern teils als /c > ś, k/, teils als /t/ (hier germ.) interpretiert wurde.

    • kelt. *vetsi 'Schwein'
      (= *ʊeći, nich *ʊet-si)

    • vgerm. *ʊać- 'Eber'

      • nhd. Watz 'Eber'

    • vgerm. *ʊāć- 'Sau'

      • mhd. *wůze > nhd. Wutz 'Sau'

Andere Möglichkeiten

  • 'männliches Tier'
    Auch hier ist die Bedeutung überliefert und die Lautung problematisch (Zusatzannahmen Ablaut und Koseform auf -tz).

    • noach. *aʊir 'männlich'

      • japhet. *ʊër- 'männlich; männliches, starkes Tier'

        • idg. *ʊer- 'männliches Tier'

          • aind. वराह varāhá 'Eber, Schwein', lat. verres 'Eber'

          • ablautend mit dt. -tz > Watz 'Eber'

          • mit Anlauterhärtung

            • änhd. Ber 'Eber'

            • hess. Bar 'Ochse'

            • ablautend germ. bairaż > ä-nhd. Bêr 'Eber'

              • mit dt. -tz > schwäb. Bätz 'verschnittener Eber, Widder'

    Bei den beiden nächsten Deutungen stimmt die Lautung, aber die Bedeutung ist nicht überliefert. Da die beiden Wurzeln gleich lauten, lässt sich auch kaum eine vorziehen. Diese Deutung kommt deshalb kaum in Frage, weil beide Wurzeln auch mit /ss/ weiterleben. Ich kenne aber kein Wort für 'Eber', das Wass lautet.

  • 'der Feuchte = Samenspritzer'?

    • germ. wat 'nass, Beiwort zu Wasser

      • ä-nhd. wass 'triefend, nass'

  • 'der Scharfe = Angriffslustige'

    • germ. ƕat 'scharf'

      • ahd. wass, wahs, waz 'scharf'

      • anord. hvass, 'scharf, angriffslustig (Pferd), hvatr 'scharf'

      • ä-nhd. wass 'scharf' und watz, rückgebildet aus wetzen'.

Namen

  • Personennamen

    • Wate (Kudrun, niederdeutsche Form. Man kann den Namen auch auf andere Wörter beziehen.)

  • Siedlungsnamen

    • Im deutschen PLZ-Verzeichnis stehen 26 Namen auf Watz-, darunter 5 bayrische Watzing, die sicher von einem Personennamen abgeleitet sind

    • 1141 Wazenburne > Watzenborn-Steinberg, Oberhessen 'am scharfen, schnell fließenden / nassen Brunnen' oder zu einem PN Wazo

  • Bergname

    • Watzmann 'spitzer Mann'

 

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Übersicht

 

Begriff Schwein

 

Datum: 2005

Aktuell: 22.03.2010