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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
OsternSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Die katholische Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern heißt auf Evangelisch Passionszeit, da sie begangen wird in Erinnerung an das Leiden Christi (lateinisch passio ‚Leiden’). Nichts damit zu tun hat das jüdische Passafest, das eine Woche lang dauert und meist in der Zeit gefeiert wird, in der unser Ostern ist. Passa kommt aus dem Hebräischen und lautet dort Pessach. In fast allen christlichen Ländern ist der Name des christlichen Festes der Auferstehung Christi von Passa abgeleitet. Nur im Deutschen (Ostern) und Englischen (Easter) ist es anders. Beide Wörter bedeuten eigentlich ‚östlich’. Das Name des Festes kam wohl durch die angelsächsische Mission nach Deutschland und wird erstmals von dem englischen Kirchenvater Beda Venerabilis (um 700) erwähnt. Beda behauptet, Eostrae sei der Name einer Göttin gewesen (vielleicht die englische Aurora ‚Göttin der Morgenröte’). Den Nationalsozialisten war das gerade recht; sie glaubten, das Fest der „Ostara“ sei heidnischen und nicht christlichen Ursprungs. Dass es eine germanische Göttin dieses Namens gab, ist aber sonst nirgends bezeugt. Also könnte sich Beda geirrt haben. England war damals schon seit fast 100 Jahren christlich. Heidnische Gottheiten wurden zur Zeit Bedas nicht mehr verehrt. Nach der Bibel ist die Auferstehung Christi fest mit der Geschichte verankert, wie die Frauen am Sonntagmorgen noch vor Sonnenaufgang ans Grab kamen und erfuhren: „Der Herr ist auferstanden.“ Der Name des Festes lässt sich also ganz gut deuten als ‚das östliche, morgendliche Fest’, zumal wenn man bedenkt, dass in der alten Christenheit der Ostergottesdienst in der Nacht stattfand und bis in den frühen Morgen ging. Auch sind die meisten alten Kirchen so gebaut, dass der Altar im Osten steht; in manchen fällt das Licht der aufgehenden Ostersonne durch ein besonderes Fenster auf den Altar.
Die Woche vor Ostern trägt den Namen Karwoche. Damit hängt zusammen der Gedenktag an die Kreuzigung Jesu, der Karfreitag: beide von althochdeutsch karôn ‚klagen, trauern, sich sorgen, verwandt mit englisch care ‚sorgen für’.
Am Vorabend seines Todestags hat Jesus nochmals mit seinen Jüngern zu Abend gegessen und dabei das Abendmahl gestiftet. Das Wort bedeutete ursprünglich einfach ‚Abendessen’. Diesen Donnerstag nennen wir Gründonnerstag. Der Tag trägt zwar schon seit dem 13. Jahrhundert diesen Namen, aber bis heute hat man noch nicht herausgefunden, warum. Vielleicht hängt der Name des Tages mit den liturgischen Farben zusammen. Die Altardecken und Kanzelbehänge am Gründonnerstag sind zwar heutzutage in beiden Konfessionen weiß. Vielleicht war das im Mittelalter anders. Sonst liegt während der ganzen Passions- und Fastenzeit violett auf, die Farbe der Buße.
Der Sonntag vor Ostern heißt Palmsonntag. Das Sonntagsevangelium erzählt vom triumphalen Einzug in Jerusalem, bei dem die Volksmenge Palmwedel auf die Straße legte. In der katholischen Kirche werden an diesem Tag „Palmen“, das heißt Buchsbaumzweige gesegnet, die die Gläubigen mit nach Hause nehmen dürfen. |
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Leserbriefe:
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Ostern
In einem Buch aus dem Jahre 1896 mit dem Titel "Die Schönheit
der katholischen Kirche in ihren heiligen Zeremonien und äußeren Gebräuchen
während des Kirchenjahres" nach G. Rippel fand ich dann auch Erklärungen,
die z. T. mit den Ihrigen übereinstimmen. Es wird darin auch bestätigt, dass
es für den Namen Gründonnerstag keine sichere Deutung gibt. Vermutet wird
jedoch: "Die Juden pflegten das Osterlamm und das vorgeschriebene
ungesäuerte Brot mit einem Salat aus grünen bittern Kräutern zu genießen.
Dieser Sitte mögen denn die Christen vieler Gegenden gefolgt sein, und am
Tage, wo das neutestamentliche Ostermahl eingesetzt wurde, und wo in alter
Zeit alle ihre Osterkommunion empfingen, den Genuss junger Kräuter, wie sie
der Frühling um diese Zeit liefert, andern vorgezogen haben. Noch jetzt wird
Meine Antwort: Dass die Juden beim Passa einen Salat mit bitteren
Kräutern essen, ist mir bekannt. Er gehört seit über 3000 Jahren mit zum
Menü des Mahles: "Bittere Kräuter zur Erinnerung an die Bitterkeit der
Knechtschaft in Ägypten." Ich glaube aber kaum, dass die christliche
Mehrheit diesen Brauch von der jüdischen Minderheit übernommen hat.
Umgekehrt haben die Juden von uns das hartgekochte Ei übernommen, das neben
einem gebratenen Knochen an Stelle eines Passalamms auf dem Tisch liegt. Das
Lamm dürfen sie nicht mehr essen, weil es keinen Tempel gibt, in dem sie
schlachten können. |
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Begriffe: Feiertage |
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Datum: 06.04.2004 Aktuell: 11.12.2011 |
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