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Name
Erklärung
Form
Bedeutung
Geschichte
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lat. Chatti
[1],
Catti, Cathi,
Catthi, Cati
griech.
Χάτται, Χάττοι
(Kháttai, Kháttoi)
Sprich nicht "Katten, Schatten" oder gar "Tschätten",
sondern "Hatten" oder tatsächlich "Chatten" [xatən] mit /ch/
wie bei ach.
Von den Chatten haben die
Hessen ihren Namen, der
geschrieben wird.
Zweigstämme der Chatten waren die
/ss/ ist
die normale westeurop. Weiterentwicklung aus /tt, td, dt/
- Das /tt/ bei Chatti kann
also nicht aus /tj/ entstanden sein, das zu /tz/ wurde.
Also entweder
- /tt/ durch expressive Gemination aus einfachem /t/, oder
- /tt/ aus /t-d, d-t/
Der Umlaut
lässt sich vielleicht dadurch erklären, dass der Name
Chatti einen
i-Stamm hatte:
vgl. lat. hostis 'Fremder, Feind' / ahd.
gast, gastes
..., aber Pl. gesti,
gestio ... 'Gast'
also: germ. Sg. *Hatt,
Hattes ..., Pl. Hatti,
Hattio
... bzw. ahd. Sg. Hass, Pl.
Hessi. Chatti.
Hessi ist also zunächst nicht der lat., sondern der
germanische Plural; der Name konnte aber dann auch lat.
Chatti, Chattorum
..., Hessi,
Hessorum dekliniert werden.
Richtiger wäre freilich gewesen *Chattes,
Chattium ...
An den
Singular mit /a/ erinnert noch der Personenname
Hasso (n-Stamm).
- Der Stammesname
Hesse/n ist später wie
Schwaben, Baiern usw. in die schwache
n-Deklination übergewechselt.
Das -n im Landesnamen ist Lokativendung Plural 'bei den
Hessen'
- Die frühe römische Schreibung
zeigt, dass die Römer um Christi Geburt noch kein [h, x], sondern
ein behauchtes [kh] gehört haben, aus dem dann [x > h] wurde. Die
Schreibung wurde auch beibehalten, also schon längst [xat:i, hat:i]
gesprochen wurde.
Die verschiedene Anordnung des /h/ in den lateinischen Schreibungen
beruhen wohl einfach auf Schreibunsicherheiten des lateinischen
Schreibers, der selbst kein /h/ mehr sprach.
-
Die griechische Form
Χάτται neben
Χάττοι
Kháttai /Kháttoi hat einen a-Stamm und setzt
einen Sg. *Chatta, *Χάττης
Kháttēs voraus.
[2]
Die Chatten sind schon
sehr früh in Nordhessen ansässig geworden und könnten dort einen
vorgermanischen, evtl. keltischen Namen übernommen haben, in einer
Zeit, als /d-t/ noch nicht zu /ss/ geworden war.
Kelt.
cad-
ergab:
brit.
cad-ros 'schön, stark, abret., äcymr.
cadr 'schön'.
goid.
cassis < *cad-tis
(i- Stamm) 'ausgezeichnet,
überlegen, schön', ir. cais 'schick, gepflegt, angenehm'
Dazu der brit. Personenname
Cassivellaunos, cymr. Casswallawn
und der gall. Stammesname Veliocasses,
Veliokaϑis, zu
cymr. gwell 'besser'
Die Chatti wären demnach
'die Ausgezeichneten'.
Die Chatten gehörten zur Gruppe der
Wesergermanen und waren im heutigen Nordhessen ansässig. Sie dehnten ihren Einflussbereich im
christlichen Basisjahrhundert bis etwa an den Main aus.
Südhessen ist nie chattisch gewesen.
Da die Chatten
früh den Franken angegliedert worden waren, gab es kein eigenes chattisches
Herzogtum wie bei anderen Stämmen. Stattdessen bildeten sich im hessischen
Raum eine Reihe kleinerer Herrschaften aus.
Kristallisationspunkt des heutigen Landes Hessen ist die Landgrafschaft
Thüringen (seit 1130), die auch Besitzungen in Nordhessen hatte. Darum
zeigen
ja auch das Hessische und Thüringische Wappen den rot-weiß
gestreiften stehenden Löwen.
Nordhessen machte sich Mitte des
12er-Jahrhunderts selbständig. Die Landgrafen in Marburg vergrößerten
ständig ihr Reich, bis es zur Zeit Philipps des Großmütigen etwa die heutige Größe erreicht hatte. Nach seinem Tod 1567 wurde
Hessen aber in vier Teile aufgeteilt, die erst mit der Neubildung des
Bundeslandes 1946 wieder zusammenfanden.
Von 1806-1945 war auch ein Stück links des Rheins zwischen Worms, Mainz und
Bingen unter Hessen-Darmstädtischer Hoheit (Rheinhessen).
Der Name der Chatten / Hessen wurde also aus dynastischen und nicht
aus ethnischen Gründen auf einen größeren Bereich ausgeweitet.
Dieser Stamm hat als einziger seit
über 2000 Jahren
seinen Namen
beibehalten (wie die Schwaben) und
seinen Wohnsitz
beibehalten und
nicht an der
Völkerwanderung teilgenommen.
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ARIAL UNICODE MS.
[1] erstmals bei Strabon, Geogr.
7,1,3 (nach 7 v. Chr.)
[2]
auch bei Celtae und keltischen Stämmen wie
Belgae, Galatae.
Bei germanischen Stämmen ist dieser a-Stamm ungewöhnlich: Hinweis auf
die keltische Herkunft des Namens der Chatten? |