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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Die Kurve kratzenSprachecke in den Echo-Zeitungen |
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In Frankreich sagt man, wenn ein Schiff an der
Küste entlang fährt: "Il rase la côte", es streift die Küste. Man könnte
auch übersetzen "es kratzt die Küste", ohne sie zu berühren. Für 'weggehen' sagte man früher auch abkratzen. Heute ist das ein derber Ausdruck für 'sterben'. Dieses grobe Wort hat angeblich einen piekfeinen Ursprung: Zu Hofe begrüßte und verabschiedete man sich mit einem Kratzfuß, einer kunstvollen Verbeugung, bei der man den einen Fuß nach hinten zog und dabei den Boden "kratzte". Die Bedeutung 'sich mit einem Hofknicks verabschieden' ist für abkratzen aber nicht bezeugt. Im Sinn von 'weggehen' war dieses Wort noch um 1850 nicht bekannt.
Abkratzen
steht vielmehr für älteres abschaben: Was
man abkratzt oder abschabt, will man nicht haben, daher bedeutete
Schabab 'Abgeschabtes, Abfall; geh
weg; fertig, aus'. Abkratzen ist also
weiterentwickelt aus "Kratz ab! Du bist hier überflüssig. Wir brauchen dich
nicht". Das moderne abhauen 'davonlaufen' ist seit dem 1. Weltkrieg gebräuchlich und abgeleitet von hauen in der Nebenbedeutung 'schnell laufen', eigentlich 'ein Pferd anspornen'. |
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Datum: 27.07.2010 Aktuell: 13.07.2010 |
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