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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Südhessisch

fallen

Email:

   

fallən stV: 'fallen'
Stammformen:
fall, fællśt, gəfallə

Vollverb

'ungehindert der Schwerkraft folgen, zu liegen kommen'

  1. Dɛʳ Bəsoffənə ìsd in də Schossēgrâƀə gəfallə. "Der Besoffene ist in den Chaussegraben gefallen." HT

  2. Içh mâin grâd, mȉʳ dǣd di Deck ùff də Kʰopp fallə. "Ich meine gerade, mir täte die Decke auf den Kopf fallen. (Text)

  3. di Mǟdçhɛʳ trâğə Rœckəlçhɛʳ, di fallə in alle Eckəlchɛʳ. Kīkərikikī...  "die Mädchen tragen Röckelchen, die fallen in alle Eckelchen. Kikierikiki! (Text)

  4. ich worr im Draam aussem Bett gefalle. "Ich war im Traum aus dem Bett gefallen." 43

  5. 19" a

'stürzen' 19" a

Reim

  1. ’s Fyllçhə lāufd əwɛg und də Bauɛʳ fælld in dīfə, dīfə Drɛck "Das Füllchen läuft hinweg und der Bauer fällt in tiefen, tiefen Dreck." (Text)

Redensart

  1. Di dŭd, als ob sı əm Kʰaisɛʳ aus əm Âʳsch gəfallə wǣr. "Die tut, als ob sie dem Kaiser aus dem Arsch gefallen wäre." (Text)

Sprichwort

  1. Də Appel fælld nìt waid fóm Štámm. "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm." (Text)

  2. Wɛ̄ʳ zū hōch kraƀƀəld, fælld dīf. Wer zu hoch (hinauf) krabbelt (klettert), fällt tief (hinunter). (Text)

  3. Wer  noch owwe werft, dem falle die Scherwe uff de Kopp. "Wer nach oben wirft, dem fallen die Scherben auf den Kopf. (Text)

  4. Falle is kao Schand – awwer lang liegebleiwe. "Fallen ist keine Schande – aber lange liegenbleiben." (Text)

  5. Wánn’s Kʰind in də Brunnə gəfallə ìsd, dŭd man’n zudeckə. "Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, tut man ihn zudecken." (Text)

verhüllend: 'den Soldatentod sterben'

  1. Də Ónkəl Hɛlmūt ìsd im Krīǵ gəfallə. "Der Onkel Helmut ist im Krieg gefallen." HT

technisch:

'einrasten' 20" a a

  1. Di Dŷʳ wâʳ ə bissċhə fərzoğğə, man hȧd fešt dryckə mysse, bisˬsı ins Schloss gefallə wâʳ.  "Die Tür war ein bisschen verzogen, man hat fest drücken müssen, bis sie ins Schloss gefallen (eingerastet) war."  HT

von Worten: 'gesprochen werden'

  1. un wann so aa losgeleggt hott, do sin Brocke gefalle, die mer hott uff kaa Dräckschibb genumme "un wenn so eine losgelegt (zu schimpfen angefangen) hat, da sind Brocken gefallen, die hat man auf keine Dreckschippe genommen (noch nicht mal auf die Dreckschippe, geschweige denn den Mund)." RSchDH 1,230

von Feiertagen: 'an einem bestimnmten Tag liegen'

  1. Drai Faiɛrdâğ fallə immɛʳ ùffˬən Dónnɛʳŝtâg: Grȳndónnɛʳšdâg, Himməlfâʳd und Fronlaiçhnâm. Drei Feiertage falle immer auf einen Donnerstag: Gründonnerstag, Himmelfahrt und Fronleichnam." HT

kausativ: fallə lȧssə

  1. hȧd siçh âinfach inˬən Klēʔackɛʳ fallə lȧssə. "hat sich einfach in einen Kleeacker fallen lassen."  (Text)

Funktionsverb

Redensart:

fóm Flāisch fallə "vom Fleisch fallen" (Text)

  1. mei, Kunrohd, wos fehlt dem Mädge, ma mahnt, es wehr krank, es fellt ganz vum Flahsch. "Mein, Konrad, was fehlt dem Mädchen, man meint es wäre krank, es fällt ganz vom Fleisch." (nach dem Kontext: sieht blass aus) NTH 1,7

  • Ableitungen

    • V áinfallən 'einfallen'

      V ənáinfallən 'hineinfallen'

    • V ərymfallən 'herumfallen'

    • V ərundɛʳfallən 'herunterfallen'

    • S Fall 'Fall'

    • S Fall f. 'Falle'

    • S Fallaisə 'Falleisen (fürs Türschloss)'

    • S †Falldōʳ, Fálldɵr- 'Falltor'

    • S Fallōbst 'Fallobst'

    • S falls 'falls'

    • V jēdənfalls 'jedenfalls'

    • S Fallschȉʳm 'Fallschirm'

    • V gəfallən 'gefallen'

    • V hinfallən 'hinfallen'

    • V schwēʳfallən 'schwerfallen'

    • Vrfallən 'verfallen'

    • V ymfallən 'umfallen'

 

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Quellen

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Übersicht

 

Sprachecke 08.04.2008

 

Datum: 1968-2008

Aktuell: 05.08.2011