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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Süßer die Glocken nie klingenSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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Weihnachten verbinden wir nicht nur mit Kerzen und Tannenzweigen, sondern auch mit den Kirchenglocken, obwohl die doch das ganze Jahr über läuten. Das hängt wohl mit dem Lied zusammen „Süßer die Glocken nie klingen". Die ersten Glocken waren nur klein. Die große Kirchenglocke wird erstmals erwähnt von dem angelsächsischen Kirchenvater Beda (um 700). Vorbild für die Glocke werden Metallbecher gewesen sein, die man ja auch zum Klingen bringen kann. Das bezeugt sowohl chinesisch zhong 'Becher, Glocke' als auch griechisch kýmbala 'Zimbeln, zwei Hohlkörper aus Metall, die gegeneinander geschlagen werden', abgeleitet von kýmbos 'Art Gefäß'. In Südeuropa heißt die Glocke campana (lateinisch, italienisch, spanisch, neugriechisch). Sie ist wohl nach ihrer gebogenen Form benannt (griechisch kampê ‚Biegung’). Campana ist ähnlich gebildet wie kýmbala und scheint damit verwandt zu sein. Im nördlichen Teil Europas gab es vor den Metallglocken zwei andere Lärminstrumente, die Klapper und die Rassel. Die Klapper heißt heute noch auf Irisch clag und ist verwandt mit Schallwörtern wie walisisch clec ‚klappern, krachen’, clocian ‚glucken’, deutsch klacken, klagen, klicken, glucken, tschechisch hlahol ‚Schall’, hluk ‚Lärm’. Das schottische clag kann außer 'Lärm' auch 'Glocke' bedeuten. Die irische Variante clog bezeichnet die 'Glocke' und entspricht französisch cloche, wohl aus dem Keltischen. Die Germanen lernten das Instrument wahrscheinlich von den Kelten kennen, daher deutsch Glocke, nordisch klokka. Im Englischen hat clock die Bedeutung 'Turmuhr' angenommen. Glocke und Turmuhr sind durch das Schlagwerk ja heute noch miteinander verbunden. Die Russen nennen den Klangkörper kólokol, verwandt mit altslawisch glagol 'Schall'. Das germanische Wort ist Schelle (zu schellen, Schall). Es bezeichnete ursprünglich die Rassel, die durch eine kugelförmige Schelle in Metall nachgebildet wurde. Das Wort wurde dann auf die Handglocke übertragen. Davon abgeleitet ist finnisch kello ‚Glocke, Uhr’. Verwandt mit Glocke ist Klingel, von klingen (klick mit eingeschobenem n, das eine Dauer, und -el, das eine Wiederholung ausdrückt). Merkwürdig ist, dass wir für den Klangkörper und sein Klingen verschiedene Wörter benutzen: deutsch Glocke / läuten (von laut), englisch bell / ring (identisch mit dem Metallring, der ja auch klingen kann), französisch cloche / sonner (‚tönen’), italienisch campana / suonare. Die Kirchenglocken kündigen nicht nur den Beginn eines Gottesdienstes an, sondern gaben ursprünglich auch die Gebetszeiten bekannt. Selbstverständlich erklingen sie auch an Weihnachten. Mancher fühlt sich an Heimat und Kindheit erinnert, wenn er die Weihnachtsglocken hört. |
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Datum: 21.12.2004 Aktuell: 08.01.2011 |
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