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Name
Ableitung
Analyse
Form
Deutung
Philister
Krethi und Plethi
Geschichte
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- äygpt. Prst,
Pe-ra-sa-ta, Pw-r-s-ty
- assyr. Palastu,
Pilistu
-
hbr. פלשתים
Pelištîm, samarit.
Fēlištem, (von den Volksangehörigen)
> Philister
פלשת
Peläšät,
samarit. Falšet,
(vom Land)
פלתי
Pelétî,
als Leibwache David zusammen mit כרתי
Kerétî genannt
> Krethi und Plethi 'Hinz und Kunz, alle'
-
griech. Παλαιστινοί
Palaistinoí (Herodot, Josephus)
Φυλιστιιμ
Phylistiim (griechische Bibel)
Ἀλλόφυλοι
Allóphyloi 'die Fremdstämmigen' (griechische Bibel)
-
lat. Palaestini
Philistini (Hieronymus, lateinische Bibel) > engl. Philistine
> arab. فلسطىن
Filasṭîn 'Palästina'
-
Philister 'Spießbürger, Nichtstudent'
Studentensprache (erstmals Jena 1687). Die jungen Leute hatten in ihrem
jugendlichen Übermut manchmal Ärger mit dem "Establishment" und der
Polizei und bezeichneten diese verächtlich als "Feinde des auserwählten
Volks", eben Philister.
-
Griech. /φ/ ist behauchtes /p/, das im
Lat. mit /ph/ wiedergegeben wird und wie deutsches (nicht romanisches oder
slawisches) /p/ ausgesprochen wird.
Althebräisches /פ/ dagegen wurde je nach
Stellung behaucht oder unbehaucht gesprochen (heute /f, p/)
Arabisch /ف/ dagegen ist in jeder Stellung /f/
-
Ägypt. /r/ ist Notbehelf für /l/.
-
Hbr. ש /š/ ist Wiedergabe
von südsemitischem und ägyptischem /s/
- -isti ist idg. Endung, die sich auch in Völkernamen findet:
Naristi,
Varisti (in
Bayern), griech. ἑλληνιστί,
δωριστί, ῥωμαϊστί
hellēnistí,
dōristí, rōmaïstí 'auf
Griechisch, Dorisch, Lateinisch'
-
-în- ist wohl die
aramäische Pluralendung -în., die hbr.
-îm entspricht.
Die Philister sprachen zur Zeit Herodots wie ihre Nachbarvölker aramäisch.
-
Bibelgriech. /a/ in der ersten Silbe
entspricht auch sonst dem hbr. Murmelvokal /ə/
Σαλομων
Salomōn = hbr.
שלמה
Šelomô 'Salomo'
daher hbr.
Pelišt- = griech.
Palaist- <
Pel(a)ist-
-
Griech. Palaist- scheint von einem a-Stamm auszugehen;
die Endung
-isti ist dem griechischen Sprachgefühl angepasst. Richtig
wäre also Pala-st.
-
Im Lateinischen kann kurzes /i/ für flüchtiges /a/ stehen, vgl.
făcere /
fēci
/ -ficere.
Daher entsprich lat. Phil- = hbr.
Pel-.
-
Hbr.
Peläšät < kanaan. *Pelaštu, das den assyrischen Formen entspricht und ebenfalls einen a-Stamm
voraussetzt.
All das führt zu einer Grundform
Pela-st-
Der bibelgriechischen Name Φυλιστιιμ
Phylistiim und
seine Übersetzung Ἀλλόφυλοι
Allóphyloi 'die Fremdstämmigen' enthält bereits eine
Deutung:
- zu griech. φυλή
phȳlê
'Gemeinde', φῦλον
phŷlon 'Stamm',
φυλέτης
phȳlétēs
'Zunftgenosse'
Dagegen spricht aber
- das griech /υ/, das voller
Vokal /ü/ und kein Murmelvokal ist.
