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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Siedlungsnamen zwischen Rhein, Main, Neckar und ItterNamensglieder-ing 13x |
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-ing- oder -ung-, eine Ableitungsanfügung, [1] gilt im Unterschied zum fränkischen -heim als Kennzeichen alemannischer Gründung, [2] was im untersuchten Gebiet aber kaum wahrscheinlich ist. [3] ...inges, ...ingisin den Bergnamen [4] 1322 Heringes, 1401 Bullinges [5] Es ist wohl kein erstarrter Bindefall (vgl. Wetzels), sondern eine fnhd. Ableitung, vgl. mda. dabbes 'Tollpatsch', Flurname Höhnes / Groß-Zimmern (1353 in dem Hehnehe {"Groß-Zimmern" 246}); Bergname Ballerts. 1374 Heringes die stat muss dann in heutiger Schreibung Hering, die Stadt gelesen werden. ...ing...Von diesen einfachen Namen aus Glied + ing / ung + Endung müssen zusammengesetzte Namen unterschieden werden, wo das Bestimmungsglied mit ing+Endung verbunden ist: Nach {A 68.125} sind die Namen auf ...ingheim keine Mischformen aus -ingen und -heim, sondern Abarten der betreffenden Siedlungsnamen auf -heim. Statt des Bindefalls (Grimesheim) wird ein Beiwort auf ...ing vorgesetzt, also "'Grimmsches Heim' statt 'Grimms Heim'. [6] Die jüngeren Bildungen auf -inges.hausen [7] gehen wohl von einem Personennamen auf -ing aus. Solche Namen sind im nördlichen Hessen häufig. [8] Dagegen 795 Hemmingisbach, 1012 Cuningesbach = Kainsbach, 1095 Alingisbach und Erichesbůch, 1128 Cuningesbach 'Königsbach' zu Gewässer- und Bergnamen. Schon das alte Nemaningenses 'Leute von der Nemana = Mümling' enthält einen Gewässernamen. |
[2] vgl. schwäbisch Tübingen, aber auch bairisch Schwabing, westfälisch Solingen und engrisch Göttingen. Michael Hoepper hat wichtigeren Unterschied zwischen den älteren Bauernsiedlungen auf -ingen und den jüngeren Herrenhöfen auf -heim um unteren Rheintal herausgearbeitet: Wandel vom "ortsunabhängigen Personenverband" zum "platzgebundenen Wonsitz" {Alamannen 244 unter Berufung auf Ernst Schubert}. Die südwestdeutschen ingen-Orte liegen in den landwirtschaftlich günstigsten Gebieten. {ebd. 245}. [3] Bessungen scheint eine fränkische Gründung zu sein und hat Geschwister im hessisch-sächsischen Grenzbereich. Mömlingen > Nemaningenses geht auf einen swebischen Bewohnernamen zurück, der durch die Alemannen weitergegeben wurde. Der Name von Suntilingen > Gundernhausen kommt wohl von niedersächsischen Süntel-Gebirge; vielleicht wurde er von zwangsumgesiedelten Sachsen mitgebracht. [4] Vgl. die Gebirgsnamen Fläming in Brandenburg, Hümling an der Ems, Solling im Weserbergland [5] Vgl. im nördlichen Hessen Nuoringes = Burg Falkenstein {A 54} [6] Aus den Untersuchungen von Hoepper {Alamannen 243} lässt sich vielleicht der Schluss ziehen, dass Grimingheim nicht das "Schloss" des Kriegers Grimm, sondern Bauernhof der Familie Grimm war - eine späte Namenbildung nach vorgegebenem Muster. [7] 1210 Ippingeshusen, Rendingeshusen [8] Belege bei {A} |
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Datum: 1995 / 2005 Aktuell: 24.12.2009 |
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