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Herkunft
Bedeutung
Synonyme
Afrika
Afrikaner |
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Der Name des
Schwarzen Kontinents stammt aus dem Lateinischen:
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Āfer war ein Bewohner, Āfra
eine Bewohnerin des heutigen Tunesiens,
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Āfrica
das heutige Tunesien > Kontinent
-
Āfricanus
'Tunesien betreffend'
Der wohl älteste Beleg für Afer ist der
Beiname des Dichters Publius Terentius Afer (um 195 bis 159 v. Chr.), der in
Karthago geboren wurde. Belege für Africanus
bei Plautus (um 250 bis 184 v. Chr.), Africa und
Afer bei Varro (116-27 v. Chr.).
Der Landesname
ist abgeleitet von dem Namen der Bewohner, vgl.
Belgica 'Land der Belgae'.
Von daher ist die erstmals von A. J. Storfer, "Im Dickicht der Sprache"
1937 vorgetragene Theorie hinfällig, dass der Name des Kontinents von
einem Berberstamm namens Aouraghen stammt,
denn -ica ist eine indogermanische
Ableitungssilbe, die unserem
-ig entspricht.
Umgekehrt könnte sich der Stamm nach seiner alten Heimat in
"Africa" benannt haben.
Ausgangspunkt muss
also der Einwohnername Āfer sein:
-
Der
Volksname Āfri lässt sich kaum trennen von
Ugarit, ägypt. ʕpr, ostsemitisch
Ḫapíru,
eine nicht städtische Bevölkerungsschicht in Vorderasien und Ägypten,
vermutlich identisch mit hbr.
עברי
ʕibrî
'Hebräer'.
Die biblischen Hebräer (griech. Ἑβραῖοι
Hebraîoi,
lat. Hebraei) scheinen aus dieser sozialen
Schicht hervorgegangen zu sein.
Der biblische Name wird Gen 14,13 mit
περάτης
perátēs
'der von drüben' übersetzt und mit hbr.
עבר
ʕ-b-r
'hinübergehen, herüberkommen' erklärt. Wahrscheinlich spielt diese Deutung
schon bei der Schreibung mit /b/ eine Rolle.
Tatsächlich
ist der Name eher an semit. ʕaparu 'Humus,
Erdkrume, Staub' anzuschließen, das in der Bibel die Nebenbedeutung
'niedrig, nichtig' hat. Das Wort könnte also die Unterschicht bezeichnet
haben, vgl. unser "Abschaum, der letzte Dreck".
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kabyl. a-beṛṛani 'Fremder' <
beṛṛa 'draußen' mit dem Artikel a-.
Davon abgeleitet mit Reduplikation Berber
'Nordwestafrikaner'.
"Fremde" waren aus Sicht der Einheimischen die Punier.
Vermengt mit arab. بربر
barbar 1. Barbar', 2.
'Berber, nicht arabisch sprechender Nordafrikaner'
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In
Ostafrika, am Roten Meer und Golf von Aden leben die nomadischen Danakil,
die sich selbst Afar nennen. Ihre Sprache
ist kuschitisch, gehört zum ostafrikanischen Zweig des Hamitischen und ist
daher einheimisch. Ihr Name kann also nur indirekt etwas mit der
lateinischen Bezeichnung für die Tunesier zu tun haben.
Eher besteht ein Zusammenhang zu dem sagenhaften Goldland der Bibel,
אופיר, Ophir,
zu dem König Salomo Schiffe durchs Rote Meer schickte. Goldvorkommen gibt
es im benachbarten Äthiopien. Vgl. auch äthiop.
ʔafer 'Staub' (mit Aleph, nicht mit Ain!)
Man muss sich
fragen, warum die Römer die Provinz Africa
und nicht Punica genannt haben.
Wahrscheinlich war Puni nur der Name der
Oberschicht, während sich die einheimische Bevölkerung
Afri nannte. Das könnte die Überlegungen
bestätigen, wonach dieser Name aus einer punisch-berberisch-römischen
Mischform entstanden ist.
Der alte
Provinzname Africa für Tunesien wurde
zunächst auf Nordafrikas und später auf den ganzen Kontinent übertragen.
Auch die Griechen
nannten den Maghreb nach dem Land, das ihnen am nächsten lag:
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Λιβύη
Libýa > lat.
Libya > dt.
Libyen
benannt nach den wehrhaften Nachbarn der Ägypter, die in ägypt.
Quellen Rbw =
Libu, hbr.
לובים
lûbîm,
arab.
لزبت
lûbî
genannt werden.
Mich reizt, den Namen mit dem hamitischen Wort für 'Löwe'
zu erklären.
Spätestens seit
Strabo galt Libýa =
Africa als eigener Erdteil. Als Grenze zu Asien gilt bis heute das
Gebiet des heutigen Suezkanals.
Die Araber nennen
das westliche Nordafrika
مغرب
Maģrib,
Maghreb
'Abendland'.
Nordafrika
nördlich der Sahara und Ägypten ist von hellhäutigen Menschen bewohnt.
Südlich der Sahara und von Ägypten leben Menschen mit dunkler Hautfarbe. Sie
werden unterschiedlich benannt:
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antik: Äthiopier
griech.
Αἰθιόπες
Aithiópes
'die mit den
verbrannten, schwarzen Gesichtern' sind bei Homer die Bewohner einer
fernen Insel im östlichen Ozean, später auf die schwarze Bevölkerung des
Sudan übertragen. Daraus der Landesname
Αἰθιοπία
Aithiopía
'Sudan + Abessinien', lat. Aethiopes
'Schwarzafrikaner', Aethiopia.
