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Heinrich Tischner Fehlheimer Straße 63 64625 Bensheim |
Das perfekte Paar:
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Sie passen gar nicht zusammen, der Backfisch und der junge Spund. Normalerweise gesellt sich gern gleich und gleich. Die Flunder verliebte sich "in einen Harung jung und schlank". Beides sind Fische. Aber was will eine "Forelle nach Müllerinart" mit einem Stöpsel, der die Einfüllöffnung eines Fasses verschließt? Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um Halbwüchsige, Mädchen und Junge, beide noch nicht trocken hinter den Ohren und trotz ihrer jungen Jahre schon reichlich altmodisch – wer gebraucht denn heute noch diese beiden Wörter? Backfisch und Spund könnten also doch gut zusammenpassen. Spund ist ein Bild wie hessisch Stöppel 'Stöpsel, Knirps' oder Bengel 'Knüppel, ungezogener Junge'. Backfisch aber ist kein Bild, sondern eine Wortverdrehung, eine Anknüpfung an lateinisch baccalaureus 'junger Mann nach Abschluss des Grundstudiums". Tatsächlich bedeutete Backfisch 1550 'Student'. Da hat man ein Wort durch ein anderes mit demselben Anfang ersetzt, wie bei "klar wie Kloßbrühe" (statt "klar wie Glas"). Backfisch wurde bald darauf auf Mädchen übertragen, wohl im Mund von Scholaren. Das Wormser Backfischfest aber ist ein Fest nicht der Teenies, sondern der gebackenen Fische. Es erinnert an die alte Fischertradition dieser Stadt am Rhein.
Junger Spund im Sinne von
'Halbwüchsiger' ist gerade mal hundert Jahre alt. So nannte man damals einen
noch unerfahrenen Rekruten. Vergleichspunkt ist die Größe: Der
Spund, der die Öffnung oben auf dem Fass
verschließt, ist kurz im Vergleich zum Zapfen der in der
Auslauföffnung unten steckt. Ähnlich hat man in den Fünfzigern den jüngsten
Lehrling Stift genannt.
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Frage einer Leserin: In Ihrer letzten Sprachecke habe ich vermisst, ob das Wort Spundekäs mit Spund zutun hat. Besteht da auch ein Zusammenhang? Meine Antwort: Danke für Ihren Hinweis auf den Spundekäs. Ich habe ihn einmal gegessen, in einem Plastiknäpfchen eingepackt. Er schmeckte nicht schlecht, aber auch nicht so, dass ich hätte sagen müssen: "Das müssen wir noch öfter essen". Er gehört damit in meinem Kopf zu den vielen exotischen Speisen, die man eigentlich nicht braucht. Daher gehört der Name nicht zu meinem aktiven Wortschatz. Überm Rhein, der Heimat dieser Käsesorte, ist er anscheinend auch noch nicht lange bekannt. Ältester Beleg scheint der Eintrag im Mainzer Wörterbuch von 1957 zu sein: »Spundekees, der, die Spundekees, u kurz und betont, e in "kees" lang, allgemein für eine Käsespezialität, die in Form eines "Spunde" (Faßverschluß) aufgetragen wurde. Diese Form des Servieren ist nicht mehr allgemein üblich. Wichtig ist, dass die Mischung (weicher Käse, Ei, Gewürz, dabei viel Paprika, Kapern und Zwiebel) getroffen ist.« Seinen Namen hat er nach seiner "spundförmigen" Form, die auf Seite http://www.caesar-michel.de/essen/kaes/spundkraut.html gut zu erkennen ist. Gute Informationen über diese Käsespezialität finden Sie auf Seite |
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Datum: 14.09.2010 Aktuell: 16.09.2010 |
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