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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Buchonia

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Überlieferung

  • Bacenis
    Caesar BG 6,10,4f

    • silvam ibi esse infinita magnitudine, quae appellatur Bacenis; hanc longe introrsus pertinere et pro nativo muro objectam Cheruscos ab Suebis Suebosque ab Cheruscis iniuriis incursionibusque prohibere. = (Am Rand des Suebischen Gebiets) liege ein unermesslich großes Gebirge namens Bacenischer Wald. Dieser erstrecke sich weit ins Innere und schütze, gleichsam wie ein natürlicher Schutzwall vorgelagert, die Cherusker vor den Sueben und ebenso die Sueben vor Gewalttaten und Angriffen der Cherusker.

  • Buconia
    Gregor 2,40

    • Cumque ille egressus de Colonia civitate, transacto Rheno, per Buconiam silvam ambulare disponeret = Als er aus der Stadt Köln kam und über den Rhein setzte, hatte er vor, im Buconia-Wald herumzuschweifen

  • Boconia
    Urkunde 22.04.810

    • ... quod est constructum infra vasta Bochonia = (Kloster Fulda), das in der unbewohnten Bochonia gebaut ist

Lage

Der Name haftet heute an Osthessen, der Gegend um Fulda, bezeichnete aber noch bei Gregor ein viel größeres Gebiet, das man von Köln aus bequem erreichen konnte und galt bei Caesar als natürliche Grenze zwischen Sueben und Cheruskern. Sueben sind bei Caesar eher die nach Südwesten vorgedrungenen Völker als die an der Elbe.
Damit könnte die Buchonia identisch sein mit dem Melibokos-Gebirge, das das Gebiet der Chamaven und Cherusker begrenzte - der nördliche Teil des Mittelgebirges.

Namensdeutung

  • Form

    • Der Name wird heute auf die 'Buche' gedeutet, dann sollte man aber erwarten keltisierend *Bāg- > germ. *Bôk- > deutsch *Buoch-, Būch-. Stattdessen ist /a > u > o/ überliefert, das sieht eher aus wie ein die Schwundstufe eines Vokals, der im Lateinischen und Keltischen <a> geschrieben wird, im Germanischen <u> und vor /o/ zu /o/ umgelautet wird (vgl. Burg / geborgen).

    • Auch in Ptolemaios' Μηλίβοκον Mēlíbokon hat das zweite Glied einen kurzen Vokal. Das sieht aus wie die Abtönstufe, die im Germanischen /a/ gab.

  • Bedeutung
    Der Name ist offensichtlich germanisch, nicht keltisch.

    • durch Ausfall des /r/ und entsprechenden Lautveränderungen:

      • idg. *bʰórƺʰ- 'hoch', vgl. Berg

        • *bʰoʳƺ- > germ. *bak- 'Rücken'

    • Μηλίβοκον Mēlíbokon verbindet vgerm. *mēlı- mit germ. *bak- 'Rücken

 

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Übersicht

 

 

 

Datum: 2005

Aktuell: 16.12.2009