Das heute so genannte Land Äthiopien
südlich des Sudan setzt die alte Namenstradition fort und hat damit den
alten (arabischen?) Landesnamen
حبش
(Ḥabaš)
> Abessinien verdrängt.
Die Semiten nannten das südliche Nilland hbr.
כוש
Kûš,
ostsemitisch
Kûsu, Kûšû,
die Ägypter Kʔš, ursprünglich wohl Name
eines einzelnen Stammes.
Daher hbr.
כושי
kûšî 'Neger'
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mittelalterlich:
Mohren
Die Römer nannten die Bewohner des westlichen Nordafrika
Mauri. Das ist ein Berbervolk mit heller
Haut.
Das seltene griech. Wort ἀμαυρός,
μαῦρος
amaurós, maûros 'lichtlos, dunkel' hat wohl nichts damit zu tun. Das neugriechische Wort
bedeutet auch 'Maure, Neger'
Das
lateinische Wort wurde schon im 7er Jahrhundert als
Môr, Mohr ins Deutsche übernommen. Die
nordafrikanischen Mauren hatten ja in dieser Zeit die iberische Halbinsel
besetzt und waren damit Nachbarn der Franken geworden. Der Name dieses
Volkes wurde rasch auf alle Afrikaner übertragen; aber erst zu Beginn der
Neuzeit bekam es die ausschließliche Bedeutung 'Schwarzafrikaner'.
Beispiele aus der Literatur:
-
Parzival hatte einen schwarz-weiß
gescheckten Halbbruder, Sohn einer Mohrin.
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Siegfried von Mohrland, offensichtlich ein Afrikaner, bewirbt sich
um die Hand Kudruns und verhält sich sehr anständig, obwohl er
abgewiesen wird.
Die beiden Beispiele illustrieren, wie die mittelalterlichen Dichter
über die Mohren dachten.
-
Ein neuzeitliches Beispiel ist die antirassistische Ballade vom Mohren
im "Struwwelpeter". Das Gedicht lässt erkennen, was man damals von den
Mohren hielt: Man lachte über sie, weil sie anders aussahen. Tatsächlich
hat vor 1914 kaum jemand in Deutschland einen Dunkelhäutigen mit eigenen
Augen gesehen.
-
neuzeitlich:
Neger, Farbige
Lat. nĭger 'dunkel, schwarz' konnte
auch die sonnengebräunte Haut der Italiener, schwarze Haare und
Trauerkleider bezeichnen, wurde aber nicht auf die Afrikaner angewandt.
Erst mit Beginn des Sklavenhandels begann man die dunkelhäutigen
Zwangsarbeiter mit dem romanischer Wort negro
(span., port. > engl.), nègre (franz.) zu bezeichnen. Als Bezeichnung
für 'Sklaven' hatte es von Anfang an eine abschätzige Bedeutung, die uns
heute noch das aus dem Englischen stammende
Nigger vermittelt. Da es bei uns keine Sklaven gab, hat das dt.
Neger keinen verächtlichen, allenfalls einen
exotischen Klang.
Auch der rassistische Ausdruck Farbige hat
keinen guten Klang. Es bezeichnet nicht nur die dunkelhäutigen Afrikaner
und ihre Nachkommen, sondern alle Bewohner anderer Kontinente, die keine
"Weißen" und Orientalen sind, auch z.B. die Inder, die zum Teil hellhäutig
sind.
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anthropologisch: Negride
Die modernen Anthropologen bezeichnen das Erscheinungsbild vieler
Afrikaner mit dunkler Haut, krausem Haar und breiten Nasen als
negrid im Unterschied zu den hellhäutigen,
glatthaarigen und langnasigen Europiden.
Nicht alle dunkelhäutigen Afrikaner sind negrid. Die Äthiopier z.B., ein
aus Arabien eingewandertes Volk mit semitischer Sprache, sind Europide oder "Weiße" , obwohl ihre Haut fast schwarz ist.
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südafrikanisch Kaffer
Die holländischen Siedler in Südafrika nannten die Bantustämme
ihrer neuen Heimat nach arabischem Sprachgebrauch
Kaffern < arab كافر
kāfir 'Ungläubige'. Auch diese
Bezeichnung hat also eine verächtliche Bedeutung.
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arabisch
زنجي
Żanği
daraus pers.
زنگی
Żengî,
kurd. Zinci, türk.
Zenci
Der Name erscheint bereits bei Strabon 35, 1–19
als
Αζανία
Azanía,
gleichlautend mit dem Namen einer Landschaft in Arkadien. Plinius erwähnt
außerdem ein Volk Zangenae. 524 gibt es in
dieser Gegend ein Kloster Zingion. Davon
hat auch die Insel Sansibar
ihren Namen.
1964 vereinigten sich Tanganjika
und Sansibar
zu einem gemeinsamen Staat Tansania.
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arabisch
أسود
ʔaswad Pl.
سودان
sûdân
'Schwarzer, Neger'
daraus
بلاد
السودان
bilâd as-sûdân
'Land der
Schwarzen', verkürzt
لسودان
as-Sûdân 'der Sudan'
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Von
Tamasheq a-ginaw 'Schwarze' soll der Name
Guinea
kommen.
-
chin. hēirén
'schwarzer Mensch'
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