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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
BlauäugigSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Lieselotte hatte vor einigen Jahren mit viel Eifer und gutem Willen eine Krabbelstube ins Leben gerufen. Heute sagt sie: „Ich war damals ziemlich blauäugig und hatte gar keine Ahnung, was da auf mich zukam“. Denn es stellte sich heraus, dass das alles doch nicht ganz so einfach ist, wie sie am Anfang geglaubt hatte. Warum blauäugig? 1. Neugeborene Kinder haben blaue Augen und noch gar keine Ahnung vom Leben. Auch wenn sie größer werden, sind sie doch noch eine Zeitlang naiv, gutgläubig, unkritisch, ehe sie lernen, die Welt mit mehr Verstand zu betrachten. 2. Bei blauen Augen ist die Pupille besser zu erkennen
als bei dunklen. 3. Nicht erst zur Zeit Hitlers, sondern schon im 19. Jahrhundert galt blond und blauäugig als besonders schön. Helden wie Siegfried konnte man sich gar nicht anders vorstellen. Kritiker wie Thomas Mann befürchteten aber, dass diese Helden zwar gut mit Muskeln ausgestattet, im Übrigen aber doch ziemlich geistlos seien (Tonio Kröger 1903). All das hat also dazu beigetragen, dass blauäugig die Bedeutung ‚naiv’ bekam. Das schließt nicht aus, dass auch Dunkeläugige blauäugig und Blauäugige durchtrieben sein können. Jeder Mensch hat seinen eigenen Charakter und lässt sich nicht mit einfachen Formeln beurteilen. |
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Datum: 06.01.2004 Aktuell: 24.12.2009 |
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