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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Katzenelnbogen

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Überlieferung

Name einer um 1095 gebauten Burg südlich von Limburg und eines Grafengeschlechts. [1]

Erklärung

Der Name kann nichts anderes bedeuten als 'Katzenellbogen', sicher kein programmatischer Name, eher von der Stelle an der die Burg gebaut wurde.

  • Katze kennzeichnet in Flurnamen oft etwas Minderwertiges oder Kleines. [3]

    • vgl. auch Katzengold 'Pyrit' (kein echtes Gold, sieht nur so aus), Katzentisch 'kleinerer, abseits von der Tafel stehender Tisch', Katzenbank 'Sitzbank für die Schlechtesten in der Klasse', Katzensprung 'kurze Entfernung'

  • das zweite Namensglied Ehlenbogen (Ort im Schwarzwald), Elbogen (Burg in Tschechien), Ellenbogen (Berg in der Rhön) kommt auch in anderen Ortsnamen vor. Man sollte an einen gekrümmten Flusslauf denken.

    • Die Dörsbach biegt unterhalb der Burg Katzenelnbogen nach Westen ab. Die Burg liegt auf dem heute sog. Römerberg, der nur wenige Meter aus der Umgebung herausragt.

Die immer wieder zitierte "lateinische" Namensform Cattimelibocus 'Melibocus der Chatten' ist eine gelehrte Neubildung, um den deutsche Namen einem lateinischen Text anzupassen.

Dieser Name stammt von Beatus Rhenanus (1531), der allerdings von einem Volk namens Catti Meliboci 'Chatten vom Melibokus' spricht und offen lässt, wo dieses Gebirge ist. Klar ist aber, dass er mit Catti Meliboci die Bewohner der Grafschaft Katzenelnbogen meint. Später dachte man je nach Vorlieben an den Taunus oder den höchsten Berg an der Bergstraße. [4]

  • Die deutsche Namensüberlieferung lässt keine andere Deutung als 'Katzenellbogen' zu.

  • Μηλίβοκον Mēlíbokon ist bei Ptolemäus 2,11,5.10 ein größeres Gebirge, das das Siedlungsgebiet der Chamaven und Cherusker begrenzte und kein einzelner Berg. Der Melibokus im Odenwald verdankt seinen Namen einer gelehrten Spekulation, die bei den Angaben des Ptolemäus keinen Anhaltspunkt hat.

 

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[1] Köbler, Hist. Lexikon der dt. Länder 299

[2] Müller, Hesisaches Ortsnamenbuch 1,369

 

 

 

 


[3] Ramge, Südhess. Flurnamenbuch 559.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[4] Helmut Häuser: Die Übertragung des Namens Melibokus auf den Malchen an der Bergstraße durch den Zwingenberger Pfarrer Arnold 1586. MNA, 17/1979, S.1-12

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Übersicht

 

Sprachecke 06.05.2008

 

Datum: 2007

Aktuell: 29.05.2011