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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Siedlungsnamen zwischen Rhein, Main, Neckar und Itter

Siedlungsgeschichte

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1. Altertum

a)  Kelten

b) Römer

c) Sweben

d) Alemannen

e) Burgunder

2. Mittelalter

a) Merowinger

b) Karolinger

d) Hochmittelalter

e) Spätmittelalter

3. Neuzeit

a) Renaissance

b) Absolutismus

c) Industrialisierung

d) Gegenwart

 

1. Altertum

a)  Kelten

Menschliche Ansiedlungen lassen sich im Rhein-Main-Neckar-Raum schon in der Jungsteinzeit nachweisen und wurden bis ins letzte vorchristliche Jahrhundert weitergeführt und ausgebaut. Dann kam es zu gewaltigen Umwälzungen: Die anrückenden Germanen vertrieben die keltischen Ureinwohner,[1] ohne selbst ansässig zu werden. Als sich seit Augustus die Römer anschickten, über den Rhein vorzudringen, fanden sie ein weithin entvölkertes, aber wohl nicht ganz menschenleeres Land vor.

b) Römer

Die Römer legten seit dem 1. nachchristlichen Jahrhundert zum Schutz der eroberten Gebiete zunächst im Grenzbereich größere und kleinere Kastelle an, in denen gallische und britannische Hilfstruppen lagen, ferner zur Sicherstellung der Verpflegung einzeln stehende Bauernhöfe (villae rusticae), welche wohl von ausgedienten Soldaten bewirtschaftet wurden, die mit der Zuweisung eines Hofes eine Abfindung erhielten. Die Römer nahmen bei der Wahl des Platzes zwar keine Rücksicht auf frühere Siedlungsplätze, sondern folgten eigenen Grundsätzen. Es ergab sich aber in dem einen oder anderen Fall, dass der römische Hof doch wieder an alter Stelle errichtet wurde, weil eben die Lage günstig war: unbewaldet, hochwasserfrei, Wasserstelle, guter Boden.

c) Sweben

Weiterhin ließen sich frühe Germanen vom Stamm der Sweben schon vorher oder in römischer Zeit in Südhessen nieder und bewohnten ihre eigenen dorfartigen Siedlungen mit lehmverkleideten Holzpfostenhäusern und Stroh- oder Schilfdächern. Im Binnenland entstanden außerdem größere römische Zivilsiedlungen (lat. vici), von denen einige zu Hauptorten eines ganzen Landkreises (lat. civitates [2]) aufrückten.

d) Alemannen

Nach dem Fall des Limes um 250 geriet ganz Südhessen unter die Herrschaft der Alemannen [3], was die Römer aber nicht hinderte, noch im 3" Jh auf dem Felsberg Steine zu brechen und über die Weschnitz abzufahren. Unter Kaiser Julian (360 / 63) machten die Römer einen Vorstoß über den Rhein und fanden dort alemannische Gehöfte nach römischer Bauweise, die sie zerstörten und plünderten. [4] Das zeigt also, dass die Alemannen römische Bauwerke weiter benutzten; [5] darüber hinaus sind auch Siedlungen in germanischer Bauweise bezeugt. [6]

e) Burgunder

Bereits unter Kaiser Valentinian (364/75) erscheinen burgundische Krieger am Rhein. [7] 406/7 dringen die Burgunder zusammen mit anderen Ostgermanen über den Rhein vor und gründen unter Gundicharius ein Reich in der römischen Provinz Belgica, das 436 von hunnischen Hilfstruppen (?) der Römer vernichtet wird. [8]

Dass Burgunder auch auf der rechten Rheinseite waren, lässt sich durch Grabfunde bei Lampertheim belegen. Der Ostgermaneneinfall vor 400 und die Vernichtung der Burgunder von 436 hat auch Südhessen stark in Mitleidenschaft gezogen, schon im 4" Jh den alemannischen Einfluss geschwächt und frühe fränkische Siedlungen begünstigt.

