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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
HabseligkeitenSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Die schönsten deutschen Wörter lauten 1. Habseligkeiten, 2. Geborgenheit, 3. lieben. Die Übersetzungen für Liebe könnten auch die Japaner oder Indianer als schönstes Wort wählen, weil Liebe das Schönste ist, das es auf der Erde gibt. Habseligkeiten und Geborgenheit sind originell und lassen sich wahrscheinlich in keiner anderen Sprache nachbilden. Habseligkeiten klingt nach ‚Besitzerfreude’, aber auch nach
‚Zufriedenheit mit dem wenigen, was man hat’. Denn das Wort bezeichnet keine
großen Reichtümer, sondern ein paar wenige Sachen, die jemand sein Eigen
nennt – etwa das, was einem nach einer Katastrophe noch verblieben ist. Da
kann man sich ja wahrhaft glücklich schätzen, wenn man nicht alles verloren
hat. Wieso kann man selig, glücklich sein, wenn man nur noch wenig besitzt? Das ist hier keine Frage der Lebenskunst (man kann ja tatsächlich mit Wenigem glücklich sein). Denn dieses ‑selig ist abgeleitet von der Endung ‑sal wie in mühselig, trübselig von Mühsal, Trübsal. Die Weiterbildung ‑selig hat sich verselbständigt, wie habselig, feindselig zeigen, direkt gebildet aus haben, Feind. Dagegen stammt glückselig von Glück ‚günstige Umstände’
und selig ‚sich gut fühlend’, einer Weiterbildung aus einem
germanischen sêl, das außer ‚glücklich’ auch ‚tüchtig, würdig, klug,
gütig, gut’ bedeuten konnte. Faustregel: Wenn die Bedeutung des Wortes nicht
zu 'glücklich' passt, kommt -selig von -sal. Die ähnliche
Endung ‑sel finden wir zum Beispiel in Rätsel, Füllsel,
Mitbringsel. Das Reizvolle an habselig ist, dass die Bedeutung
nicht eindeutig ist. Von daher liegt es nahe, selig mit Seele zu verbinden. Die
beiden Wörter haben aber nichts miteinander zu tun, wie gotisch sêls
‚tüchtig’ und saiwala Seele zeigen. |
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Fragen und Antworten -sal, -sel |
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Datum: 02.11.2004 Aktuell: 27.05.2010 |
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