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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Südhessisch

kommen

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kʰummə stV: 'kommen'
Stammformen:
kʰumm, kʰymmśt..., Prät. † kʰâm, Konj.  kʰǣm, kʰǣm(d)əPPP kʰummə

'sich zum Sprecher in bewegen' :: gehen

  1. Āuḡblick, içh kʰumm glaich. "Aug(en)blick, ich komme gleich." HT

  2. drohend: Áldɛʳ Frɔynd, içh kʰumm dȉʳ glaich! "Alter Freund, ich komme dir gleich (und bestrafe dich)." HT

  3. Nʊʳ nìt brummə, ɛʳ wȉʳd schón kʰummə. "Nur nicht brummen, er wird schon kommen" (sagt man, um jemand über das Warten zu trösten). HT

Redensart:

Wɛ̄ʳ nìt kʰymmd, brauch nìt fɔʳdzugēn. "Wer nicht kommt, braucht nicht fortzugehen." (Text)

  1. Di Hánnī hȧd ångərŭfə, si kʰœnnd mɔʴġə Åƀənd nìt kʰummə. - Machd niĉhs, wɛ̄ʳ nìt kʰymmd, brauch nìt fɔʳdzugēn. "Die Hanni hat angerufen, sie könnte morgen Abend nicht kommen. - (beleidigte Antwort): Macht nichts, wer nicht kommt, braucht nicht fortzugehen." HT

gegangen kommen

Sprichwort "Wenn der Tag fängt an zu langen, kommt der Winter erst gegangen." 19" a

'einen Besuch machen'

  1. Wánn kʰymmstʊ án Pʰingstə... "Wann kommst du an Pfingsten..." (Text)

  2. Warym kʰymmštʊ nìt, içh hadd diçh dɔch gəlâðə?  "Warum kommst du nicht? Ich hatte dich doch geladen."  (Text)

vom Sprecher aus gesehen 'zu einem bestimmten Punkt gelangen'

  1. Wɛ̄ʳ lángsam raid, kʰymmd āuch waid. "Wer langsam reitet, kommt auch weit." (Text)

  2. Mid dēnə ȧlƀɛʳnə Pʰǟdtrɛ̄ðɛʳ kʰymmštʊ mȉʳ nìt in di Kʰȉʳçh. "Mit diesen albernen (groben) Pfadtretern (Schuhen) kommst du mir nicht in die Kirche." HT

  3. Doch wie er in sei Dorfahrt kam "Doch wie er in seine Toreinfahrt kam" SchDa 2,37

'platziert werden' 20" a

besonders:

'nahen' von einer Zeit

  1. Wánn di Astɛʳn blȳə und die Fœġġəl ziġġə, kʰymmd Hɛʳbšt. "Wenn die Astern blühen und die Vögel ziehen, kommt der Herbst.' HT

'sich demnächst ereignen' 18" a

'hervorkommen' von treibenden Pflanzen

  1. Die Kartoffel sagt: Setz miçh im April, då kʰumm içh, wánn içh will. Setztʊ mich im Māi, kʰumm içh glaich.  "Setz mich im April, das komme ich, wenn ich will. Setzt du mich im Mai, komme ich gleich" (fange ich sofort an zu treiben). HT Zeilhard

'geboren werden'

  1. Di Zwilling sáind im Städtische Kránkəhaus ùff di Wɛld kʰumme. "Die Zwillinge sind im Städischen Krankenhaus auf die Welt gekommen." HT

'ein Ergebnis erzielen'

  1. Di ìsd hindɛʳ sáinm Gɛld hɛ̄ʳ wi də Dͽyƀəl hindɛrˬə âʳm Sēl. "Die ist hinter seinem Geld her wie der Teufel hinter einer armen Seele." HT

Kʰumm leitet eine Aufforderung ein:

  1. Kʰumm, gē hâim "Komm, geh heim" (lass mich damit in Frieden) HT

  2. Kʰumm, dɛs Bissċhə wȉrštʊ dɔch noch pʰackə. "Komm, das Bisschen wirst du doch noch packen (bewältigen, essen können)." HT

  3. Kʰumm, dŭ nìt sō, dɛs glāubštʊ jâ sɛlƀɛʳ nìt. "Komm, tu nicht so, das glaubst du je selber nicht." HT

zu ɛbẃəs kʰummə 'etwas bekommen, in dessen Genuss kommen'

  1. Man kʰymmd kʰâum zʊʳ Rū. "Man kommt kaum zur Ruhe." HT

  2. Fȉr lauðɛʳ niĉhs kʰymmdˬɛʳ zu niĉhs "Vor lauter Nichts kommt er zu nichts" (er beschäftigt sich mit Nebensächlichkeiten statt mit der Hauptsache und hat keinen Erfolg). IT

nìt dɐzū kʰummə 'keine Gelegenheit oder Zeit für etwas haben'

  1. ɛʳ ìsd âinfach nìt dɐzū kʰummə, dɛs alləs zu sɔʳtīʳn. "er ist einfach nicht dazu gekommen, das alles zu sortieren." (Text)

in di Jåʳn kʰummə 'ein bestimmtes Alter erreichen'

  1. Kimmt e Heiner in die Jahr'n, wo er die Haarn verliert, dann kriegt er gewehnlich e Platt. "Kommt ein Heiner (Darmstädter) in die Jahre, wo er seine Haare verliert, kriegt er gewöhnliche eine Platte (Glatze)." RSchDH 1,63

'sich von einem Ausgangspunkt in Richtung Sprecher bewegen'

'seinen Ursprung haben'

'von etwas abgeleitet sein'

etymologisch:

  1. Awwer woher des "Riwwel-" kimmd, dodefier gibds kaa eiheidlisch Maanung. "Aber woher das Wort Ribbel- kommt, dadafür gibt's keine einheitliche Meinung." RWDE 1978

'zustehen kommen, kosten'

  1. Då kʰymmd die Brȳ dͽyrɛʳ wi di Brockə. "Da kommt die Brühe teurer wie die Brocken (zu stehen)." (Text)

PPP eines Wortes der Bewegung + kʰummə

  1. Då kʰummə di Lͽyd gəlāufə und wollə den Weck siçh kʰāu "Da kommen die Leute gelaufen und wollen den Weck sich kaufen" (Text)

  • Ableitungen

    • V ábkʰummən 'abkommen'

    • V Áinkʰummən 'Einkommen'

    • V ånkʰummən 'ankommen'

    • V auskʰummən 'auskommen'

    • V drånkʰummən 'drankommen'

    • V drauskʰummən 'drauskommen'

    • V ənáinkʰummən 'hineinkommen'

    • V ənundɛʳkʰummən 'hinunterkommen'

    • V ərbaikʰummən 'herbeikommen'

    • V erymkʰummən 'herumkommen'

    • V fɔʳdkʰummən 'fortkommen'

    • V fœ̄ʳkʰummən 'vorkommen'

    • V hɛ̄ʳkʰummən 'herkommen'

    • V kʰyɳftiǵ 'künftig'

    • V Nåchkʰummən 'Nachkomme'

    • V ùffkʰummən 'aufkommen'

    • V waiðɛʳkʰummənn 'weiterkommen'

    • V wiððɛʳkʰummən 'wiederkommen'

    • V zʊrɛ̄çhtkʰummən 'zurechtkommen'

 

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Quellen

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Übersicht

 

 

 

Datum: 1968-2008

Aktuell: 26.10.2011