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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Redensarten

"In Buxtehude bellen die Hunde mit dem Schwanz"

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In Buxtehude bellen die Hunde angeblich mit dem Schwanz. Damit soll gemeint sein, dass die Glocken läuten, wenn man am Strang zieht oder den Klöppel bewegt.

Wie das genau zu verstehen ist, darüber gibt es unterschiedliche Deutungen. Das zeigt, dass es keine gesicherte Überlieferung gibt. Möglicherweise ist der Spruch noch ziemlich jung. Grimm scheint ihn nicht zu kennen, was aber auch damit zu erklären sein könnte, dass das Sprichwort damals nur in einem begrenzten Gebiet gebräuchlich war.

Da Buxtehude eine niederländische Niederlassung war, ist anzunehmen, dass diese Redensart aus dem Lokaldialekt herausgesponnen ist (zu niederländisch bellen 'klingeln'): Wenn die Glocken "bellen", müssen sie "Hunde" sein, die man mit dem "Schwanz" (Strang oder Klöppel) zum Klingen bringt. Vielleicht ist dieses Wortspiel nicht in Buxtehude selbst entstanden, sondern als Spott in den Nachbarorten.

Eine verwandte Redensart ist "Gah he na Buxtehude, wo de Hunn mit'n Mors bellt = Geh nach Buxtehude, wo der Hund mit dem Arsch bellt" - wohl aus dem obigen Spruch entwickelt. Ähnlich: "Nah Buxtehud', wo de Wust up'n Kohlstrunk wasst = nach Buxtehude, wo die Wurst auf dem Kohlstrunk wächst". (Lutz Röhrig, Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten). Und ostpreußisch: "Bokellen, wo alle Hundchens mittem Zagel bellen" (Dr. Alfred Lau, De Brautschau, In: Die Elchniederung, Heimatbrief 48 S. 43)

Hier gilt Buxtehude als Stadt, in der alles verkehrt ist: Normalerweise bellen die Hunde nicht mit der hinteren, sondern mit der vorderen Körperöffnung. Vielleicht entstand dieser Vorstellung dadurch, dass man in Buxtehude einen besonderen, mit Niederländisch vermischten Dialekt sprach. In dieser Sprache haben uns vertraut  scheinende Wörter oft eine andere Bedeutung., z.B. bellen 'klingeln', meter 'Patin', schaaf 'Hobel'.

   

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Datum: 2005

Aktuell: 16.12.2009