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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Südhessisch

Teufel

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Dͽyƀəl m, Sg = Pl. 'Teufel'

'Satan, ein böser Geist'

  1. En junger Engel werd oft en alder Deiwel. "Ein junger Engel wird oft ein alter Teufel." HMSch 46

  2. Auf meim Tanzboden sieht's aus, als hätte tausend Teufel durch die Dachsparrn geschi-! (geschissen) ZSch 2

  3. hot e Gesicht geschnitte wie en Dibbe voll Deiwel "hat ein Gesicht geschnitten wie ein Topf voll Teufel (schmerzverzerrt)"  SchDa 144

  4. zu einem Blatternarbigen: Mer maant jo, der Deiwel hett Erbse uf Ihne Ihrm Gesicht gedroschen. "Man meint ja, der Teufel hätte Erbsen auf Ihren Ihrem Gesicht gedroschen." NTH 3,11

  5. Dene Offebächer is doch net mehr zu helfe, die sin samt un sonners em Deiwel verschriwwe. "Diesen Offenbachern ist doch nicht mehr zu helfen, die sind samt und sonders dem Teufel verschrieben." (Sie haben andere politischen Ansichten). RMDH 1,21

  6. Deß worn sellemol schlimme Kerl, die de Deiwel uff dem flache Feld net gescheut hawwe "Das waren selbtemal (damals) schlimme Kerle, die den Teufel auf dem flachen Feld nicht gescheut haben (gingen keiner Auseinandersetzung aus dem Weg. Auf dem Feld finden sie keine Deckung.) DH 1,32

Redensarten

  1. əm Dͽyƀəl eəs Ōʳ ábbabbələ "dem Teufel das Ohr abbabbeln" (so lange reden, bis dem Teufel das Ohr abfällt, bis er's nicht mehr hören kann) (Text)

  2. Hot de Deiwel de Bock geholt, mag er aach noch die Gaas hole. "Hat der Teufel den Bock geholt, mag (kann) er auch noch die Geiß holen." (Text)

  3. Mål mȉʳ nìt də Dͽyƀəl án die Wánd! "Mal mir nicht den Teufel an die Wand!" (Text)

Då ìsd də Dͽyƀəl lōs. "Da ist der Teufel los." (Text)

  1. Iwwerhaubt wor heit gro de Deiwel los, kaam hot was gefehlt. "Überhaupt war heute gerade der Teufel los, keinem hat was gefehlt (keiner hatte, wie sonst üblich, ein Leiden; paradox). SchDa 144

Də Dͽyƀəl machd sâin Špìl. "Der Teufel macht sein Spiel." (Text)

  1. Der Deiwel werd doch net sei Spiel howwe! "Der Teufel wird doch nicht sein Spiel haben" (dass mich jemand erwischt) NTH 2,6

  2. Də Dͽyƀəl machd sâin Špìl und då sı fɔʳd. "Der Teufel macht sein Spiel, und da sind sie fort (weggerannt)." HT DA

Dɛs ìsd alləs âin Dͽyƀəl. "Das ist alles ein Teufel." (Text)

  1. Sechs Batze kost’s, lieb’s Weiwel; die Herrgöttli, ob klaa, ob groß, des alles is aan Deiwel! "Sechs Batzen (à 4 Kreuzer) kostet es, liebes Weiblein; die Herrgöttli (Kruzifixe), ob klein, ob groß, das alles ist ein Teufel!" St 286

Diçh soll də Dͽyƀəl hollə. "Dich soll der Teufel holen." (Text)

  1. Do soll mich de Deiwel quintweis hole, wann's net wohr ist. "Da soll mich der Teufel quintweise (4g-weise) holen,, wenn es nicht wahr ist." (bedingte Selbstverfluchung). NTH 2,6

  2. Die howwe uns die Hüt vertauscht! De Deiwel soll se hole! "Die haben uns die Hüte vertauscht! Der Teufel soll sie holen!" DH 306