- Griech. /φ/ ist zwar die lautgetreue
Wiedergabe von hbr. /פ/ . Da aber
der Name nicht semitisch, sondern wohl indogermanisch ist,
müsste nicht griech. /φ < bh/ zugrunde liegen, das in der
anderen europäischen Sprachen als /b/ wiedergegeben wird, sondern
/p, π/.
Daher besser zu
-
*pëlús
'viel'
dazu der formal passende Superlativ griech.
πλεῖστος
pleîstos 'der meiste, höchste,
vornehmste', anord. fleistr 'der meiste'
> *Peleist- 'die Meisten'
Aus derselben Wurzel mit verschiedenen Anfügungen:
griech. πλῆθος, lat.
plebs
'Volksmenge' dt. Volk
Diese Deutung erklärt sowohl das hebräische /i/ in der 2.
Silbe als auch die Endung und ist daher vorzuziehen.
Da die
Philister als Teilgruppe der Seevölker schon vor ihrer Ansiedlung
in Kanaan in ägyptischen Quellen genannt
werden, ist es unwahrscheinlich, dass der Name semitisch ist.
Die Leibwache Davids wird z. B. in 2. Sam 8,18
הכרתי והפלתי
ha-Kerétî
we-ha-Pelétî 'die Krethi und die Plethi'
genannt. Keréthî wird Hes 25,16, Zeph 2,5 im
Parallelismus zu den Philistern genannt. Da David ja eine Zeitlang bei den
Philistern war, nimmt man an, dass seine Leibwache hauptsächlich von diesem
Volk gestellt wurde, vgl. die "Schweizer Garde" des Papstes, die
ausschließlich aus Schweizern besteht.
Krethi
-
Die griechische Bibelübersetzung gibt den Namen in Hes 25,16
mit Κρῆτας
Krêtas, Akk. Pl. wieder und
erinnert damit an die Insel Kreta, von der wahrscheinlich die Philister
kamen. Die Insel heißt sonst in der Bibel כפתור
Kaftôr.
- Andere deuteten den Namen nach hbr. כרת
kárôt 'schneiden, (einen Bund) schließen, ausrotten'. Die
Krethi
wären also 'Schneider = Scharfrichter' oder 'Abgeschnittene = Verbannte'
Plethi
wird immer nur zusammen mit Krethi genannt
Dies bestätigt nicht nur die obige Deutung
Philister = griech. πλεῖστος
pleîstos 'der meiste' und erinnert an die
Deutung der
griechischen Bibel als 'Stamm', sondern wird auch durch Archäologie
(ägäische Kultur) und Geschichte gedeckt:
Pharao Ramses III. musste um 1175 v. Chr. sein Land gegen eine
Invasion der so genannten Seevölker verteidigen, zu denen auch
Pe-ra-sa-ta 'Philister' gehörten. Die Ägypter konnten zwar den Angriff
abweisen, wurden aber dadurch sehr geschwächt und mussten dulden, dass sich
die Philister an der Südküste Kanaans niederließen, das damals zu Ägypten
gehörte. Etwa zeitgleich konsolidierte sich auf dem Gebirge Kanaans das Volk
Israel, was zu Kämpfen um die Vorherrschaft führte. David (um 1000)
entschied schließlich die Auseinandersetzungen zugunsten Israels und
unterwarf die Philister.
Längst kanaanisiert, blieb das Gebiet der 5 Städte dieses Volkes aber die
ganze Königszeit ein eigenständiges Territorium.
Herodot (484-425) lernte die Philister auf seinen Reisen kennen und gab dem
ganzen südlichen Ostküste des Mittelmeeres den Namen
- Παλαιστίνη
Palaistínē > lat.
Palaestina >
Palästina, arab. فلسطىن
Filasṭîn.
Im 20er Jahrhundert wurde dieser Name
wieder aufgegriffen als Bezeichnung für die arabischen Bewohner des
Landes Palästinenser), die durch die jüdische Kolonisation und die
Gründung des Staates Israel in Bedrängnis geraten waren. Der heutige Staat
Palästina wurde 1993 gegründet und umfasst die arabisch gebliebenen
Gebiete dieses Landes. |
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