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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Eine schöne Bescherung?Sprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Eine schöne Bescherung war das, als Onkel Friedrich an
Heiligabend auf der Heimfahrt einen Unfall hatte und dann auch noch der
Weihnachtsbaum zu brennen anfing. Wie erkennen wir, was wirklich gemeint ist? Bei den Beispielen oben natürlich aus dem Zusammenhang. Und sonst?
Wenn wir das Gegenteil von dem meinen, was wir sagen, ist das eine Ironie. Dieses Wort aus dem Griechischen bedeutet 'Verstellung'. Ursprünglich bezeichnete man mit "Ironie" nicht solche
Redensarten, bei denen jeder weiß, was gemeint ist. Sondern es handelte sich
um Tricks, mit denen ein Redner seine Zuhörer dahin bringen konnte, wo er
wollte.
Wenn Antonius gleich seine Meinung gesagt hätte, wäre er vielleicht ausgebuht worden. So aber sprach er zunächst aus, was einige seiner Zuhörer vermutlich dachten, und brachte sie damit auf seine Seite. Wir kennen das auch, wenn wir etwa eine gute Nachricht so ankündigen, als sei etwas ganz Schlimmes passiert: "Ich muss dir mal was Trauriges sagen: Ich bin heute befördert worden." Die Zuhörerin ist auf das Schlimmste gefasst. Umso größer ist nachher die Überraschung und die Freude. Wenn wir einen Verweis aussprechen, können sehr unterschiedliche Gefühle mitspielen. Es kann sein, dass wir uns wirklich bodenlos ärgern und wütend sind. Es kann auch sein, dass wir zwar pro forma tadeln müssen, aber Verständnis für den Gerügten haben und an seiner Stelle genauso gehandelt hätten. Manchmal sagen wir auch "Du bist ein raffiniertes Luder" – dem Wortlaut nach eine Missbilligung, tatsächlich aber eine versteckte Anerkennung oder sogar Bewunderung. Auch ein Tadel kann ironisch gemeint sein. Es gibt Witzbolde, die ziehen andere Menschen
absichtlich auf und sagen hinterher: "Das war nicht so gemeint." Auch das
ist eine Art Ironie. Sie wollten sich wirklich nur einen Spaß machen. |
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Datum: 09.12.2003 Aktuell: 14.12.2010 |
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