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Name
Form
Bedeutung
Geschichte |
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Der Name erscheint erstmals bei Velleius Parteculus 2,106 (Zeit des Tiberius 14-37
- klass.-lat. Langobardi
- normal-griech.
Λαγγόβαρδοι
(Langóbardoi)
[1]
Sonderformen:
Λακκόβαρδοι (Lakkóbardoi)
[2]
[3]
Λαγγιόβαρδοι
(Langióbardoi )[4]
Im Karolingerreich kam Longobardi auf
in Anlehnung an lat. longus 'lang'
[5]
ahd. Langbarta
anord. Langbarðar
mhd. Lancparte, Lancparter und
- Lamparte
[6]
- mlat. Schreibung Longobardi > mhd.
Lombarter
- it. Lombardi > nhd. Lombarden
Der Landesname lautet
- mlat. Langobardia
[7]
- ahd. Langbarton 'bei den
Langobarden' = Italien
- mhd. Lampardie, Lampartenlant
- später mlat. > it. Lombardia >
nhd. Lombardei
germ. lang > Langobardi >
Lamparte
lat. longus > Longobardi > Lombardia
Die Langobarden selbst verstanden sich als
und begründeten dies
mit einer heidnischen Legende, die in verschiedenen Fassungen überliefert
ist. [9]
Das Volk hieß ursprünglich Winili
[10]. Vor einem Krieg
gegen die Wandalen baten die Winili den Gott Goden = Wodan um Hilfe. Der
antwortete: Er hilft denen, die er bei Sonnenaufgang zuerst sieht.
Die Führer der Langobarden dagegen wandten sich an Godens Frau Frea. Die
riet ihr, die Frauen sollten sich sich am nächsten Morgen ihre Haar wie Bärte ins Gesicht hängen lassen und mit ihren Männern so
aufstellen, dass sie Goden vom Schlafzimmerfenster aus gleich sehen könnte. Goden: "Qui
sunt isti longibarbi - Was sind denn das für Langbärte?" - Frea: "Jetzt hast
du ihnen einen Namen gegeben, so gib ihnen
auch den Sieg.".
Die Legende erklärt also dem Stammesnamen
dadurch, dass die Winili durch einen Trick die Aufmerksam des Gottes auf sich
gezogen und damit von den Wandalen abgelenkt hatten, die selbstverständlich
auch schon vor Sonnenaufgang angetreten waren.
Vielleicht hat sich die Geschichte tatsächlich so abgespielt:
Die Winili legten ein Orakel in origineller Weise so aus, dass sie vor der
Schlacht auch ihre Frauen antreten ließen, die sich mit falschen Bärten als
Männer maskierten.
[11] Die
verdoppelte Größe der winilischen
Streitmacht wird, wenn nicht die Götter, so doch die Wandalen beeindruckt
und das Schlachtglück entschieden haben. Selbst wenn man annimmt, dass sich
die Damen vor Ausbruch der Feindseligkeiten wieder zurückzogen.
Im Sinne der Legende war die Bezeichnung
Langobarden zunächst ein Spitzname, den sich das Volk nach dem Sieg zu
eigen gemacht hatte.
Grundlage des Langobarden-Namens
scheint aber ein älteres
zu
sein, wie der niedersächsische Bardengau und der Ort Bardowick
bei Lündeburg nahelegt.
Die Vorfahren der Langobarden scheinen also zunächst einfach Barda geheißen zu haben.
"Langbärte" könnte eine spätere verdeutlichende Zusammensetzung sein.
Die Germanen scheinen im Allgemeinen keine Bärte oder nur
"Dreitagesbärte" getragen zu haben. Das muss auch bei den Langobarden nicht
anders gewesen sein. Der Name wird durch die Legende einleuchtend damit
erklärt, dass ein einziges Mal bei einer Schlacht die Hälfte der Streitmacht
lange "Bärte" gehabt habe.
Trotzdem muss berücksichtigt werden, dass Besonderheiten der Haartracht die
Stämme voneinander unterschied. Tacitus erwähnt, dass die Chatten in ihrer
Jugend die Haare lang trugen, bis sie den ersten Feind getötet hatten. Er
berichtet von dem Swebenknoten (langes Haar auf der Seite zu einem Knoten
gebunden, der sich auch archäologisch
nachweisen lässt). Zu den Sweben rechnet Tacitus in Germ. 40 auch die Langobarden,
erwähnt aber nur ihre Kriegstüchtigkeit, aber keine besonderen Moden.
Demnach muss auch dieses Volk den Suebenknoten getragen und sich ganz normal
rasiert haben.
Die Legende erwähnt am Anfang, das Volk habe ursprünglich
Winili geheißen
und sich anlässlich einer Schlacht gegen die Wandalen in Langobarden
umbenannt.
Das könnte tatsächlich damit zusammenhängen, dass dieser Stamm bei seiner
Wanderung nach Süden mit den Wandalen aneinander geriet. Da beide Völker
später getrennte Wege gingen, müsste das noch in ihrer gemeinsamen
nordischen Heimat geschehen sein, vielleicht schon beim Abzug der Wandalen. Die Langobarden sollen um 100 v. Chr. aus Skandinavien [2] an die untere Elbe
gezogen sein, wo sie sich im Bardengau niederließen. Um 490 zogen sie ins
Noricum (Österreich), im 5er-Jahrhundert nach Pannonien (Ungarn, dort vermischten sie sich mit anderen Stämmen.
In dieser erneuerten Gestalt zogen sie 567 nach Oberitalien und gründet dort
ein eigenes Reich, das 774 von Karl d. Gr. erobert wurde. |
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[1] Ptolemaios 2,11,6+8
[2]
Λακκόβαρδοι (Lakkóbardoi
ist wohl kaum verschrieben.
Vielleicht hat sich dieser Stamm tatsächlich *Lakkobarda
genannt. Im Altnordischen kann /ng/ unter gewissen Umständen zu /kk/ werden, z.B.
springa / sprakk 'springen / sprang'.
Das könnte ein Hinweis sein,
dass die Langobarden aus Skandinavien stammen.
Angeblich kann man das archäologisch und sprachlich nicht nachweisen.
Der langobardische Dialekt in Italien war oberdeutsch, verwandt mit dem
Bairischen. Die oberdeutschen Dialekte gehen auf die Swebenstämme zurück,
die ursprünglich an der Elbe lebten.
[3] Ptolemaios 2,11,11
[4] Cassius Dio 71,3,1a
[5]
Annales Fuldenses 882, Notker Gesta K.M. 2,15
[6]
Der südhessische Ort Lampertheim lautete
832 Langbardheim,
Langobardonheim, 1141 in seiner jetzigen Schreibung
Lampertheim.
[7]
Regino 887
[8] Der Name Winili erinnert an die keltischen Venelli das eigene
Volk der Veneti, zu ahd. wini 'Freund',
lat. Venus 'Liebesgöttin'.
Dem Namen nach war Frea dieselbe germanische Liebesgöttin, die sonst
ahd. Frîa, anord. Frigg heißt und deren Name im Freitag =
dies Veneris 'Venustag' erhalten ist. Ob die Namenskombination Winili
- Frea Zufall ist?
[9]
Paulus Diaconus, Historia Langobardorum 1,9,
Origo gentis
Langobardorum 1 (7er-Jahrhundert
[10]
Paulus Diaconus, Historia Langobardorum 1,8
[11] Dass Frauen an der Schlacht teilnahmen, war bei den Germanen
nicht ungewöhnlich.
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