  • Wendungen:

    • "ein armer Teufel" 19" a

    • "Pfui Teufel" 18" a

ùff Döybəl kʰumm əraus "auf Teufel komm heraus" (Text)

  1. Du musšt aƀƀɛʳ āuch Gɛld ausgɛƀƀə ùff Döybəl kʰumm əraus! "Du muss aber auch Geld ausgeben auf Teufel komm heraus!" HT

und wánn də Dͽyƀəl ùff Štɛlzə gēd "und wenn der Teufel auf Stelzen geht" (Text)

  1. es hilft un batt nix, ich nemm-se doch, un wann der Deiwel uf Stelze geht! "Es hilft und battet (nützt) nichts, ich nehme sie (das geliebte Mädchen) doch, und wenn der Teufel auf Stelzen geht." NTH 4,4

  2. E Gans muß ebei, un wann de Deiwel uff Stelze geht! "Eine (Weihnachts-)Gans muss herbei, und wenn der Teufel auf Stelzen geht. SchDa 136

wás ... Dͽyƀəl "was Teufel" (Text)

iß də Dͽyƀəl  "weiß der Teufel" (Text)

  1. Wāiß də Dͽyƀəl, wō dɛs hɛ̄ʳ kʰummə ìsd! "Weiß der Teufel, woher das gekommen ist!" HT

wi də Dͽyƀəl hindɛrˬə âʳm Sēl "wie der Teufel hinter einer armen Seele" (Text)

  1. Di ìsd hindɛʳ sáinm Gɛld hɛ̄ʳ wi də Dͽyƀəl hindɛrˬə âʳm Sēl. "Die ist hinter seinem Geld her wie der Teufel hinter einer armen Seele." HT

  2. ... uff jed Lot Fleisch versesse... als wie der Deiwel uff e arm Seel "auf jedes Lot (ca. 15 g) Fleisch versessen als wie der Teufel auf eine arme Seele" St  306

Sprichwörter

  • "Geht's nicht mit Gott, so geht's mit dem Teufel." 19" a

  • Wáɳɳˬmanˬ’m Dͽyƀəl də klâinə Fingɛʳ giƀd, willˬɛʳ glaiçh di gánz Hánd. "Wenn man dem Teufel den kleinen Finger gibt, will er gleich die ganze Hand." (Text)

'eine Theaterrolle'

  1. unn dann aach Borzenelle? ... der Kasper mit seim Hoseknopp, der Hausknecht un der Deiwel. "Und dann auch Pulzinellen (Puppenspielfiguren)? (Und) ob! ... der Kasper mit seinem Hosenknopf, der Hausknecht und der Teufel." St 448

übertragen: 'Mensch'

'armseliger Mensch'

ən âʳmə Dͽyƀəl "ein armer Teufel"

  1. blaibd ən âʳmə Dͽyƀəl, bisˬɛr štɛʳbd. "bleibt ein armer Teufel, bis er stirbt." (Text

  2. Der deht sich ehnda en Finger oabbeiße, als em oarme Deiwel woas gäwe. Der  täte sich ehnder (eher) den Finger abbeißen, als einem armen Teufel was geben." PfZ 23.08.1977

kʰâin Dͽyƀəl "kein Teufel (niemand)"

  1. Dɛs wāiß dɔch kʰâin Dͽyƀəl "Das weiß doch kein Teufel"

fingierter Name:

  1. Un schneidt e Gesicht ..., de Graf Deiwel könnt’s net frecher mache. "Und schneidet ein (arrogantes) Gesicht..., der Graf Teufel könnte es nicht frecher machen." KSchDH 1,272

  2. ärchend e Kaff ..., drei Dag hinner Fui Deiwel "irgendein Kaff, drei Tage hinter Pfui-Teufel" SchDa 292

 

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Quellen

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Übersicht

 

 

 

Datum: 1968-2008

Aktuell: 12.04.2012