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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Südhessisch

Topf

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Dyppe m. Sg = Pl., Dim. Dyppçhe 'Topf'

nördlich der Linie Lauterecken / Seligenstadt gilt das fränkische əs Dyppə, südlich davon Hâƀə. Das fränkische Wort ist entlang des Rheins bis zur unteren Weschnitz vorgedrungen, hier aber Maskulinum. (ShWb Karte 1,109)
Hahn gehörte 1927 noch zum Bereich von Hâƀə. Ich habe in der 1940ern aber als Standardwort Dyppə und als veraltet Hâƀə kennengelernt. Auch in Rossdorf hat sich inzwischen Dyppe durchgesetzt. (
Rsd 25)

(ursprünglich irdenes) 'Gefäß' :: eiserner Groppen
fränkisch / alemannisch Hâƀə 'Hafen'

  1. Wánn då ən Dyppə mid Bōnə štēd und då ən Dyppə mid Brȳ "Wenn da ein Düppen (Topf) mit Bohnen steht und da ein Düppen mit Brühe" (Text)

  2. Jedəs Dyppçhə hȧd sáin Deckəlçhə "Jedes Töpfchen hat sein Deckelchen" (für jede Frau gibt es einen passenden Mann). 21

  3. Zwaa alte Deckel, doch net schlecht, Die sin uff alle Dippcher recht. "Zwei alte Deckel, doch nicht schlecht, die sind auf alle Töpfchen recht (von Standardliedern, die man bei jeder Gelegenheit vortragen kann). KSchDH 1,251

  4. hot e Gesicht geschnitte wie en Dibbe voll Deiwel "hat ein Gesicht geschnitten wie ein Topf voll Teufel (schmerzverzerrt)"  SchDa 144

  5. Dasse, Dibbe un Deller "Tassen, Töpfen und Tellern" SchDa 191

  6. Dibbe, Deller, Tasse "Töpfe, Teller, Tassen" MiSa 59

Redensart:

  1. Ich will-em schunt sei Dippche uffdecke. "Ich will ihm schon sein Töpfchen aufdecken." (Text)

besonders: 'Nachttopf'

  1. Mudda, ’s Dippche, mach, ich muß! "Mutter, das Töpfchen, mach, ich muss!" SchDa 120

  2. Di Klâin hockd ùffˬəm Dyppçhə und machd ə Rappelçhə. "Die Kleine hockt auf dem Töpfchen und macht ein Rappelchen." HT

Vorratsgefäß 20" a

übertragen:

'Hut

  1. en Dibbe … uf em Berzel "einen Topf auf dem Bürzel (Hut auf dem Kopf)" HHDH 1,68

  2. zum Fohrrad soge »Gickel« mir und »Dibbe« zu em Hut. "zum Fahrrad sagen Gückel wir und Topf zu einem Hut." MiSa 34

obszön 'Frau' 19" a

  • Reim

    • "Linsen, wo sind sie? Im Düppen. Sie hüppen. Sie kochen drei Wochen und sie immer noch so hart wie die Knochen." 18 " a

  • Ableitungen

    • V Pʰíssdyppə 'Pissdüppen: Nachttopf'

    • V Pɐbəldyppə 'Paräbeldüppen: Nörgler'

    • S Dyppəguckɛr 'Düppengucker: Topfgucker'

    • V Ǵėlēdyppə 'Geleedüppen: Geleetopf'

 

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Quellen

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Übersicht

 

Etymologie

 

Datum: 1968-2008

Aktuell: 19.03.2012