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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Babel, Babylon

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Überlieferung

 

Keilschrift [1]

zusammengesetzt aus

 

Zeichen
Bedeutung Tor Gott (Dativzeichen) Erde (= geogr. Name)
sum. dingir ra ki
osemit. bābu ilu    

zu lesen:

  • sumerisch Ká dingirra ki 'Tor für Gott', "dem Gott sein Tor"

  • ostsemitisch Bāb ili 'Tor Gottes', als Stadtname zusammengezogen Bābilu(m) ki

    • > aram. בבאל Bábʔel  [4]

    • > hbr. בבל Bábäl  [4] > bibl.-deutsch Babel

    • arab. بابل Bābil [4]

    • > elamit. Pa2-pi-li [3]

    • > awest. Bawray- [2] > apers. Bābiru [3]

    • > Pali Bāveru [3]

      Die Formen mit /r/ erklären sich durch die arischen Lautgesetze, nach denen meist /r/ für /l/ steht.

  • neubabylon. Bāb ilāni 'Tor der Götter' [4]

    • > griech. Βαβυλών Babylṓn > lat. Babylon [4]

Form

Die einfachere Schreibvariante Ká dingir (ohne -ra) könnte die sumerische Lesung des semitischen Namens sein, bei der die Dativ-Endung nicht gebraucht wurde.

Erklärung

Wenn die obige Lesung Ká dingirra = Bāb ili richtig ist, gibt es überhaupt keinen Grund, an der Übersetzung 'Tor Gottes / Tor der Götter zu zweifeln. Man kann sich allenfalls fragen, ob ein sumerischer Name ins Semitiische übersetzt wurde oder umgekehrt.

Zur religiösen Vorstellung vgl. Jakobs Traum von der Himmelsleiter: Jakob stellt nach dem Aufwachen fest: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, [5] und hier ist die Pforte des Himmels." [6]

 

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[1] Meißner, Die Keilschrift S. 40

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[2] Bartholomase, Altiran. Wb. 926

[3] Brandenstein, Mayrhofer, Handbuch des Altperisischern 109. Dort

 

 

[4] Koehler-Baumgartner, Hbr. und aram. Lexikon zum AT 103 f

 

 

 

 

[5] Übersetzung des späteren Ortsnamens Bethel

[6] Gen 27,17
"Einfallstor des Himmels, Offenbarungsort"

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Übersicht

 

Sprachecke

 

Datum: 2007

Aktuell: 29.05.2011