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Pech 'Unglück' in der Studentensprache
1795 (Kluge,
St-Spr. 111)
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Pech haben 'ein (einzelnes) Missgeschick
erleiden'
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Nach mittelalterlichem Glauben wurde die Hölle
mit Pech und Schwefel geheizt. Quellen
Die Sünder litten darunter, aber sie hatten das Pech so wenig wie den
Schwefel.
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Die Sitte des
Teerens und Federns als Strafe für Übeltäter gab es auch in Deutschland
(Grimm, Dt. Rechtsaltertümer 2,322, bezeugt für 1189): Die Delinquenten
wurden mit einer klebrigen Masse (Pech, Honig) bestrichen und mit Federn
überschüttet. Auch da würde man nicht sagen "Er hat Pech gehabt".
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Im Märchen von
der
Frau Holle wird die arbeitsscheue Schwester der Goldmarie am Ende ihres
Dienstes mit Pech übergossen. Das Märchen scheint die Redensart bereits
vorauszusetzen: Die Fleißige wird mit Gold überschüttet, das an ihre kleben
bleibt, d.h. sie wird immer Geld haben, weil sie fleißig ist. An der Faulen bleibt das
"Pech" kleben, d.h. sie wird nie Glück und Erfolg haben, weil sie
nicht arbeiten will.
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"Pech haben" kann auch so zu verstehen sein, dass man in der zähflüssigen
Masse stecken bleibt und nicht weiterkommt. Dieses Bild ist bereits 1479
bezeugt.
Quelle
Pech ist also in den Märchen ein Bild für
Misserfolg, so wie das Gold bei der Goldmarie und bei Hans ein Bild für
Erfolgt ist. Die beiden Metaphern erklären sich selbst und setzten keine
konkrete Situation voraus wie Hölle oder Teeren und Federn.
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Diese bildliche Verwendung ist auch in den
Niederlanden (pech, nicht pek) bekannt, in Polen und Tschechien, aber nicht
im Englischen und den romanischen Sprachen.
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Pech kaufen / geben 'die Flucht ergreifen'
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"Pech kaufen" meint "sich Pech eingehandelt
haben", bei einer Missetat ertappt oder gestört werden, sein Vorhaben nicht
durchführen können.
Quelle
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"Pech geben" ist wohl so zu verstehen, dass
der flüchtige Missetäter sein Pech an den abgibt, der ihn gestört hat, aber
nicht festhalten konnte.
Beide Redensarten setzen also Pech
'Missgeschick' voraus.
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Pechvogel
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1889
"Bezeichnung eines Menschen, der Unglück hat... oder von dem man glaubt,
dass er Unglück bringt." (Grimm Dt. Wb. 13,1521). Adelung Wb. (1793-1801)
kennt diesen Ausdruck noch nicht.
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Es ist kaum an den Vogel gedacht, der dem
Vogler "auf den Leim ging" und an einer
Leimrute festklebte.
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Auch diese offensichtlich junge Redensart
setzt "Pech = Unglück" voraus. Auch in anderen Zusammenhängen nennt man
Menschen "Vogel" (ein seltener, leichtfertiger, komischer, loser, schräger
Vogel).
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Mit zu bedenken ist der Unglücksrabe (Grimm
Wb 24,1006). Bekannt geworden ist er durch Wilhelm Buschs "Hans Huckebein,
der Unglücksrabe" (1867). Gedacht war ursprünglich an einen Vogel, der
Unglück ankündigt. Auch Unglücksvogel (Gr. 24,1008 f) als 'Unglücksbote,
schadenfroher Mensch, Unheilstifter, Pechvogel, Unglück', das Gegenteil von
Glücksvogel 'Glücksbringer, Glück, Glückskind'. (Gr. 8,413 f).
Pechvogel scheint also eine neuere
Weiterentwicklung von Unglücksvogel, -rabe zu sein.
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zusammenhalten wie Pech und Schwefel
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