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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Zum neuen JahrSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Einen guten RutschWeder eine glimpfliche Glatteispartie noch den schadlosen Gebrauch einer Rutschbahn meinen wir an Neujahr, wenn wir einander einen guten Rutsch wünschen, sondern Komm gut ins neue Jahr. Dieser Ausdruck ist gekürzt aus jiddisch an gutn Roscheschune: Rosch bedeutet ‚Anfang’, e ist Artikel (des), Schune ‚Jahr’. Jiddisch ist die
deutsch-hebräische Mischsprache der Juden in Osteuropa, Amerika und im
orthodoxen Jerusalemer Stadtteil Mea Schearim. Es gilt als eigene Sprache
mit germanischer Grammatik und einem Wortschatz aus hebräischen, deutschen
und slawischen Bestandteilen. Grundlage ist nicht das Hochdeutsche, sondern
ein mittelalterlicher deutscher Dialekt. Prosit NeujahrEin anderer Neujahrsgruß ist Prost oder Prosit Neujahr. Prost oder Prosit sagen wir auch, wenn wir die Gläser anstoßen: Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit!. Lateinisch prosit bedeutet ‚es möge nützen’ Prost ist daraus verkürzt. Dieser Neujahrswunsch muss nicht bedeuten: Kommt, wir stoßen aufs neue Jahr an und trinken noch einen. Er kann auch im wörtlichen Sinn verstanden werden als das neue Jahr möge nützen. Prost Neujahr sagt man ja auch, wenn man sich auf der Straße begegnet, ohne Umtrunk. Schreibt man neues Jahr oder Neues Jahr?Neujahr ist der
Name eines Feiertags, der sich von anderen Feiertagen unterscheidet. Das
neue Jahr unterscheidet sich vom alten aber nicht durch seine
Neuheit, sondern durch seine Nummer 2004. Vor einem Jahr war 2003
neu, in ein paar Wochen trifft der Ausdruck neues Jahr für 2004 schon
nicht mehr zu. Neu schreibt man in diesem Zusammenhang also klein
(ähnlich voriges Jahr
– dieses Jahr –
nächstes Jahr). Der blaue Montag (klein) dagegen ist nicht Kollege oder Konkurrent dieses Festes, sondern irgendein Montag, an dem man blau macht und nicht arbeitet. Ich wünsche Ihnen ein gutes Neues Jahr meint also einen guten Neujahrstag. Ich wünsche Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, aber nicht nur einen schönen 1. Januar, sondern ein gutes neues Jahr 2004, vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. |
Alfred Klepsch, Westjiddisches Wörterbuch 2, 1182 |
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Begriffe: Feiertage Sprachecke 04.01.2011 |
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Datum: 30.12.2003 Aktuell: 11.12.2011 |
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