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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Im Märzen der BauerSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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"Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen instand. Er pflüget den Boden, er egget und sät und rührt seine Hände frühmorgens und spät." Längst spannt der Landwirt nicht mehr Ochsen oder Pferde vor. Die grundlegenden Tätigkeiten sind zwar noch dieselben, Pflügen, Eggen, Säen, Ernten und vieles andere. Aber sie werden heute von Maschinen verrichtet, die vom Schlepper gezogen werden oder einen eigenen Antrieb haben. Bleiben wir beim Pflug. Da hatte jemand vor 7500 Jahren die Idee, die Hacke nicht in den Boden zu schlagen, sondern sie zu ziehen und sie dabei mit einem zusätzlichen Stück Holz in die Erde zu drücken. Und fertig war der Hakenpflug, der den Boden aufriss (indogermanisch her-) und der daher heretrón (lateinisch aratrum) hieß. Die Semiten haben ein ähnliches Wort (arabischحرث ḥaraṯa 'pflügen'), so dass wir annehmen können, dass dies der älteste Ausdruck für 'Pflug' ist. Der römische Forscher Plinius (23-79) beschreibt vier Arten von Pflugscharen, die vierte ähnelt schon der heutigen. In Rätien (deutsches Voralpenland) habe man kürzlich zwei Räder hinzugefügt und plauvorati genannt (keltisch plauvos 'Pflug', rotoi 'Räder'). Die Räder brauchte man, um das schwerer gewordene Gerät besser führen zu können. Damit war der Wendepflug mit Rädern erfunden. 600 Jahre später nannten
die Langobarden diese Vorrichtung plovum.
Daraus wurde die romanische Ableitung
plovio, plogio 'zum Pflug gehörig' gebildet und germanisch
plôgjas, der Name des Gerätes selbst.
Das Wort scheint zurückzugehen auf ein uraltes Wort für 'graben, pflügen,
Spaten', das ebenfalls im Semitischen bezeugt ist: lateinisch
pala 'Spaten', arabischفلاح
fallâḥ
'Bauer' Der Pflug hinterlässt große Schollen, die zerkleinert werden müssen. Dazu dient die Egge. Sie funktioniert wie mehrere hintereinander angeordnete große Rechen. Egge ist rückgebildet aus eggen (germanisch agjan) und verwandt mit Ecke 'Spitze' (germanisch agjô). Auf diese so zerkrümelte Erde wurden die Samen von Hand ausgestreut, aus der Säschürze oder Säschüssel, und anschließend durch eine leichte Egge mit der Erde vermischt. Säen (germanisch sêjan) ist abgeleitet von sei-, einem indogermanischen Wort für 'schwungvoll werfen', das im Keltischen, Lateinischen, Germanischen, Baltischen und Slawischen die Bedeutung 'Körner ausstreuen, säen' angenommen hat. Dort finden sich auch die Ableitungen sêmen 'Same' und setón 'das Gesäte, Saat'. "So geht unter Arbeit das Frühjahr vorbei." Es wird Monate dauern, bis der Landwirt die Früchte seines Bemühens ernten kann. |
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Liedtext | Sprachecke: Im Sommer / Herbst / Winter der Bauer |
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Datum: Aktuell: 24.12.2009 |
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