2. Mittelalter

a) Merowinger

Mit der Schlacht bei Zülpich 498 kam ganz Südwestdeutschland in die Hand der Franken [9]. Unter den Merowingern entfaltete sich offenbar eine planmäßige staatliche Siedlungstätigkeit, bei der neue Ortschaften mit formelhaften Namen wie Neu(en)heim, Ostheim, Hofheim angelegt wurden. [10] Dazu gehören wahrscheinlich auch Orte, deren Namen auf Besonderheiten der Lage Bezug nehmen wie z. B. Griesheim [11], das wohl zu den ältesten merowingischen Gründungen gehört. [12] Die klassischen Orte mit -heim + Personennamen gehören demnach vielleicht teilweise noch in die unruhige Zeit der fränkischen Landnahme vor 500.

b) Karolinger

Obwohl das Christentum wohl schon in der frühen Merowingerzeit in Südhessen Fuß gefasst hatte, [13]  spielt die Kirche als Gründerin erst seit den Karolingern eine Rolle: Kirchen und Klöster wurden mit reichem Grundbesitz bedacht, kamen durch geregeltes Leben und vorbildliche Betriebsführung zu Wohlstand und legten in abgelegenen Gebieten die ersten Rodungssiedlungen an.

Jetzt erst, mit dem Aufkommen der klösterlichen Schreibstuben, beginnen die schriftlichen Quellen zu fließen und ermöglichen uns, Genaueres über die Entstehung einer Siedlung zu sagen. [14]

Anlass für die Ersterwähnungen eines Ortes waren hauptsächlich Besitzübertragungen. Aber auch vor dem Einsetzen der schriftlichen Überlieferung wird eine Besitzübertragung z. B. im Namen von Handschuhsheim angedeutet: Der Lehnsherr, wohl der fränkische König, übergab das Lehen symbolisch mit einem Handschuh. [15]

Spätestens mit dem Aufkommen der Karolinger kam die Zuwanderung neuer Siedler zum Stillstand. Im 9" Jh werden nur 14 Orte neu erwähnt. Das heißt nicht, dass die Bevölkerung nicht weiter angewachsen wäre; aber das Bevölkerungswachstum konnte zunächst wohl durch Strukturverbesserungen aufgefangen werden: Dreifelderwirtschaft und verbesserte Ackerbaumethoden, Gründung von Städten mit neuen Lebensmöglichkeiten. Das Aufkommen eines unverheirateten geistlichen Standes wird außerdem eine Bevölkerungsexplosion verzögert haben.

Das Bevölkerungswachstum drückt sich in dieser Zeit weniger durch die Neugründung von Ortschaften aus als vielmehr dadurch, dass Einzelhöfe zu Dörfern erweitert [16] und gelegentlich umbenannt wurden. [17]

d) Hochmittelalter

Im Hochmittelalter scheinen sich die Lebensbedingungen plötzlich verschlechtert zu haben: In einer Zeit, in der alle bekannten Möglichkeiten der Wirtschaft ausgereizt waren und sich durch eine Klimaverschlechterung [18] die Missernten häuften, kam das Rittertum auf, schöpfte die bescheidenen Reserven der Landwirtschaft ab und stellte immer größere Ansprüche. Die damals entstandenen Bettelorden mussten ebenfalls mit durchgefüttert werden und trugen im Unterschied zu den früheren Klöstern nichts zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage bei. Trotz starker Verluste durch Pest und häufige Kriege konnte die Bevölkerung sich mit den herkömmlichen Mitteln nicht mehr ernähren. Das führte nicht nur zur Abwanderung (Kreuzzüge, Ostkolonisation), sondern auch zur Rodungstätigkeit und zu Gründung neuer Siedlungen:

Kennzeichnend für diese Zeit des Landesausbaus sind Namenglieder, die Gegebenheiten der unbelebten Welt benennen, allen voran -bach [19], aber auch -klinge und die verschiedenen Ausdrücke für 'Berg'.

e) Spätmittelalter

Zwei weitere Namenglieder geben unmittelbares Zeugnis für den Landesausbau:

  • Hard [20]  bedeutet 'bisher nicht genutztes Ödland am Rand der Gemarkung, etwa an Berghängen [21] oder kleineren Wäldern . [22]

  • Rod [1] dagegen bezeichnet Ackerland, das einem größeren zusammenhängenden Wald abgerungen wurde.

