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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Verkleidete WörterSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Genau wie die Menschen in der fünften Jahreszeit verkleiden sich manchmal auch die Wörter. Die einen ziehen nur etwas anderes an als üblich, die anderen machen sich mit einer Maske unkenntlich und wieder andere benehmen sich verrückt.
Das merken wir an den Namen der närrischen Tage: Der Aschermittwoch hat nur ein Hütchen aufgesetzt und erinnert an den Ascher oder Aschenbecher. Tatsächlich kommt aber der Name von dem Aschenkreuz, das dem Katholiken an diesem Tag als Zeichen der Buße vom Priester auf die Stirn gezeichnet wird. Wir können also noch erkennen, dass der Tag etwas mit Asche zu tun hat, werden aber durch das -er irregeführt.
Der närrische Dienstag dagegen hat sich so mit
einer Maske verkleidet, dass auch Fachleute nicht mehr erkennen können,
welches Wort sich dahinter verbirgt. Dagegen hat der Rosenmontag nur ein anderes Kostüm angezogen: Er kleidet sich mit einem o statt mit einem a, wie sich's gehört. Was in Konkurrenz zum Valentinstag nach Rosen zu duften scheint, ist in Wirklichkeit ein Rasenmontag zu rasen, mundartlich rosen, roschen 'toben, verrückt sein'. Sogar das Wort fasten 'nichts essen' hat sich an dem Verkleidungsspiel beteiligt: Es hängt wohl mit fest zusammen und bedeutet 'an Vorschriften festhalten, Vorschriften beachten'. Wie beim Rosenmontag hat also fest einen anderen Vokal angezogen, so dass man nicht mehr ohne weiteres einen Zusammenhang mit fasten sieht. Im Unterschied dazu hat fast 'beinahe' zwar seine alten Kleider anbehalten und auch keine Maske aufgesetzt. Es spielt aber trotzdem verrückt, weil seine Bedeutung in eine ganz andere Richtung geht: Ich glaube fest ist das Gegenteil von Ich glaube fast – das eine sicher, das andere unsicher. Kaum zu glauben, was Wörter für dummes Zeug treiben können! |
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Leserbrief:Das italienische Wort für die "närrische Zeit" ist original aus dessen Ursprungssprache, dem Lateinischen entlehnt. Carne vale 'Fleisch leb wohl' aus dem Vulgärlatein in den dortigen Sprachgebrauch übernommen worden. Meine Antwort:Ich halte die auch mir bekannte Erklärung 'Fleisch leb wohl' für ziemlich unwahrscheinlich: |
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Etymologie Fasnacht, Fasching Begriffe: Feiertage |
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Datum: 24.02.2004 Aktuell: 10.12.2011 |
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