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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Südhessisch

drücken

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dryckə swV 'drücken'

'langsam Kraft auf etwas einwirken lassen'

'gegen eine Unterlage pressen'

  1. Di Dŷʳ wâʳ ə bissċhə fərzoğğə, man hȧd fešt dryckə mysse, bisˬsı ins Schloss gefallə wâʳ.  "Die Tür war ein bisschen verzogen, man hat fest drücken müssen, bis sie ins Schloss gefallen (eingerastet) war."  HT

  2. Schoggelgaul, den wou se sou oig fescht aon sich drickt, daße jao nedd vum Bulldogg owwerunne falle konn. "Schockelgaul (Schaukelpferd), den wo sie so arg fest an sich drückt, dass er ja nicht vom Bulldogg oben runter fallen kann" PöAn

'einen technischen Auslöser betätigen'

  1. Wi gēd dánn dɛs ån? - Du musšt då hində ùff dɛs Knœppçhə dryckə. "Wie geht dann dies(es Gerät) an? - Du musst dahinten auf das Knöpfchen drücken." HT

'von mehreren Seiten pressen'

im sozialen Kontakt

  1. jemánd di Hánd dryckə "jemand die Hand drücken" HT

  2. Içh dryck dȉʳ allə Dáumə und di Fūßdáumə ɛkstrā, dassˬəs klappd. "Ich drücke dir alle Daumen und die Fußdaumen extra, dass es klappt." # HT

  3. jemánd dryckə, bisˬɛr gäcksd "jemand (liebevoll) drücken, bis er gäckst (krachend zerspringt) HT

übertragen:

'unangenehm einwirken, schmerzen'

  1. Di Schūh drycke, di sáin ə bissċhə zu eng.  "Die Schuhe drücken, die sind ein bisschen zu eng." HT

'jemand dauernd Vorschriften machen, ihn schikanieren'

  1. Ein Chef sagte von seinem Mitarbeiter: Den muss man ə bissċhə dryckə. "Den muss man ein bisschen drücken." HT

'ein Fahrzeug von hinten mit erhöhtem Kraftaufwand zum Fahren bringen'

  1. Du musšt fešt dɐgɛġġə dryckə, dánn kʰánnštʊ’s schīƀe. "Du musst fest dagegen drücken, dann kannst du's schieben." HT

reflexiv

Redenarten:

  • "jemand deń Daumen drücken" 19" a

  1. "Woann dich na de Duft dricke deht" ist eine Verwünschung im scherzhaften Ton.
    Duft ist in unserer Mundart feuchte Luft, der besonders Menschen mit Luftbeschwerden zu schaffen macht. PfA 29.07.1967

Sprichwort:

  1. Wɛʳ di Aʳƀaid kʰennd und siçh nìt dryckd, dɛʳ ìsdrryckd. "Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt." (Text)

  • Wendung

    • sich drücken 19" a

  • Ableitungen

    • V ábdryckən 'abdrücken'

    • V ausdryckliçh 'ausdrücklich'

    • S Dryckəbɛʳġɛʳ, -bɛ̄ʳ’ 'Drückeberger'

    • S Dryckɛʳ 'Drücker'

    • S Dryckkʰaʳçh 'Drückkarch: Schubkarren'

    • Vrdryckən 'verdrücken'

    • V zūdryckən 'zudrücken'

 

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Quellen

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Übersicht

 

 

 

Datum: 1968-2009

Aktuell: 20.04.2012