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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Ich täte kaufenSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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„Wenn meine Mutter mir zehn Pfennig geben täte, täte
ich mir eine Täte kaufen und täte auf der Täte so lange täten, bis die Täte
nicht mehr täten täte“ haben wir in der Schule als abschreckendes Beispiel
gelernt. Beispiele:
Statt der einfachen Vergangenheit ich lief, ich
kaufte gebrauchen wir in der Umgangssprache lieber das zusammengesetzte
ich bin gelaufen, habe gekauft. Der Unterschied zwischen beiden
Formen wird damit verwischt. Ursprünglich war gemeint: ich lief –
gestern, aber nicht heute. Ich habe gekauft – vor zehn Jahren, aber
die gekaufte Ware habe ich heute noch. Dazu gehört auch, dass sich in der Umgangssprache längst auch tun als Hilfsverb eingebürgert hat. Wichtige Verwendungen, die nicht als korrekt gelten:
Wir neigen also dazu, statt einteiliger Verben zweiteilige zu bilden und damit den Satzbau zu vereinheitlichen. Das Problem ist nämlich im Deutschen, dass der erste Teil des Prädikats vor dem Objekt, der zweite danach steht: „Ich kaufe Brot“ – „ich habe Brot gekauft, ich würde Brot kaufen“. Sagen wir dagegen „ich tue Brot kaufen“, dann haben wir in allen Fällen dieselbe Wortstellung Subjekt – Prädikat 1 – Objekt – Prädikat 2. Langfristig lässt sich also kaum vermeiden, dass „ich tue kaufen, ich täte kaufen“ sich allgemein durchsetzt. Damit verschärft sich aber ein anderes Problem, das wir jetzt schon haben: Wenn der bedeutungstragende Teil des Prädikats erst am Ende des Satzes steht, erfahren wir auch erst am Schluss, was der Satz wirklich aussagt. „Das macht besonders lange Sätze mit vielen Einschüben und Verschachtelungen und was dem Sprecher sonst noch zwischendurch an Notwendigem und Überflüssigem einfallen könnte, schwer verständlich“. (Beispielsatz!). Daher ziehen wir besser den zweiten Teil des Prädikats vor: „Das ist besonders schwer verständlich bei langen Sätzen“ und fahren mit einem Relativsatz fort: „die mit vielen ... versehen sind“. |
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Datum: 2003 Aktuell: 24.12.2009 |
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