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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Die Evolution der SprachenSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Was haben Charles Darwin und Franz Bopp gemeinsam? Darwin hat Stammbäume von biologischen Arten und Bopp Stammbäume von Sprachen erforscht. Beim Studium der altindischen Sprache entdeckte Bopp auffallende Gemeinsamkeiten mit den westeuropäischen Sprachen, zum Beispiel entspricht altindisch pitar, nama, dan lateinischem pater, nomen, dens und deutschem Vater, Name, Zahn. Dass Latein große Ähnlichkeiten mit Italienisch und Spanisch hat, braucht niemand zu wundern, denn Italienisch und Spanisch hat sich aus dem Lateinischen weiter entwickelt. Dass Deutsch und Englisch viele Gemeinsamkeiten haben, ist auch nicht erstaunlich, denn die Vorfahren der Engländer stammen aus Norddeutschland. Aber Deutsch und Indisch? Nach vielen Studien und Überlegungen kam Bopp schließlich darauf, dass die meisten europäischen und einige asiatische Sprachen Nachkommen einer Sprache sind, die vor mehr als 4000 Jahren gesprochen wurde, und die Bopp nach ihren äußersten Vertretern „indogermanisch“ nannte. Das lässt sich mit Hilfe eines Stammbaums darstellen. Dieser zeigt den gemeinsamen Vorfahren, das Indogermanische, von dem sich verschiedene Familien herleiten wie Germanisch, Slawisch, Arisch. Jede dieser Familien gliedert sich weiter in verschiedene Einzelsprachen und Dialekte wie Spanisch, Hindi und Hessisch. Ähnliche Stammbäume haben die Biologen aufgestellt (vom Einzeller zum Menschen). Dabei fanden im Laufe der Zeit Veränderungen statt. Das moderne Italienisch gleicht dem Lateinischen etwa so wie der Boxerhund dem Wolf. Darwin hat die Gesetzmäßigkeiten für die biologische Entwicklung formuliert. So haben auch Bopp und seine Nachfolger Gesetzmäßigkeiten entdeckt, nach denen die sprachliche Entwicklung abgelaufen ist. Zum Beispiel die germanische und hochdeutsche Lautverschiebung, mit der sich der unterschiedliche Anlaut in lateinisch dens, englisch tooth und deutsch Zahn erklären lässt: indogermanisch d- wurde regelmäßig germanisch t- und deutsch z-. In der Biologie werden die Erbanlagen durch Kreuzung immer wieder neu gemischt. Auch bei den Sprachen gibt es Kreuzungen. Das Englische ist eine Kreuzung aus Niederdeutsch und Französisch. Deutsch und Französisch sind entstanden aus einer Mischung von Germanisch und Latein, mit dem Unterschied, dass sich unsere Vorfahren an die germanische Grammatik, die der Franzosen an die lateinische hielten. Auch heute sind die Sprachen ständig im Wandel, verändern sich oder sterben aus. Manchmal lässt sich sogar die Entstehung einer neuen „Art“ beobachten wie „Pisin Tok“ in Papua-Neuguinea, einer Mischung aus Englisch, Deutsch und Eingeborenensprachen. Die Entdeckungen von Darwin und Bopp fordern also zu interessanten Vergleichen heraus. |
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Datum: 18.05.2004 Aktuell: 24.12.2009 |
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