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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Bildungsweise und Bedeutung der germanischen Personennamen |
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a. Ein- und zweigliedrige Namen i Wiederholungen von Namensgliedern wie c. Internationale Zusammenhänge c. Namensglieder nicht aus dem Standardwortschatz d. Dichterische Umschreibungen |
1. Forma. Ein- und zweigliedrige NamenSchon bei den ältesten germanischer Personennamen gibt es eingliedrige und zweigliedrige Namen: i Eingliedrig:
ii Zweigliedrig:
iii Kurz- und LangformenDie eingliedrigen Namen waren ursprünglich also keine Kurzformen der zweigliedrigen, sondern eigene Bildungen. Die zweistelligen Namen sind z.T. echte Zusammensetzungen, bei denen die zwei Namensglieder einen gemeinsamen Sinn ergeben, werden aber in den meisten Fällen dadurch entstanden sein, dass man einem Kind zwei Namen gab
Ursprünglich hatte man sich wohl bei der Namenskombination etwas gedacht (Wörtliche Bedeutung, Erinnerung an Vorfahren). War aber einmal ein solcher Doppelname in Gebrauch, so sah man ihn als eine vorgegeben Einheit an und gab ihn an die folgende Generation weiter. Nachdem sich die zweigliedrigen Namen eingebürgert hatten, wurden davon sekundäre Kurzformen gebildet wie
iv BeinamenEin Teil der alten eingliedrigen Namen sind
Die Beinamen haben ihren Ursprung wohl in militärischen Verbänden, später in Klöstern, wo Leute gleichen Namens unterschieden werden mussten. b. Familienzusammenhängei Wiederholungen von Namensgliedern wie
ii und Alliterationen
lassen Familienzusammenhänge erkennen und sind wohl ursprünglich dadurch entstanden, dass die Großeltern oder andere Verwandte ihre Namen oder Teile davon auf die Enkel vererbten:
iii PatenschaftenDiese Sitte wurde in christlicher Zeit wohl auch dadurch gefördert, dass Kinder die Namen ihrer Paten bekamen. Ich heiße z.B. mit zweitem Namen nach meinem Paten Alwin. In Georgenhausen vererbte sich die ungewöhnliche Namenskombination Anton Ulrich durch Patenschaften bei mehreren Familien über einen Zeitraum von über 150 Jahren. iv Beliebige KombinationDie ererbten Namensglieder wurden nach Belieben kombiniert. So finden wir bei den Merowingern:
c. Internationale ZusammenhängeGermanische Namen finden sich auch in nichtgermanischen Sprachen, so vor allem (durch die Franken) im Französischen, (durch die Langobarden) im Italienischen und (durch die Westgoten) im Spanischen. Oft lässt sich unschwer erkennen, dass es sich um dasselbe Namensmuster handelt, das nur in fremder Sprache anders ausgesprochen und geschrieben wird.
Interessanter sind Namen, die zum gemeinsamen Erbe dieser Völker gehören und verschieden weiterentwickelt wurden.
In manchen Fällen wird dieselbe Person mit verschiedenen Namensmustern bezeichnet:
Durch Übereinkunft scheinen da also mitunter Namen gleichgesetzt worden zu sein, die von ihrer Herkunft nichts miteinander zu tun haben. 2. Bedeutunga. Alte SinnzusammenhängeVon daher ist es schwer, in zweigliedrigen Namen einen gemeinsamen Sinn zu erkennen. Bei einigen alten Namen ist's möglich, z.B.
b. Vererbte NamensgliederAber was sollen wir mit kriegerischen Frauennamen anfangen wie
Hier wurden wohl die Namensglieder von Männern auf Frauen vererbt. Nach dem Sinn des Namens hat wohl keiner gefragt, weil z.B. *hilt und *gund zu der Zeit gar nicht mehr dem aktiven Wortschatz angehörten. Später hat sich eingebürgert, dass *hilt typisch für Frauennamen ist. c. Namensglieder nicht aus dem StandardwortschatzDas hängt sicher damit zusammen, dass man für die Namengebung gern Elemente verwendet, die nicht zum Standardwortschatz gehören. Denn die Namen bezeichnen ja einzelne Menschen und nicht Tiere oder Gegenstände. Das wird auch dazu beigetragen haben, dass man zweigliedrige Namen bildete: Bär, Eber und Wolf sind meist Tiere, manchmal auch Menschen, aber Bernhard, Eberhard, Wolfhard eindeutig Menschen. d. Dichterische UmschreibungenMit zu bedenken bei der Namensdeutung ist wohl auch der dichterische Sprachgebrauch: Der Stabreim verleitete zu immer kühneren Umschreibungen:
Es ist also damit zu rechnen, dass manche Personennamen solchen poetischen Umschreibungen entstammen. Ihren Sinn können wir kaum ahnen, weil bis aufs Hildebandslied die gesamte altdeutsche Stabreimdichtung verloren ist.
Bekannt sind solche Umschreibungen sonst nur noch bei einfachen Namenselementen wie
e. ZusammensetzungenBei den Zusammensetzungen gibt es zwei grundverschiedene Möglichkeiten: i Spezifizierende Zusammensetzungen:Das Grundglied bezeichnet ungefähr das Gemeinte, das Bestimmungsglied gibt nähere Erläuterungen:
ii Das ganze Wort kennzeichnet eine Eigenschaft des Gemeinten:
iii Verbale BedeutungIn einigen Fällen können Namensglieder auch verbale Bedeutung haben: f. ehemalige TitelManche Namen scheinen aus Titeln oder Berufsbezeichnungen hervorgegangen zu sein
in umgekehrter Reihenfolge:
3. Weiteres VorgehenErst unter diesen Voraussetzungen ist es möglich, germanische Namen zu deuten. Ich gehe auf zwei verschiedenen Wegen vor:
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Datum: 2005 Aktuell: 29.12.2010 |
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