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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
FarbenSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Es ist keineswegs selbstverständlich, dass wir von dem bunten Spektrum des Regenbogens ausgerechnet die Farben rot, blau und gelb als Grundfarben ansehen, dazu weiß als Summe aller Lichtfarben und schwarz als Fehlen von Licht. Andere Farben lassen sich als Mischung dieser Grundfarben darstellen, z.B. grün aus gelb und blau, violett aus rot und blau und orange aus gelb und rot. Die heutige Einteilung der Farben ist das Ergebnis langer physikalischer Forschungen. Ein Blick in die Sprachgeschichte zeigt, dass früher
Farben ganz anders definiert wurden: Neben weiß gibt es das alte Wort
blank, das ursprünglich eine glänzende helle Farbe bezeichnete. Das
Lateinische hatte die Varianten candidus / niger ‚glänzend weiß /
glänzend schwarz’ und albus / ater ‚matt weiß / matt schwarz’.
Braun war noch zu Beginn der Neuzeit eine unbestimmte Mischfarbe, die
auch violett sein konnte. Purpur, eigentlich eine Textilfarbe, konnte je
nach Intensität der Behandlung blau, violett oder rot aussehen. Nachdem man die Farbskala entdeckt hatte, brauchte
man Namen für die Mischfarben. Auch sie wurden meist den Eigenschaften
ähnlicher Naturgegenstände entnommen: rosa wie die Heckenrose,
violett wie das Veilchen (lateinisch viola), lila wie der
Flieder (spanisch), orange wie die Zitrusfrucht, pink wie die
Nelke (englisch). An unseren Farbadjektiven lässt sich also eine
interessante Kulturgeschichte aufzeigen. |
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Leserfrage: Meine Antwort: Vom Standpunkt der Hoch- und Standardsprache gibt es „lilanen, rosanen“
nicht. Anders in der Umgangssprache, aus der mir diese Formen durchaus
vertraut sind. Man kann nicht sagen, sie wären falsch, sondern sie sind
nicht hoch- oder standardsprachlich (so auch der Große Duden). Bei Google
fand ich zum Stichwort „lilane, lilanen“ 3.710 Einträge. |
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Datum: 24.08.2004 Aktuell: 20.10.2010 |
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