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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Völker-, Länder- und Gruppennamenאשכנזים Aškenażîm |
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Die jiddisch sprechenden Juden nennen sich selbst אשכנזים Aškenażîm nach einem Urenkel Noahs, אשכנז Aškenaż Gen 10,3. Gemeint waren mit diesem Namen ursprünglich wohl die Skythen, die frühmittelalterlichen Juden aber übertrugen ihn auf die Deutschen. Wie kamen sie denn darauf? In der Sage vom "Ursprung der Sachsen" wird berichtet, dieser Stamm sei mitsamt seinem ersten König Aschanes bzw. lat. Ascanius im Harz aus einem Felsen gewachsen. [1] Vielleicht steckt dahinter ein auch in der Edda bekannter Mythos, wonach die ersten Menschen Askr und Embla aus angeschwemmten Baumstämmen erschaffen wurden [2]. Grimms Gewährsmann Johannes Aventin leitet den Namen Germani von lat. germinare 'hervorwachsen' ab und begründet das mit dieser Sage.[1] Der Name Aschanes knüpft aber auch an die Troja-Sage an: Askanios war der Sohn des Aeneas, der sich laut Vergil in Italien niedergelassen hatte. Nach dem althochdeutschen Anno-Lied 22 f war ein anderer Sohn des Aeneas namens Franko an den Rhein gekommen und hatte dort ein kleines Troja (Xanten) gegründet. Die Sachsen, heißt es in 21, seien Reste des Heeres Alexanders gewesen, die sich nicht den Diadochen unterwerfen wollten und daher umherirrten und an der Elbe eine neue Bleibe fanden. Auch Snorri knüpft in seiner Vorrede an die Troja-Sage an, danach sei der nordische Gott Odin aus Troja ausgewandert und habe Sachsen, Franken und das Nordland besiedelt. Nach Askanios hat sich auch das Fürstengeschlecht der Askanier aus Aschersleben (Sachsen-Anhalt 1263 lat. Ascharia) benannt. [3] Man war also im Mittelalter fleißig bemüht, die eigene Geschichte an die Antike anzubinden (Herkunft von den Trojanern oder dem Heer Alexanders). Die Juden in Deutschland haben wohl diese Sage gekannt, als sie den biblischen Aškenaż mit Deutschland gleichsetzten. Vielleicht hat dabei auch eine Rolle gespielt, dass der Aškenaż nach der Bibel einer Sohn Gomers war, den man mit den Germanen gleichsetzen konnte. |
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[1] Grimm, Deutsche Sagen Nr. 413 [2]
Vǫluspá
17f. Snorri Gylfi 12,9.
Wikipedia Aschanes [3] Duden, Geographische Namen in Deutschland 46 f |
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Datum: 2006 Aktuell: 13.03.2007 |
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