Außerdem tritt im Spätmittelalter verstärkt eine andere Sitte in Erscheinung, an der sich ebenfalls den wachsenden Landbedarf ablesen lässt: Bei immer mehr älteren Siedlungsnamen tritt ein drittes Namenglied auf, das benachbarte gleichnamige Orte unterscheidet wie Groß- und Klein-Umstadt, Nieder- und Ober-Ramstadt. Das ist doch wohl so zu verstehen, dass sich in der Nähe der Muttersiedlung [24] ein Ableger gebildet hat, vielleicht durch Erbteilung oder als Aussiedlerhof. In späterer Zeit macht sich auch das Bedürfnis bemerkbar, Teile einer Streusiedlung genauer zu kennzeichnen. [25]

3. Neuzeit

a) Renaissance

Mit Beginn der Neuzeit ebbt die Gründungswelle auf einmal ab. Es werden eigentlich nur noch neue Einzelhöfe genannt, die aber nur unvollständig erfasst werden konnten. Die Neuzeit ist ferner eine Zeit der großen Kriege, in denen es zu großen Bevölkerungsverlusten kam, im Odenwald wohl erstmals im Zusammenhang mit der Bayrischen Fehde 1504 und vor allem durch den 30-jährigen Krieg, durch den des Rhein-Main-Gebiet fast ganz entvölkert wurde. Danach folgte eine lange Reihe kriegerischer Auseinandersetzungen mit Frankreich, die erst 1945 beendet wurde.

b) Absolutismus

Es gab also in der frühen Neuzeit keinen Anlass für Neugründungen; im Gegenteil wurde der Rhein-Main-Neckar-Raum im 16-er und 17" Jh wieder Einwanderungsland. In die entvölkerten Gebiete zogen vor allem Menschen aus Österreich und der Schweiz, aber anscheinend auch aus dem flämisch-niederländischen Raum. Besonders erwähnenswert sind die um 1700 angesiedelten Hugenotten in den "welschen Dörfern" Rohrbach, Wembach und Hahn, im "Welschdorf" Neu-Isenburg und in Walldorf.

Im Laufe des 17" Jh wuchs die Bevölkerung wieder auf den Stand vor 1614 an und kam im Laufe des Jahrhunderts dann wieder so weit, dass das Land seine Bewohner nicht mehr ernähren konnte. Dies führte aber weniger zu einem weiteren Landesausbau, sondern vor allem zur Abwanderung in den Donauraum und seit dem 18" Jh in verstärktem Maße nach Amerika.

Ebenfalls im 17" Jh kam es zu Neuerungen in der Landwirtschaft, durch welche die vorhandenen Möglichkeiten besser genutzt werden konnten:

  • damit Abkehr von der Dreifelderwirtschaft, bei der ein Drittel des Bodens brach gelegen hatte und als Weideland genutzt worden war;

  • später Erfindung des mineralischen Düngers.

  • im 18" Jh Abschaffung der adeligen Jagdrechte. Durch die übergroßen Wildbestände und die rücksichtslosen Parforcejagden hatte vorher die Landwirtschaft große Schäden erlitten.

  • Abkehr von der Waldweidewirtschaft (z.B. Eichelmast der Schweine), die das natürliche Nachwachsen der Bäume verhindert hatte.

  • Durch Steinkohle und vermehrte Stahlproduktion wurde nicht mehr so viel Holz benötigt, daher Regeneration des Waldes.

  • Durch neue Textilfasern aus Übersee wurden landwirtschaftliche Flächen frei, weil nicht mehr so viel Weideland für Schafe und Ackerland für Flachs und Hanf benötigt wurde.

  • Die Behörden erkannten die Bedeutung des Waldes für die Umwelt und begannen, die sehr ausgelichteten Wälder wieder aufzuforsten. Weitere Rodungen waren also nicht nötig und auch nicht erwünscht.

Trotzdem hat man im 17" Jh nochmals versucht, auf den schlechten Böden des Sandstein-Odenwalds neue Siedlungsräume zu erschließen, die aber teilweise wieder aufgegeben werden mussten. Neue Lebensmöglichkeiten boten sich auch durch die im 18" Jh einsetzende Industrialisierung: Ein Teil des Bevölkerungsüberschusses wanderte in die Städte ab und machte auch dadurch die Neugründung von Ortschaften überflüssig.

c) Industrialisierung

Die Neuerwähnungen im 18" Jh sind wohl zum größten Teil Nachträge, die im Rahmen amtlicher Erhebungen kleinere Orte, Einzelhöfe und Mühlen aufführen, die bisher noch nicht in Erscheinung getreten waren. Kennzeichnende Neugründungen dieser Zeit sind die Frankfurter Vorstadt Louisa, die Arbeitersiedlung Grube Messel und die Villenkolonie Trautheim vor den Toren Darmstadts.

