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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
AbklangEine urtümliche Art der Wortbildung |
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1. Ähnliche Konsonanten und ähnliche Bedeutung 3. Zweck: Bedeutungsdifferenzierung |
1. Ähnliche Konsonanten und ähnliche Bedeutunga) Gleiche Artikulationsstelle, verschiedene ArtikulationBeim Vergleich von Wortstämmen der japhetitischen [1] Sprachen fällt auf, dass Stämme mit ähnlichen Konsonanten eine ähnliche oder gegensätzliche Grundbedeutung haben, z.B.
b) Wechsel anderer KonsonantenDas gilt nicht nur für stimmhafte und stimmlose, unbehauchte und behauchte Verschlusslaute, sondern auch für andere Konsonanten:
Im Anlaut wechseln nicht nur ähnliche Konsonanten, sondern in manchen Wörtern steht im Anlaut ein Konsonant, in anderen Wörtern fehlt er; das Wort beginnt mit Vokal beziehungsweise mit [2] ʔ oder dem übrig gebliebenen zweiten Konsonanten des Anlauts. 2. Ablaut und AbklangIn Anlehnung an die bekannte Bezeichnung Ablaut [3] nenne ich diese Erscheinung Abklang. Der Unterschied scheint zu sein, dass
der Ablaut zur grammatischen
Differenzierung diente (singen / sang / gesungen), a) s mobileIm Fall des anlautenden /s/ vor Konsonant ("s mobile") ist der Abklang schon lange bekannt und lässt sich manchmal auch innerhalb derselben Sprache nachweisen:
b) h mobileIn den germanischen Sprachen steht manchmal ein unorganisches /h/ im Anlaut:
c) starke und schwache KonsonantenBei anderen anlautenden Konsonanten ist das meines Wissens noch nicht beschrieben worden, es lassen sich aber ebenfalls Beispiele finden:
3. Zweck: Bedeutungsdifferenzierunga) schwache Konsonanten / ʔDer Abklang beziehungsweise der Wechsel zwischen schwachen Konsonanten und ʔ dient teilweise der Bedeutungsdifferenzierung:
b) Wechsel mit anderen BildungselementenTeilweise tritt der Abklang auch mit einem Wechsel anderer Bildungselemente auf:
4. eine veraltete Methode der Wortbildunga) Abklang keine Regel einer EinzelspracheDa der Abklang den Grundregeln aller mir bekannten Sprachen widerspricht, dass alle Variationen der Flexion und der Wortbildung einen gemeinsamen Grundstamm erkennen lassen, muss er älter sein als die einzelnen Sprachen und auch älter als die größeren Sprachgemeinschaften. Die Methode des Abklangs muss also seine Wurzeln in noachitischer Zeit haben, obwohl er als Mittel der Bedeutungsdifferenzierung offenbar lange produktiv gewesen ist, wie das Nebeneinander von lecken und schlecken zeigt. b) spätere SystematisierungDie Methode des Abklangs wurde aber später in allen "weißen" Sprachgemeinschaften systematisiert (zum Beispiel: grammatischer Wechsel im Germanischen, Lenition im Keltischen, Dageš im Hebräischen, Stufenwechsel im Finnischen). Dann treten innerhalb derselben Sprache und desselben Wortes so Merkwürdigkeiten auf wie: i. Nur im Inlaut:
ii. Im AnlautBesonders interessant sind hier die Fälle, die den Anlaut betreffen:
c) Einbindung in den Satz statt IsolationMöglicherweise liegt hier ein ganz altes Prinzip zugrunde, dass sich nämlich ein Laut immer seiner Umgebung anpasst, auch im Anlaut. Denn das entspricht dem natürlichen Gebrauch der gesprochenen Sprache, die semantische und funktionale Silben aneinander hängt und einzelne Wörter nicht isoliert, sondern gleich in den größeren Zusammenhang eines Satzes einbindet. Die isolierte Vokabel aus dem Wörterbuch ist eine sehr junge Erscheinung. Sie machte dann allerdings eine einheitliche Wortform mit einheitlichem Anlaut notwendig. Beispiel: Das cymrische Wort für 'Baum' erscheint je nach Kontext als pren, bren, phren, mhren, steht aber im Wörterbuch nur unter pren. [13] 5. Abklang schon noachitischDass der Abklang bereits noachitisch sein muss, lässt sich an Vergleichen mit nicht-japhetitischen Sprachen aufzeigen, und zwar gerade bei noachitischen Wörtern, die in mehreren Sprachgemeinschaften vertreten sind: a) Beispielei. 'Horn'ii. 'bringen > hervorbringen > Junges, Frucht'Grundlage ist ein undifferenziertes ber / per
iii. 'Honig, süß'Grundlage ist
im Anlaut /m/, das zu /w/
erweicht werden konnte,
b) Abklang und Ablaut in nicht-japhetitischen SprachenAblaut und Abklang sind auch innerhalb von nicht-japhetitischen Sprachen zu beobachten. Auch das scheint mir ein Zeichen zu sein, dass sie in noachitische Zeit zurück gehen. i. Beispiele aus dem Hebräischen:
ii. Beispiele aus dem Finnischen:
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[1] Ich unterscheide die drei Sprachstufen indogermanisch (Sprache der Streitaxtleute), japhetitisch (ältere Gemeinsamkeiten der sog. Indogermanen, noachitisch (gemeinsame Grundlage aller "weißen" Sprachen) [3] z.B. fahren / fuhr, lat. ăgere / ēgi
[4] Grundlage ist in diesem Fall japhetit. cel 'verbergen'; Saal könnte aus einer Satem-Sprache übernommen sein. [5] womöglich ein betontes silbisches /n/, das aber in keiner Grammatik erwähnt wird. Dann wäre verständlich, warum /n/ manchmal ausfällt: Es verlor bei Akzentwechsel den Ton. Vergleiche das griechische α privativum = aind. a- / lat. in-, dt. un-.
[6]
vgl. lat. malus 'schlecht' – melior 'besser'; kelt.
velo- 'schlecht', velio- 'besser'
[7] thematisch [8] athematisch [10] Braune Eggers, Ahd. Grammatik 101 [11] Roderick Mackinnon, Gaelic 12 [12] Der Punkt (Dageš) in den Buchstaben zeigt an, dass ein Verschlusslaut [b, k] und kein Reibelaut [w, x] gesprochen wird.
[13] Spurell's Welsh-English Dictionary XI
[18] Die Ugrofinnen haben wie die Türken Vokalharmonie, d.h. der Vokal der Endung richtet sich nach dem Stamm. Das ist kein Umlaut wie bei uns, wo sich der Stamm nach der ursprünglichen Endung gerichtet hat. Ein Ablaut widerspricht eigentlich den Grundsätzen der finnischen Phonetik, wonach der Wortstamm bei der Flexion nicht verändert wird. Um so verwunderlicher sind diese Beispiele. |
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Datum: 2000 / 2005 Aktuell: 15.08.2011 |
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