Nach Jahrhunderten der Aufspaltung von Siedlungen in immer kleinere Einheiten setzt nun eine gegenläufige Bewegung ein, die z. B. in der Zusammenlegung von Lützel- und Wiebelsbach sowie Rai- und Breitenbach zum Ausdruck kommt, ferner z. B. auch in der Eingemeindung von Bessungen und Arheilgen nach Darmstadt. Seit etwa 150 Jahren verschmelzen also kleinere Einheiten zu größeren Gebilden - eine Entwicklung, die bis in die Gegenwart anhält.

Bedingt durch die politische Umgestaltungen in den letzten 200 Jahren kam es auch zu tief greifenden Veränderungen im Gefüge der Siedlungen: Mit dem Zerfall der Adelsherrschaft und mit der damit einhergehenden Bauernbefreiung waren größere landwirtschaftliche Betriebe möglich geworden, die bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg gut wirtschaften konnten und unter der nationalsozialistischen Herrschaft besonders gefördert wurden. Die Neuverteilung des Bodens und die Aufgabe der Dreifelderwirtschaft machten eine langfristige Umgestaltung der Landschaft notwendig, die bis in unsere Zeit in verschiedenen Flurbereinigungen vorgenommen wurde. Dazu kam seit Beginn des 18" Jh der Bau von neuen, befestigten Straßen und später von Eisenbahnlinien. Sie machten die Ballungszentren auch für abgelegene Ortschaften erreichbar und brachten den technischen Fortschritt in die hintersten Winkel des Odenwalds. Sie hatten aber auch Veränderungen in der Landschaft zur Folge, die wiederum zum Bau neuer Siedlungseinheiten führten: Bahnhöfe, Bahnwärterhäuser, Gasthöfe, Rasthäuser und eine ganze Menge von Einrichtungen, die den Verkehr überhaupt erst ermöglichen.

d) Gegenwart

Dabei kam es zu verschiedenen, einander widerstreitenden Entwicklungen:

  • Landflucht als Folge der Industrialisierung
    Stadtflucht infolge von Kriegseinwirkungen und der Unwirtlichkeit der Städte und begünstigt durch den aufkommenden Fremdenverkehr

  • immer stärkere Zersiedlung der Landschaft durch Aussiedlerhöfe, Verkehrs-, Industrie- und Freizeitanlagen
    behördliche Maßnahmen gegen die Zersiedlung

  • Zusammenwachsen benachbarter Ortschaften bzw. Schaffung von Verbandsgemeinden
    Neugründung neuer Siedlungen am Rand der Städte

  • Aufstieg und Niedergang der Landwirtschaft mit allen baulichen Veränderungen. [26]

In den Dreißigerjahren des 19" Jh wurden im Rahmen nationalsozialistischer Förderungsmaßnahmen ganze Bauerndörfer wie Allmendfeld, Hessenaue und Riedrode neu gegründet.

Durch den 2. Weltkrieg und in der Nachkriegszeit kam es zu weiteren Umwälzungen: schwere Verluste an Menschen und an Bauten, mehrfache Umsiedlung von Stadtbewohnern, Zustrom von Heimatvertriebenen, Flüchtlingen und Übersiedlern bis heute, später Zuwanderung von ausländischen Gastarbeitern und Arbeitssuchenden aus abgelegenen Gebieten. Es mussten also neue Wohnungen und Arbeitsplätze geschaffen werden. Im Rhein-Main-Gebiet ist vermutlich mindestens die Hälfte der heutigen Gebäude in den letzten 40 Jahren neu errichtet worden. Das führte aber kaum zur Gründung neuer, sondern zur Ausweitung bestehender Ortschaften, vor allem auf Kosten von Ackerland.

 

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[1] Nach Caesar hatten die damals in der Schweiz ansässigen, aber aus der Rheinebene stammenden Helvetier vor ihrem Aufbruch nach Gallien ihre eigenen Siedlungen verbrannt. Wir werden annehmen müssen, dass in dieser unruhigen Zeit der größte Teil der ja aus Holz bestehenden keltischen Siedlungen im Rhein-Main-Neckar-Raum den Flammen zum Opfer fiel.

[2] natürlich nicht in unserem Sinn, eher nach Art einer heutigen Verbandsgemeinde: Die umliegenden Bauernhöfe gehörten mit dem Hauptort zusammen zu einer civitas.

[4] Ammianus Marcellinus 17,1,7

[5] Beispiele: Seligenstadt, Dieburg (Münzen nach 250). In Groß-Bieberau fand sich in den Überresten eines römischen Hofs ein Skelett mit einer merowingischen Speerspitze in den Rippen.

 [6] Ammian 18,2,15: "umzäunte, leicht gebaute Wohnstätten"

[7] Ammian 28,5,10-15. Die Burgunder scheinen damals am mittleren Main und im Taubertal gelebt zu haben. Die alte Limesgrenze schied sie von den Alemannen.

[8] Zur Provinz gehörten nicht nur die heutigen BeNeLux-Länder, sondern auch Lothringen und Rheinland-Pfalz. Wenn wir bedenken, dass die Reste (!) des Volkes im französischen Burgund angesiedelt wurden, so müssen wir annehmen, dass das Burgunderreich vor 436 ein ähnlich großes Gebiet war und die gesamte Belgica umfasste.

Zum Ganzen

[9] Wie die Alamannen sind auch die Franken aus germanischen Truppenverbänden in römischem Dienst entstanden. Sie waren ursprünglich im flämischen Raum stationiert.

[10] Der Vergleich mit heutigen Neubenennungen drängt sich geradezu auf: Modautal, Mossautal, Gorxheimer Tal...

[11] Grieß 'Sand'. Der Ort liegt an einer Düne.

[12] Der dort ausgegrabene Friedhof ist ab etwa 500 belegt.

[13] Ein frühes Zeugnis ist der Grabstein Remicos von Goddelau.

Die Griesheimer Gräber lagen von Anfang an in Ostwest-Richtung, d. h. es waren wenigstens die Gründer Christen. Auch wenn sich noch lange vorchristliche Bräuche und Vorstellungen erhalten haben, so hat sich doch die Ausrichtung der Gräber auf diesem Friedhof eindeutig durchgesetzt. {HiF 187f}.

[14] Ein Achtzehntel (81/1466) wurde erstmals im 7" Jh aufgezeichnet, vor allem im Rahmen von Schenkungen. Bei dieser Gelegenheit wurde also zugleich eine Bestandsaufnahme gemacht. So erklärt sich, warum die Menge der Erstnennungen im 8" Jh auf 48 und im 9" Jh gar auf 14 zurück geht: Die Erstnennungen im 9" Jh waren wohl nicht mehr Nachträge, sondern wirkliche Neugründungen.

[15] Andere Möglichkeit: Der Namensgeber trug den Übernamen Handschuh.

[16] erkennbar an der Mehrzahl von -hausen und -hofen

[17] z. B. Gundernhausen statt Suntilingen, Dilshofen statt Dilsheim

[18] Zwischen 950 und 1250 war es wärmer als heute; im 12" Jh begann eine lange Kaltzeit, die sich durch schlechte Ernteerträge ausgewirkt haben wird. {PM Perspektive 92/29 "Wetter" S. 84f}

[19] im 13" Jh 42, im 14" Jh 18

[20] 6 von 16 Nennungen im 12. bis 14" Jh

[21] z. B. Zeilhard am äußersten Rand der alten Dieburger Mark

[22] z. B. des 1318 gegründete Braunshardt in einem nemus 'Wäldchen' der Weiterstädter Mark

[23] Des Namenglied erscheint schon im 9" Jh, hat aber seinen deutlichen Schwerpunkt im 14. und 14" Jh (12/25)

[24] in der Regel die Groß-Orte und die am Unterlauf des Flusses (Nieder-, Unter-)

[25] so anscheinend bei Ober-Klein-Gumpen, das 1827 von Klein-Gumpen abgetrennt wurde. Ansonsten wurde diesem Bedürfnis durch die geläufige Unterscheidung von Ober- und Unterdorf sowie durch eigene Hausnamen Rechnung getragen.

Diese nennen vor allem die Familie (Schmidd-Hannesse-Adam in Georgenhausen) oder den Zweck des Gebäudes (Schule, Mühle). Die noch heute gebräuchlichen Hausnamen in Georgenhausen spiegeln teilweise die Verhältnisse vor 100 Jahren.

[26] Neubau moderner Wirtschaftsgebäude und ganzer Höfe / Stilllegung von Betrieben sowie Umbau von Ställen zu Garagen und andere Nutzungsänderungen

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Übersicht

 

 

 

Datum: 1998 / 2005

Aktuell: 20.05.2013